Alfi stellt Jahresbericht 2011 vor: Fondsindustrie in Luxemburg erhält auch während der Finanzkrise Arbeitsplätze

Stabilität und hohes Ansehen des Grossherzogtums unterstützt wachsende Beschäftigung und positive Entwicklung bei Fondsumsätzen /Alfi äussert erneut Bedenken über die nachteiligen Auswirkungen von Regulierungen für Fondsindustrie und Fondsanleger

(PresseBox) (Frankfurt am Main, ) Die luxemburgische Fondsindustrie ist im Jahr 2011 trotz der Finanzkrise in der Eurozone und den Verlusten bei großen Börsenindizes erneut gewachsen. Die Anzahl von in Luxemburg domizilierten Fonds stieg um 4,841 Prozent auf 3.833 bei Nettofondsumsätzen von 16.998 Mrd. Euro. Das verwaltete Fondsvermögen verzeichnete vor allem wegen der geringeren Marktbewertungen einen leichten Rückgang um 101,453 Mrd. Euro auf insgesamt 2.059.419 Mrd. Euro, womit Luxemburg weltweit auf Platz zwei hinter den USA lag.

Durch die Zunahme der Nettoumsätze und Fondsanzahl konnte die luxemburgische Fondsindustrie im Jahr 2011 das Beschäftigungsniveau nicht nur stabil halten, sondern sogar ausbauen. Das Finanzzentrum Luxemburg, dessen wesentlicher Eckpfeiler die Fondsindustrie ist, ist ein Motor für die Wirtschaft Luxemburgs. Mehr als 43.000 Beschäftigte sind direkt im Finanzsektor tätig und viele andere außerhalb der Finanzbranche bei Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen für die Finanzindustrie anbieten.

"Die Fondsindustrie ist seit vielen Jahren eine treibende Kraft für Wachstum und Stabilität in Luxemburg. Dass die Branche trotz der großen Unsicherheiten an den Finanzmärkten neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen konnte, ist ein Beleg für die Stärke der Fondsindustrie", betonte Marc Saluzzi, Präsident von ALFI, anlässlich der Vorstellung des Jahresrückblicks 2011. "Die Fondsindustrie hat eng mit der Regierung und der Regulierungsbehörde zusammengearbeitet, um das unserer Ansicht nach weltweit angesehenste und fortschrittlichste Fondszentrum zu schaffen", so Saluzzi. Das Jahr 2011 war ein entscheidendes Jahr, in dem die wirtschaftliche und finanzielle Instabilität einiger Länder der Eurozone erste Auswirkungen auf deren Fähigkeit zum Vertrieb von UCITS-Fonds hatte. "Luxemburg ist für seine finanzielle Stabilität anerkannt, daher ist es wichtig, dass unsere Entscheidungsträger das Land auch zukünftig erfolgreich führen."

Zudem war das vergangene Jahr geprägt von einer umfangreichen Regulierungs-Agenda, vor allem mit einer Vielzahl anstehender neuer Richtlinien wie UCITS IV und AIFMD. Luxemburg war gut darauf vorbereitet und die jeweilige Umsetzung in nationales Recht ist entweder bereits abgeschlossen oder auf gutem Weg dorthin. Neben den europäischen Richtlinien gab es eine Reihe von Gesetzen aus Nicht-EU-Staaten, die luxemburgische Fondsindustrie erheblich beeinflussen werden, wie z.B. FATCA oder die Volcker-Regel ("Volcker-Rule"), die auf US amerikanischer Gesetzgebung beruhen.

Regulatorischer Druck wird auch 2012 anhalten

Mit Blick auf 2012 ist die globale makroökonomische Entwicklung schwer zu prognostizieren, die Märkte dürften aber voraussichtlich volatil und sowohl private wie institutionelle Investoren weiterhin vorsichtig bleiben.

Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass der regulatorische Druck zunehmen wird. Wie in der Vergangenheit wird sich ALFI auch weiterhin für Richtlinien einsetzen, die zum Nutzen der Fondsindustrie und ihrer Endkunden sind und sich aktiv gegen Maßnahmen aussprechen, die nicht im Interesse derselben sind. Insbesondere zeigt sich der Verband über die "Volcker-Rule" und die derzeit diskutierte Finanztransaktionssteuer besorgt.

Die "Volcker-Rule" als Teil des "Dodd-Frank"-Gesetzes zur Reformierung des US-Finanzsektors schränkt US-Banken oder in den USA tätige Banken bei bestimmten spekulativen Investments ein. Nach derzeitigem Stand schafft sie aber ungleiche Voraussetzungen und sollte daher nachgebessert werden. Sie untersagt im Besonderen Finanzinstituten - mit einigen Ausnahmen -, als Initiator oder Investor von Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds Beteiligungen zu erwerben oder zu halten. Während US-Investmentfonds nicht von der "Volcker-Rule" betroffen sind, gibt es keine vergleichbare Ausklammerung für Nicht-US-Investmentfonds. Dies stellt eine Diskriminierung gegenüber Nicht-US-regulierten Investmentfonds wie UCITS-Fonds dar. "Unserer Meinung nach sollte zumindest die Definition der betroffenen Fonds in den finalen Richtlinien um den Ausschluss von europäischen regulierten Fonds nachgebessert werden, wie dies auch für ihre amerikanischen Pendants gilt", hob Saluzzi hervor.

