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Bausteine der Energiewende und Preisverleihung

300 Teilnehmer beim C.A.R.M.E.N.-Symposium in Würzburg

(PresseBox) (Straubing, ) Am 2. und 3. Juli stellte C.A.R.M.E.N., die bayerische Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, auf der Festung Marienberg in Würzburg die wichtigsten Bausteine der Ressourcen- und Energiewende auf seinem 20. Symposiums vor. Hierzu fanden sich über 300 Teilnehmer auf der Festung Marienberg und zur Abendveranstaltung in der Würzburger Residenz ein.


Zum Auftakt am Montag wurde im Fachplenum von Andreas Huber, dem Geschäftsführer der Club of Rome German Association, einen Ausblick auf die Welt im Jahr 2050 gegeben. Anschließend stellte Ministerialrat Robert Götz, der Leiter von Energie Innovativ, die Energiewende in Bayern vor.

Akzeptanz von EE-Anlagen

Am Nachmittag fanden vier Parallelveranstaltungen statt. Der Fachblock "Gesellschaftliche Akzeptanz von EE-Anlagen", präsentierte Vorträge zur Akzeptanz vom Netzausbau und zum Konfliktmanagement. Der Fachblock "Erneuerbare Energien - der bayerische Weg" bot Referate zum Thema "Beitrag des ländlichen Raums", "Windkraftnutzung im Wald" und "Die bayerische Strategie zur Wasserkraft". Darüber hinaus wurden ein Bürgerwindrad, der Energie-Atlas Bayern sowie die Solar- und Windatlanten vorgestellt. Beim Thema "Strom aus erneuerbaren Energien wirtschaftlich vermarkten" wurden die Rahmenbedingungen des Stromhandels erklärt sowie Strom-Direktvermarktung und Alternativen dazu dargestellt. Des Weiteren wurde der Bereich "Nachhaltiges Wirtschaften - von der Idee zum Markterfolg" in allen Facetten präsentiert und auf Strategien des Nachhaltigkeitsmanagements eingegangen.

Betreiber- und Finanzierungsmodelle

Dienstag, der 3. Juli, bot ebenfalls zahlreiche informative Parallelveranstaltungen zu folgenden Themen: "Betreiber- und Finanzierungsmodelle für EE-Anlagen", bei der unter anderem die Energiegenossenschaft Neumarkt vorgestellt und Finanzierung, Recht und Betriebsorganisation bei verschiedenen Geschäftsmodellen beleuchtet wurden. "Vorzeigeprojekte für den Einsatz Erneuerbarer Energien" aus den Branchen Wind, Photovoltaik und Elektromobilität bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Wie man Energiewälder erfolgreich bewirtschaftet, zeigten vier Vorträge auf, sechs namhafte Referenten berichteten im Anschluss über Landschaftspflegematerial und dessen Verwertungsmöglichkeiten.

Nachhaltige Beschaffung, ökologisch und fair

Die nachhaltige Beschaffung in der Verwaltung unter den Gesichtspunkten ökologisch und fair, bildete einen weiteren Themenblock, wo es unter anderem um die Kennzeichnung von umweltfreundlichen Produkten und deren Bewertung ging sowie ein Leitfaden für die öffentliche nachhaltige Beschaffung vorgestellt wurde.

Staatsempfang mit Preisvergabe

Am Montagabend fand ab 18.30 Uhr der Staatsempfang von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner anlässlich des Symposiums in der Würzburger Residenz statt. Traditionell wurden bei dieser Gelegenheit der Ernst-Pelz-Preis 2011 und der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2011 des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verliehen.

In Vertretung des bayerischen Landwirtschaftsministers Helmut Brunner, der aufgrund eines Termins in der Staatskanzlei verhindert war, übernahm Ministerialdirigent Maximilian Geierhos, Leiter der Abteilung Ländlicher Raum und Nachwachsende Rohstoffe im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den Festvortrag.

