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Büroimmobilienmarkt in vielen Städten Europas von Lage des Finanzsektors abhängig
London, Zürich und Genf am meisten beeinflusst
2011 war ein sehr schwieriges Jahr für den Finanz- und Banksektor: Viele Banken gingen dazu über, umfangreiche Kosteneinsparungsprogramme einzuleiten, vor allem in Anbetracht der strengen Basel III-Richtlinien. In vielen europäischen Städten bekamen die dortigen Büromärkte diese Reduzierungen zu spüren, allen voran London als größtes, internationales Finanzzentrum: die Neuvermietung im Bereich Finanzdienstleitungen ging von 5,3 Mio m² im Jahr 2010 auf 1,7 Mio m² im Jahr 2011 zurück. Auch in Frankfurt, dem deutschen Finanzzentrum, sank die Vermietungsleistung in diesem Sektor 2011 um 16%. Ähnlich gering war die Nachfrage nach vermietbaren Büroflächen in der irischen Hauptstadt Dublin, wo der Anteil des Finanzsektors an der Gesamtbeschäftigung ebenso hoch ist wie in Zürich, Genf, Brüssel oder Paris.
Wiener Büromarkt zeigte sich von der Finanzkrise wenig beeindruckt
Ganz anders war das Bild hierzulande: der Wiener Büromarkt wies auch 2011 ein konstantes Bild in diesem Bereich auf. Dieser Trend setzte sich auch im ersten Quartal 2012 weiter fort: Die Bürovermietungen konnten im ersten Quartal 2012 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 ein solides Plus verzeichnen: 65.000 m² Bürofläche wurde zu Jahresbeginn in Wien vermietet, das entspricht einer Steigerung von 30% gegenüber dem ersten und einem leichten Rückgang (-7,7%) gegenüber dem vierten Quartal 2011.
"Die Büronachfrage - auch des Finanzsektors - wird zwar 2012 insgesamt etwas verhalten bleiben, aber einige Großmieter sind bereits wieder auf der Suche. Wir rechnen auch mit einem weiteren Anstieg der Leerstandsrate bis Jahresende aufgrund der stagnierenden Vermietungsleistung und des hohen Fertigstellungsvolumens am Wiener Markt.", analysiert Dr. Andreas Ridder, Geschäftsführer CBRE Österreich, die Situation in Wien.
Insgesamt lässt sich sagen, dass der Wiener Büromarkt bei weitem nicht so abhängig von der Nachfrage durch das Finanzdienstleistungsgewerbe ist wie viele andere europäische Büromärkte. Der Anteil des Finanz- und Bankensektors am Gesamtvermietungsvolumen betrug 2008 - also zum Zeitpunkt der beginnenden Finanzkrise - etwa 5,6% und verringerte sich in den Jahren 2010 und 2011 jeweils auf rund 4%.
Finanzdienstleistungssektor als wichtiger Arbeitgeber in Europa
Zwischen 2008 und 2009, als die Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreichte, gingen in der EU-15 rund 57.000 Arbeitsplätze im Finanzsektor verloren. In kleineren Volkswirtschaften ist der Anteil dieses Sektors an der Gesamtwirtschaftsleistung vor allem in den Hauptstädten sehr wichtig, deshalb zeigten sich die Auswirkungen dieser Entwicklung nicht in allen europäischen Metropolen gleich stark: In Ungarn oder Bulgarien etwa sind rund 60% der Beschäften im Finanzsektor in den Hauptstädten Budapest bzw. Sofia konzentriert. Dublin oder Lissabon weisen ähnlich hohe Werte auf. Damit lässt sich eine Krise dieses Sektors relativ genau auch für die dortigen Büroimmobilienmärkte vorhersagen.
Am wenigsten empfänglich für derartige Schwankungen ist der deutsche Büromarkt: die drei Finanzschauplätze Frankfurt, Berlin oder München wiesen 2010 jeweils nur zwischen 3 und 5% Anteil dieses Sektors an der Gesamtbeschäftigung auf und konnten damit auch ihre Büromarktdaten relativ konstant halten.
2011 war für viele europäische Büromärkte sehr "durchwachsen"
Nachdem die Vermietungszahlen des Finanzsektors in einigen EU-Metropolen, wie London oder Frankfurt, 2011 eher bergab gingen, gab es trotzdem auch einige "Gewinner": Paris und Madrid konnten im Vorjahr in diesem Bereich gut "performen", obwohl Finanzexperten auch in diesen Städten in Zukunft eher weniger aktiv auf Büroflächensuche gehen werden.
In der CEE Region zeigt sich ein sehr heterogenes Bild: die Nachfrage im Finanzsektor schwankte zwischen den verschiedenen osteuropäischen Hauptstädten stark. So verzeichnete Warschau 2011 einen markanten Rückgang der Büroflächenumsätze für Finanzdienstleister, während diese in Prag im selben Zeitraum stark anwuchs.
Bankensektor blickt 2012 eher besorgt in die Zukunft
Obwohl sich die Finanzmärkte zu Jahresbeginn wieder etwas stabilisiert haben, sehen viele Finanzdienstleister eher mit Besorgnis der Zukunft entgegen. Die Wachstumsraten in diesem Bereich sind noch schwach bis nicht vorhanden und es wurden noch keine umfassenden Konsolidierungsprogramme auf EU-Ebene eingeleitet. Für zusätzliche Beunruhigung sorgt die geplante Transaktionssteuer, die viele Bankinstitute dazu zwingen würde, Aktivitäten außerhalb der EU-Grenzen abzuwickeln und die damit zusätzliche Kosten verursachen würde.
"Wir sollten das zarte "Pflänzchen" Aufschwung, auch im Bankensektor, eher hegen und pflegen und es nicht gleich wieder zunichtemachen. Die Auswirkungen dieser zögerlichen Herangehensweise bekommen wir alle zu spüren, allen voran die europäischen Büroimmobilienmärkte. Wir in Österreich können uns dank unserer stabilen Wirtschaftsdaten auch in diesem Bereich noch glücklich schätzen - daran wird sich auch 2012 im Wesentlichen nichts ändern.", so Ridder abschließend.
Über die CBRE GmbH
CBRE Group (New York Stock Exchange: CBG) rangiert im Fortune 500 und S&P 500 Aktienindex und ist das weltweit führende Unternehmen für Gewerbeimmobilien (Basis: Umsatz 2010). Das in Los Angeles ansässige Unternehmen mit mehr als 31.000 Mitarbeitern in mehr als 300 Büros weltweit (exkl. Zweigstellen und Partnerbüros) arbeitet für Immobilieneigentümer, Investoren und Mieter auf der ganzen Welt. Strategische Beratung, Immobilienvermietung und verkauf gehören ebenso zum Portfolio wie Immobilien , Facility und Projektmanagement. Corporate Services, Finanzierung, Investment Management, Evaluierung und Bewertungen, Research sowie Investment Strategien und Consulting runden das Angebot ab. Weitere Informationen unter www.cbre.com
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