Hinsichtlich einer Finanztransaktionssteuer ist ALFI davon überzeugt, dass diese den Vertrieb von UCITS-Fonds außerhalb Europas potenziell einschränken und gleichzeitig das Fondsvermögen von europäischen Fonds signifikant verringern dürfte. Darüber hinaus kann ALFI nicht der Argumentation folgen, dass diese Steuer für einen positiven Beitrag des Finanzsektors zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Gemeinwohl insgesamt beitragen würde, insbesondere, wenn sie nicht weltweit erhoben wird. Die Finanzinstitute werden versuchen, die für sie nachteiligen Auswirkungen zu minimieren, was eine weitreichende Verlagerung von Handelsaktivitäten und/oder die Weiterreichung der Kosten an die Endkunden einschließlich Sparern und den Haltern von Altersvorsorge-Sparplänen bedeuten könnte. Die Auswirkungen auf die Fondsindustrie dürften bedeutend sein, nicht nur wegen der bislang diskutierten Höhe der Steuer, sondern auch deshalb, weil die vorgeschlagene Abgabe zu einer mehrfachen Besteuerung auf Ebene des Fonds, des jeweiligen Portfolios und seiner Investoren führt. "Der Nutzen für die Volkswirtschaft oder die Gesellschaft ist zweifelhaft, wenn dies dazu führt, dass die Menschen einen größeren Teil ihres Einkommens sparen müssen, zu einem späteren Zeitpunkt in Rente gehen und eine nennenswert geringere Pension bekommen ohne jeglichen greifbaren steuerlichen Vorteil", ergänzte Saluzzi.

Volle Kraft voraus für ALFI-Aktionsplan

Die Implementierung des im September 2011 ins Leben gerufenen ALFI Aktionsplans wird auch vor dem Hintergrund der herausfordernden Rahmenbedingungen weiter umgesetzt. Der Plan sieht vor, innerhalb der nächsten vier Jahre das positive Umfeld für Fonds in Luxemburg weiter zu fördern und den positiven Beitrag der Fonds für Investoren und die Gesellschaft herauszustellen. Zu den Maßnahmen zählen:

- Sicherstellung, dass UCITS der Premium-Standard beim Anlegerschutz bleibt. Erreicht werden soll dies durch die Unterstützung verbesserter regulatorischer Anforderungen und einer Wissensvermittlung und Schulung von Investoren über Finanzprodukte und über die Einflüsse, die makroökonomische und umweltbedingte Faktoren auf diese Produkte haben.
- Unterstützung von Fondsmanagern und institutionellen Anlegern, damit sie von der Entwicklung regulierter europäischer alternativer Fonds mittels der AIFM-Richtlinie profitieren können.
- Anregung von Innovationen innerhalb der Fondsindustrie, indem sozialverträgliches Investieren (SRI) gefördert und eine starke Plattform für Fonds geschaffen wird, die neben finanziellen Anreizen auch umwelt-, sozial- oder unternehmensführungsbezogene Ziele (ESG) erreichen wollen.
- Erleichterung des grenzüberschreitenden Fondsvertriebs.
- Sicherstellung, dass Luxemburg der bevorzugte Partner für die Asset Management Industrie bleibt.

ALFI hat bereits große Fortschritte in einigen Bereichen seines Aktionsplans erreicht. So wurde die Einführung von UCITS IV bereits planmäßig durchgeführt. Auch die Prüfung des Wertbeitrags des Fondsstandorts Luxemburg für die alternative Investment Management Branche wurde erfolgreich abgeschlossen. Da die Zukunft Europas in einigen Ländern in Frage gestellt wird, hat ALFI viele seiner wichtigsten Vertriebsmärkte besucht und über wertvolle Neuerungen bei der europäischen Asset Management Industrie sowie die Vorteile, die Luxemburg dieser Branche bietet, informiert. Insgesamt hat ALFI 25 Städte in 9 Ländern besucht und weltweit 4.500 professionelle Marktteilnehmer getroffen und in diesen Gesprächen die positive Einstellung gegenüber Luxemburg bestätigt gesehen.

Durch diesen - nach Ansicht von ALFI unter den internationalen Fondszentren - einzigartigen Aktionsplan will der Fondsverband sowohl zur wirtschaftlichen Entwicklung Luxemburgs beitragen als auch Investoren bei wichtigen Entscheidungen unterstützen, die den Wohlstand aller Menschen auf der Welt mitbestimmen.

Über ALFI

Der Verband der luxemburgischen Fondsindustrie ALFI (Association of the Luxembourg Fund Industry) wurde im Jahr 1988 als offizielle Vertretung der luxemburgischen Investmentfondsbranche gegründet. Heute vertritt der Verband über 1.000 Investmentfonds und Vermögensverwalter sowie eine Reihe weiterer Dienstleister aus der Finanzbranche mit Sitz in Luxemburg. Dazu zählen Depotbanken, Fondsverwaltungsgesellschaften, Transferagenturen, Fondsvertriebsunternehmen, Anwaltskanzleien, Beratungsgesellschaften, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie Fachanbieter im Bereich IT und Kommunikation.

Luxemburg ist der größte Fondsstandort in Europa und weltweit führend im grenzübergreifenden Fondsvertrieb. Investmentprodukte, die in Luxemburg domiziliert sind, werden weltweit in mehr als 60 Ländern rund um den Globus vertrieben, mit Fokus auf Europa, Asien, Lateinamerika und den Mittleren Osten.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.alfi.lu

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