- Pressemitteilung BoxID 505973
Licht und Schatten beim MedTech-Innovationsklima
BVMed-Umfrage: Gut ausgebildete Wissenschaftler und Ingenieure, aber zu viel Bürokratie bei den Innovationsprozessen
Im Rahmen des Informationsservices "MedTech Radar" (http://www.bvmed.de/publikationen/medtech-radar) zur Innovationsfinanzierung in Deutschland, führt der BVMed zwei Mal im Jahr eine Online-Umfrage bei seinen Mitgliedern zum Innovationsklima in Deutschland durch. Der MedTech Radar wird vom BVMed gemeinsam mit dem High-Tech Gründerfonds und Earlybird Venture Capital veröffentlicht.
Als innovativsten Forschungsbereich schätzen die Unternehmen derzeit die Kardiologie ein. 60 Prozent der Befragten nennen diesen Versorgungsbereich. Es folgen Neurologie (43 Prozent), Orthopädie (40 Prozent), Onkologie (39 Prozent), Diagnostik (31 Prozent) und Chirurgie (26 Prozent).
Die Stärken Deutschlands beim Thema Innovationstransfer liegen nach Ansicht der MedTech-Unternehmen vor allem in den gut ausgebildeten Wissenschaftlern und Ingenieuren (78 Prozent) und dem hohen Versorgungsniveau der Patienten (56 Prozent). 51 Prozent nennen die schnelle Marktzulassung, 47 Prozent die gut ausgebildeten Ärzte und 44 Prozent den hohen Standard der klinischen Forschung als Stärken des Standorts Deutschland. Ausreichendes Kapital für die Innovationsfinanzierung (Startfinanzierung, Venture Capital) nennen dagegen nur 8 Prozent.
Bei der Frage nach Hemmnissen beim Thema Innovationsfinanzierung in Deutschland nennen die Unternehmen in erster Linie zu bürokratische Prozesse (68 Prozent), eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen (66 Prozent) sowie die niedrigen Erstattungspreise (53 Prozent). Häufig genannt wird auch die Unsicherheit über die künftige Nutzenbewertung von Medizinprodukten (42 Prozent).
BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt zum Umfrageergebnis: "Deutschland ist stolz auf seine medizintechnischen Fortschritte. Wenn wir diesen Weg weiter erfolgreich gehen wollen, müssen wir eine Entbürokratisierungs-Offensive starten, gemeinsame Innovationsstrategien mit den Krankenkassen zur Optimierung der Patientenversorgung entwickeln und weg vom Preis- hin zu einem Qualitätsfokus kommen."
Über den BVMed - Bundesverband Medizintechnologie e.V.
Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband über 230 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnologiebranche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt in Deutschland über 170.000 Menschen und investiert rund 9 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Verfahren.
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