6. BVMed-Presseseminar in Berlin BVMed stellt Branchenbericht Medizintechnologien vor: Unternehmen für 2006 leicht optimistisch

MedTech-Branche schafft weiter Arbeitsplätze

(PresseBox) (Berlin, ) Die Unternehmen der Medizintechnologie schauen leicht optimistisch in das Jahr 2006. Rund 43 Prozent der Unternehmen erwarten eine verbesserte, 35 Prozent eine gleich bleibende wirtschaftliche Entwicklung. Das ergab eine Branchenumfrage des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed, unter seinen mehr als 200 Mitgliedsunternehmen, die heute in Berlin auf dem Presseseminar des Verbandes vorgestellt wurde.

Die Medizintechnologie ist dabei eine der wenigen Branchen, in der weiter Arbeitsplätze geschaffen werden. Rund 47 Prozent der befragten Unternehmen haben gegenüber dem Vorjahr neue Arbeitsplätze geschaffen, davon elf Prozent sogar deutlich mehr. Bei 26 Prozent gab es keine Veränderungen. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine leichte Verbesserung. Insgesamt beschäftigen die MedTech-Unternehmen rund 110.000 Menschen in Deutschland. Nach einer neuen europäischen Studie sind es sogar 145.000 Arbeitsplätze. Die Ausgaben für Medizinprodukte betragen in Deutschland insgesamt über 20 Mrd. Euro im Jahr, so der BVMed.

BVMed-Vorstandsvorsitzender Anton J. Schmidt: „Medizintechnologien sind damit ein wichtiger Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor. Die Medizintechnologie ist zudem eine dynamische und hoch innovative Branche. Mehr als die Hälfte des Umsatzes erzielen die Unternehmen mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Durchschnittlich werden rund 7 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert.“ Nach der aktuellen Umfrage investieren sogar fast 20 Prozent der Unternehmen mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes in die Forschung.

Zur aktuellen Branchensituation im Herbst 2005 teilte der BVMed folgende Zahlen aus der neuen Umsatzstatistik mit:

Die Umsatzentwicklung der über 200 Mitgliedsunternehmen hat sich in den ersten drei Quartalen 2005 leicht verbessert. Die Statistik der gemeldeten Umsätze an den BVMed weist in den ersten neun Monaten 2005 ein Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. Zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres lag das Wachstum nur bei 1,7 Prozent. Aufgrund des schwachen Wachstumsniveaus 2004 durch die Effekte der Gesundheitsreform kann man von einer Belebung allerdings nicht sprechen.

Zurückhaltend verläuft die Umsatzentwicklung weiterhin im Bereich der Stoma- und Inkontinenzversorgung. Hier konnte das durch die Effekte der Gesundheitsreform schlechte Ergebnis 2004 mit 0,2 Prozent nur leicht gesteigert werden. Besser als zuletzt entwickelten sich die Bereiche „Einweg-OP-Materialien“ mit plus 4,2 Prozent und „Einmalprodukte in der Intensivmedizin“ mit plus 2,8 Prozent. Der Produktbereich „Verbandmittel“ kommt auf ein Umsatzplus von nur 0,5 Prozent.

Weitere Ergebnisse aus der BVMed-Branchenbefragung:

Bei der Frage nach dem Standort Deutschland für die Medizintechnologie gibt es von den BVMed-Unternehmen nach Auskunft von BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt durchaus Anerkennung und hohe Wertschätzung. Dazu gehören vor allem die hohe Anzahl gut ausgebildeter Ärzte (65 Prozent) und Ingenieure (56 Prozent), das hohe Versorgungsniveau der Patienten (65 Prozent) sowie der hohe Standard der klinischen Forschung (56 Prozent). Die schnellere Marktzulassung gegenüber den USA nennen 37 Prozent als Vorteil.

