Abwrackprämie: bvse rechnet mit 2 Millionen Fahrzeugen

Lager- und Logistikkosten steigen

(PresseBox) (Bonn, ) Die Abwrackprämie bestimmt nach wie vor das Geschehen auf dem Altfahrzeug-markt. Bis Juni haben abwrackwillige Bürger über 1,5 Mio. Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingereicht, davon 451.991 Anträge nach dem ursprünglichen Verfahren (ohne Reservierungsmöglichkeit). Diese so genannten Altanträge muss die Bafa bis Ende Juni bearbeitet haben. Bei täglich 10.000 - 15.000 neu gestellten Anträgen werden die von der Bundesregierung zu diesem Zweck zur Verfügung gestellten Mittel vermutlich im Juli aufgebraucht sein. Insgesamt ist mit 2 Millionen abzuwrackenden Fahrzeugen aus dieser Aktion zu rechnen, so der Fachverband Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling im Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V..

Nach bvse-Angaben leiden die Demontagebetriebe wegen der seit Ende Januar unvorhersehbaren Flut an Altfahrzeugen unter akuten Kapazitätsengpässen. Insgesamt kann die Branche pro Jahr rund 1 bis 1,2 Mio. Fahrzeuge demontieren. Die angelieferten Altfahrzeuge haben die Jahreskapazitäten jedoch schon bis Mai deutlich überschritten. "Die Unternehmen sind daher gezwungen, entweder Fahrzeuge abzulehnen oder aber für eine absehbare Zeit zwischenzulagern. Hierbei bedarf es jedoch der wohlwollenden Unterstützung der jeweiligen Landesbehörden, die in einigen Ländern sehr kooperativ agieren, in anderen jedoch die Notlage der Verwerter weder erkennen noch unterstützend tätig werden wollen. Hier wäre ein sinnvolles Miteinander wünschenswert", erklärte bvse-Vizepräsident und Fachverbandsvorsitzender Ullrich Didszun.

Obwohl der Zulauf an Altfahrzeugen ein nie gekanntes Ausmaß erreicht hat, zeigt die Erlösseite deutliche Schwächen. Die Preise für Katalysatoren sind mit durchschnittlich € 35 - 45 stabil, befinden sich aber auf einem niedrigen Niveau. Der Ersatzteilverkauf wird in der jüngsten Halbjahresumfrage von den bvse-Mitgliedsunternehmen als zufriedenstellend bezeichnet, wenn auch die Überangebote je nach Standort die Verkaufspreise deutlich nach unten drücken. Die Preise für reinen Karossenschrott hatten sich im Mai erfreulicherweise von durchschnittlich € 10 - 20 pro Tonne auf € 50 - 60 pro Tonne ab Station erholt. Für Juni mussten jedoch wieder Reduzierungen hingenommen werden. Kritisch sehen die Verwerterbetriebe die steigenden zusätzlichen Lager- und Logistikkosten, die durch die vorhandenen Kapazitätsengpässe verursacht werden. Die bvse-Umfrage hat jedoch auch ergeben, dass die Betriebe davon ausgehen, dass sich die Lage im Herbst entspannt und sie dann bis ins nächste Jahr hinein mit ihren Beständen wirtschaften können.

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