Er verlieh auch den Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2011 und den Ernst-Pelz-Preis 2011. Beide Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert und wurden heuer bereits zum 20. Mal vergeben.

Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe

Der "Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe" des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten richtet sich an Personen oder Institutionen, die ein herausragendes Produkt oder eine Produktgruppe auf der Basis heimischer Nachwachsender Rohstoffe entwickelt haben.

Diese Auszeichnung erhielt die H. Hiendl GmbH & Co. KG, Bogen für ihre Verdienste bei der Entwicklung von Verfahren für NFC-Werkstoffe.

Dabei handelt es sich um Faser-Kunststoffverbunde, sogenannte NaturFaserverstärkte Compounds aus einem Kunststoff und Naturfasern. Zum Hiendl NFC® Werkstoffsystem gehören neben reinen Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffen, die unter dem Begriff WPC bekannt sind, vor allem auch moderne Naturfaser-Kunststoff-Verbundwerkstoffe. Die Faserkomponente ist hierbei neben Holz z. B. Hanf, Hopfen oder Flachs.

Die Firma H. Hiendl GmbH & Co. KG wurde 1964 in Bogen im Landkreis Straubing-Bogen in Niederbayern gegründet und beschäftigt derzeit 60 Mitarbeiter. Die Kernkompetenzen des Unternehmens erstrecken sich auf die Bereiche Extrusion, Spritzguss, Werkzeugbau und Werkstoffentwicklung. Der heutige Geschäftsführer und Sohn des Firmengründers, Helmut Hiendl, trat 1991 in das Unternehmen ein. Bereits vor zehn Jahren wurden erste Versuche im Bereich der Nachwachsenden Rohstoffe unternommen, die 2003 zur Entwicklung des "Hiendl-NFC"-Verfahrens im Labormaßstab für die Herstellung thermoplastisch zu verarbeitende Naturstoffgemische und der Anmeldung zum Patent führten. Nachdem 2006 das Patent für dieses Verfahren erteilt wurde, gründete man 2008 den Bereich "Naturfaser/Kunststoff-Compounds". Die Hiendl-Werkstoffe sind sehr leicht und dabei stabil, so dass sie in vielen Fällen auch Aluminium ersetzen können. Außerdem sind sie formbar und können eingefärbt werden, so dass sie sich als farbige Profile ein breites Einsatzspektrum erobert haben. So wurde beispielsweise im vergangenen Jahr das Messestandsystem von C.A.R.M.E.N. auf diesen Werkstoff umgestellt. Auch chinesische Drachenboote, die bislang eine Deckleiste aus mehrfach gestückeltem Mahagoni benötigten, setzen nun auf Hiendl-NFC, den Werkstoff, der zu 70% aus Holzfaser und zu 30% aus Polypropylen besteht.

Ernst-Pelz-Preis

Anschließend wurde der Ernst-Pelz-Preis 2011 vergeben, der in diesem Jahr an zwei Preisträger überreicht wurde, die sich beide um die wegweisende Entwicklung eines Holzvergasers verdient gemacht haben. Der Ernst-Pelz-Preis geht auf eine private Initiative von Peter Pelz zurück. Er hat den nach seinem Vater benannten Preis gestiftet und zeichnet Persönlichkeiten aus, die zugunsten einer umweltfreundlichen Nutzung heimischer Nachwachsender Rohstoffe überragende Leistungen erbracht haben.

Spanner Re² GmbH aus Neufahrn

Zunächst wurde die Spanner Re² GmbH aus Neufahrn, vertreten durch Geschäftsführer Thomas Bleul, ausgezeichnet. Das Unternehmen ist Teil der Spanner-Gruppe, einem Verbund mittelständischer, innovativer Unternehmen.

Die Otto Spanner GmbH mit Hauptsitz in Bayerbach kann auf langjährigen Erfolg in der metallverarbeitenden Branche blicken: Mit mehr als 60 Jahren Erfahrung ist die GmbH heute ein stabiler mittelständischer Partner der Großindustrie. Langjährige Kunden sind u.a. BMW, Porsche und AEG.