Bemängelt wird vor allem das niedrige Erstattungsniveau in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten. Das gilt derzeit insbesondere für den Bereich der Implantate, bei denen in Deutschland die niedrigsten Preise existieren. Als stärkste Hemmnisse für die Branchenentwicklung werden – wie im Vorjahr – der gestiegene Preisdruck durch die Einkaufsgemeinschaften (73 Prozent) sowie die anhaltende Budgetierung (72 Prozent) und das Finanzdefizit der Krankenkassen (57 Prozent) genannt. Fast die Hälfte der Unternehmen beklagt ein insgesamt innovationsfeindliches Klima in Deutschland und eine ausufernde Bürokratie. Ein Viertel ist von den neuen bundesweiten Festbeträgen für Hilfsmittel und den steigenden
Energie- und Rohstoffkosten betroffen.

Die BVMed-Unternehmen wünschen sich von der neuen Bundesregierung vor allem mehr Wahlfreiheit (57 Prozent) und Eigenverantwortung der Versicherten (50 Prozent) sowie eine Deregulierungsoffensive (51 Prozent). 45 Prozent sprechen sich für eine ergebnisorientierte Vergütung von Gesundheitsleistungen aus. 37 Prozent plädieren für neue Finanzierungsmodelle, beispielsweise die Delta-Finanzierung.

Anton J. Schmidt und Joachim M. Schmitt: „Wir freuen uns darauf, das intensive Gespräch mit der politischen Spitze des Gesundheitsministeriums unter der Führung von Ulla Schmidt fortzuführen. Das Verständnis für die Belange der Medizintechnologiebranche ist in den letzten Jahren gestiegen. Darauf können wir aufbauen, um – auch vor dem Hintergrund der erstellten Medizintechnik-Studien – in der neuen Legislaturperiode die Rahmenbedingungen für die Unternehmen der Medizintechnologie weiter zu verbessern.“

Der BVMed spricht sich für eine Neuausrichtung der Gesundheitspolitik aus, die mehr Wettbewerb, mehr Wahlfreiheiten für die Versicherten und weniger Regulierung für die Unternehmen, Ärzte und Kliniken ermöglicht. „Wir müssen eine Brücke zwischen Wettbewerb auf der einen und Solidarität auf der anderen Seite schlagen“, so der Appell.

Das BVMed-Presseseminar fand zum sechsten Mal in Berlin statt. Neben dem aktuellen Branchenreport beleuchtete Thom Rasche von Earlybird Venture Capital „Stärken und Schwächen des deutschen Gesundheitssystems bei der Markteinführung innovativer Medizintechnologien“. In drei Praxisbeispielen ging es um den Weg eines Medizinprodukts von der Idee bis hin zur Marktzulassung durch die CE-Kennzeichnung, aber auch um die Frage der Erstattung. Die Unternehmensbeispiele lauteten:
Sensibler, als man denkt: Anforderungen an Pflaster und Verbandmittel (Referent Andreas Hogrefe, Geschäftsführer BSN medical, Mitglied des BVMed-Vorstands);
Der Weg komplexer Medizintechnologien für den Bewegungsapparat von der Entwicklung über klinische Studien bis zur Marktreife – … und zur Erstattung? (Referent Marc D. Michel, Geschäftsführer Peter Brehm GmbH);
Versorgungsanspruch und Wirklichkeit: Unterversorgung in der Kardiologie? (Referent Peter Heldt, Mitglied der Geschäftsführung der Guidant GmbH).

BVMed - Bundesverband Medizintechnologie e.V.

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband rund 220 Industrie- und Handelsunternehmen der Medizintechnologiebranche. Im BVMed sind u. a. die 20 weltweit größten Medizinproduktehersteller im Verbrauchsgüterbereich organisiert. Die Gesundheitsausgaben im Bereich der Medizinprodukte betragen in Deutschland über 22 Mrd. Euro. Die Medizinprodukteindustrie beschäftigt rund 170.000 Menschen.

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