Vielfalt als Ziel akzeptieren

Internationale Tagung zeigt unterschiedlichen Umgang mit einer heterogenen Studierendenschaft

(PresseBox) (Gütersloh, ) Der Zugang zur höheren Bildung ist in den meisten Ländern selektiv. Zahlreiche nationale und internationale Studien weisen allerdings darauf hin, dass die Auslese nicht nur nach Potential und Leistung erfolgt. Vielmehr sind bestimmte gesellschaftliche Gruppen auch aus sozialen und kulturellen Gründen unterrepräsentiert. Wie in unterschiedlichen Ländern mit diesem gesellschaftlichen Problem umgegangen wird untersuchte eine internationale Tagung der CHE Consult GmbH in Berlin. "Wir wollen die Chancen freilegen, die in einem konstruktiven Umgang mit Vielfalt stecken", sagt CHE Consult Geschäftsführer Christian Berthold. Dazu sei der Blick über den nationalen Tellerrand notwendig.

James Duderstadt, ehemaliger Präsident der University of Michigan betonte in seinem Referat, Diversität an einer Hochschule herzustellen, sei eine wichtige soziale Aufgabe. "Der Prozess hin zu einer funktionierenden Diversity Strategie hat meine Universität dabei strukturell verändert. Wir mussten viel lernen. Gleichzeitig war es jedoch der Schlüssel zum weltweit anerkannten Erfolg der Universität. Wir konnten gerade dadurch unsere Forschungsleistung steigern."

Ein wesentliches Ergebnis der Tagung war daher: Der Studienerfolg unterschiedlicher Gruppen mit verschiedenen Voraussetzungen und Fähigkeiten, ist ein entscheidende Erfolgsfaktor einer modernen Hochschule. "Hochschulen müssen ihre Verantwortung akzeptieren, mit Hilfe einer entsprechenden Infrastruktur, mit angemessenen Betreuungs- und Beratungsangeboten und einer modifizierten Didaktik allen Studierenden die Chance auf ein erfolgreiches Studium zu geben", erklärt Berthold.

Er unterstreicht, Studienabbruch würde in Deutschland noch immer in Hinsicht auf die Schuldfrage diskutiert. Das führe nicht weiter. Denn Studienabbruch sei ein komplexes Geschehen. "Weder sind die Hochschule allein verantwortlich, noch die Studierenden. Die Frage ist vielmehr, wie wir jeden Studierenden an der jeweiligen Hochschule dabei unterstützen können, sein Potenzial bestmöglich zu entfalten."

Die internationalen Ansätze, die auf der Tagung vorgestellt wurden, zeigen Möglichkeiten auf, wie sich das Diversity Management auch in Deutschland entwickeln könnte. In England, und Schottland wurde das politische Programm Widening Participation mit entsprechenden Finanzierungsprogrammen aufgelegt und ein großes Spektrum von Maßnahmen zum Umgang mit Vielfalt initiiert.

In den Niederlanden sind es vor allem individuelle Ansätze der Hochschulen, mit denen die Rekrutierung von bisher unterrepräsentierten Gruppen und dann auch die Gewährung angemessener Chancen auf Studienerfolg verbessert werden. Die ECHO-Stiftung unterstützt zum Beispiel entsprechende Initiativen und Ansätze für ethnische Minderheiten.

Die Tagung fand im Rahmen des Projekts "Vielfalt als Chance" statt, das im Auftrag der Bertelsmann Stiftung von CHE Consult durchgeführt wird.

Weitere Informationen zur Tagung finden Sie unter http://www.che-consult.de/dim-tagung.

Die News finden Sie unter http://www.che-consult.de/cms/?getObject=371&getNewsID=1191&getCB=398&getLang=de.

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