Im Jahr 2004 gründete die Otto Spanner GmbH das Tochterunternehmen Spanner Re² GmbH, deren Ziel es ist, innovative und wirtschaftlich attraktive Technologien im Bereich der regenerativen Energieerzeugung zu entwickeln und die heute am Hauptsitz in Neufahrn/Niederbayern über 60 Mitarbeiter beschäftigt.

Ein Standbein der Spanner Re² ist die Fertigung kompletter Biomasse-Heizsysteme für namhafte Heizungshersteller.

Auch die Holz-Kraft-Anlage ist Ergebnis dieser Entwicklungsarbeit. Die eigenentwickelte und geschützte Technologie erzeugt Wärme und Strom gleichzeitig und bietet ihren Nutzern Flexibilität und Freiheit von traditionellen Versorgungskonzepten. Die Anlage kann mit 30, 40 oder 45 kW und einer Wärmeleistung von 70, 87 oder 100 kW angeboten werden und basiert auf der Nutzung von Holzhackschnitzeln. Die Steuerung erfolgt nach dem Wärmebedarf, so dass keine Abwärme weggekühlt werden muss. Gleichzeitig wird Strom erzeugt und entweder direkt verwendet oder ins öffentliche Netz eingespeist.

Ministerialdirigent Geierhos lobte, dass die Fa. Spanner Re² mit ihrer Entwicklung im Bereich der Kraft-Wärme-Koppelung auf Holzbasis vom bisherigen Großanlagenstatus auf den kleinen und damit vielseitigeren Anwendungsbereich insbesondere in der Land-, Forst- bzw. Holzwirtschaft gebracht habe. Wie gut dieses Konzept angenommen wird, zeigt daran, dass im Mai bei einer Betriebsfeier in der Produktion in Neufahrn, die Fertigstellung der 100. Anlage gefeiert wurde.

Burkhardt GmbH aus Mühlhausen

Ein weiterer Pelz-Preisträger ist die Burkhardt GmbH aus Mühlhausen in der Oberpfalz, vertreten durch Gerhard Burkhardt. Die Burkhardt GmbH, bekannt als BHKW-Hersteller und Anlagenbauer, umfasst gegenwärtig ca. 250 Mitarbeiter, Tendenz wachsend.

Am 31. Mai 2011 gab die GmbH den Startschuss für eine Kleinserienherstellung seiner eigens konzipierten Holzvergasungsanlagen für die im Vorfeld über sechs Jahre lang intensiv geforscht wurde.

Heute sind über 50 Anlagen in Betrieb, die bereits über 400.000 Stunden Betriebserfahrung für Blockheizkraftwerke mit Holzgas lieferten. 180 kW elektrische und 250 kW thermische Leistung auf Basis von ca. 110 kg Holzpellets pro Stunde und rund vier Litern Zündöl sind die Eckdaten der Burkhardt-Anlage, die einen Gesamtwirkungsgrad von 75 % aufweist und die Holzgastechnik damit ebenfalls von der Großanlage auf eine effizientere und vielseitiger einsetzbare Variante herunterbricht.

Beide Preisträger haben damit eine wichtige Lücke im Bereich der regenerativen Energiequellen geschlossen, so Laudator Geierhos.

In ihren Erwiderungen zogen alle Preisträger ein ähnliches Resümee. So war die Entwicklung ihrer innovativen, am Markt platzierbaren Produkte für alle kein Zufall, sondern das jeweilige Ergebnis umfangreicher, firmeninterner Forschungen und Praxistests. Diese wurden von den Mitarbeitern ebenso engagiert getragen wie von den Familien und nun mit einer ehrwürdigen Auszeichnung belohnt.

Informationen: Eva-Maria Waninger, Tel.: 09421 960 359, E-Mail: eva-maria.waninger@carmen-ev.bayern.de (www.carmen-ev.de)

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