Softwarepiraterie in Deutschland klettert auf 28 %

Nur 19 Länder weltweit verzeichnen Anstieg der Piraterierate

(PresseBox) (München, ) Der Anteil illegaler Software ist 2009 in Deutschland gestiegen. Dies ist das Ergebnis der siebten Global Piracy Studie der IDC im Auftrag der Business Software Alliance. Alleine in Deutschland wurden Programme im Wert von 1,35 Milliarden Euro raubkopiert, weltweit sogar im Wert von 51,4 Mrd. US-Dollar (USD). Die Softwarehersteller werden von diesem gestiegenem Anteil an Raubkopien in Zeiten der Rezession besonders hart getroffen, denn auch der Gesamtmarkt für Software schrumpfte im Krisenjahr. Deutschland ist eine der wenigen Industrienationen, die einen Anstieg zu verzeichnen hat - von 27 % im Jahr 2008 auf 28 % 2009. Die IDC untersuchte die Verbreitung illegaler Software in über 100 Ländern weltweit.

Die Entwicklung in Deutschland und der EU

Als eines von nur 19 Ländern weltweit musste Deutschland eine Erhöhung der Softwarepiraterierate von 27 % auf 28 % verzeichnen. Der Wert dieser illegalen Programme beträgt 1,35 Milliarden Euro - umgerechnet 2 Mrd. US-Dollar (USD). In der EU wird diese Summe nur in Frankreich übertroffen, wo bei 40 Prozent Raubkopien Software im Wert von 1,7 Mrd. Euro unlizenziert ist. Die Piraterierate in der Europäischen Union bleibt auch 2009 bei 35 %, was Software im Wert von 8,3 Mrd. Euro entspricht. Die niedrigste Rate in der EU hat Luxemburg mit 21 %, die höchste Griechenland mit 58 %.

"Die Studie zeigt, dass noch viel Arbeit der BSA bei der Bekämpfung der Piraterie nötig ist", so Georg Herrnleben, Director Zentral- und Osteuropa,der BSA. "Am Ende der schlimmsten Rezession seit zwanzig Jahren müssen wir die Regierungen, Unternehmen und Endanwender verstärkt über die Risiken und Nachteile des Softwarediebstahls aufklären, vor allem auch auf die verheerenden Auswirkungen auf die örtliche Wirtschaft."

Europa: Anstieg der Piraterie im Westen, Rückgang im Osten

Ost- und Mitteleuropa können den positiven Trend vergangener Jahre fortsetzen: der Anteil von Raubkopien sinkt auf 64 %. Im Gegensatz dazu steigt der Anteil in Westeuropa von 33 % auf 34 %. Russland ist weltweit das Land mit dem dritthöchsten Marktwert raubkopierter Programme (2,6 Mrd. USD), Georgien hat den höchsten Prozentsatz (95 %).

Die EU-Länder Bulgarien (67 %), Rumänien (65 %), Polen (54 %), Slowenien (46 %), Ungarn (41%) und die Tschechische Republik (37 %) konnten ihre Piraterierate jeweils um einen oder zwei (Polen) Prozentpunkte senken.

Weltweit: Piraterie in Schwellenländern treibt die globale Piraterierate in die Höhe

Obwohl die Mehrzahl der untersuchten Länder ihre Piraterierate senken konnte, bewirkte die fortgesetzte Verlagerung des Softwaremarktes in die Schwellenländer Asiens und Südamerikas, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil unlizenzierter Software haben, einen Anstieg des globalen Durchschnitts auf 43 %. Dies schlug sich auch darin nieder, dass der Wert der raubkopierten Software in allen übrigen Regionen und weltweit zurückging, in den Regionen Lateinamerika (6,2 Mrd. USD) und Asien (16,5 Mrd. USD) aber anstieg.

"Die Studie der BSA und IDC zeigt, dass es 2009 aber auch Fortschritte im weltweiten Kampf gegen die Softwarepiraterie gab", so Robert Holleyman, President und CEO der BSA. "Piraterie behindert die Innovation in der IT, die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Wirtschaftswachstum vor Ort. Sie beraubt die Regierungen der damit verbundenen Steuereinnahmen. Die Studie zeigt auf, dass Regierungen auf der ganzen Welt noch stärkere Anstrengungen unternehmen müssen, um diesen Software-Diebstahl zu verhindern."

Die IDC kommt zum Schluss, dass 2009 pro 100 USD, die für Software ausgegeben wurden, Software im Wert von 75 USD raubkopiert wurde. Dies betrifft aber nicht nur den Umsatz der Softwarebranche. Eine Studie der IDC aus dem Jahr 2008 kommt zu dem Ergebnis, dass allein in Deutschland 12.300 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen würden und umgerechnet 1,27 Milliarden Euro zusätzlicher Steuereinnahmen eingenommen würden, wenn es gelingt den Anteil raubkopierter Software in Deutschland innerhalb von vier Jahren um zehn Prozentpunkte zu senken. Schon jetzt stößt jeder Euro, der für Software ausgegeben wird, einheimische Umsätze von drei bis 4 Euro im Dienstleistungs- und Vertriebssektor an. Nicht zuletzt setzt die Verwendung raubkopierter Programme den Anwender erheblichen Sicherheitsrisiken durch fehlende Updates und möglicherweise eingeschleuste Schadsoftware aus.

Der Kampf gegen Softwarepiraterie in Deutschland

Der Kampf gegen die unlizenzierte Software bleibt also wichtig. In Deutschland hat die BSA im Jahr 2009 deswegen mit einer TV-Kampagne um Hinweise auf unlizenzierten Softwareeinsatz in Unternehmen geworben. Seit Anfang Mai 2010 bietet sie Firmen, die sich ihrer korrekten Lizenzsituation nicht sicher sind, hierzulande unter www.schonfrist.info die Möglichkeit einer 30tägigen Schonfrist. In diesem Zeitraum können sie die nötigen Prüfungen vornehmen und gegebenenfalls nachbessern, ohne eine Verfolgung seitens des deutschen Rechtsprogramms fürchten zu müssen.*

Weitere Ergebnisse der Studie:

- Die PC-Software-Piraterie ging in 54 der 111 untersuchten Länder zurück. Dennoch stieg die weltweite Piraterierate aufgrund des stärkeren Wachstums des Softwaremarktes in Schwellenländern von 41 % auf 43 %.
- Der Wert der raubkopierten Software lag bei 51,4 Milliarden USD.
- Die Länder mit der niedrigsten Piraterierate sind weiterhin die USA (20 %), Japan und Luxemburg (beide 21 %).
- Die höchste Piraterieraten finden sich in Ländern wie Georgien, Simbabwe und Moldawien (alle über 90 %)
- Faktoren beim Rückgang der Softwarepiraterie waren Initiativen von Vertriebskanälen und Händlern zur Legalisierung ihrer Kunden, Aufklärungskampagnen von Regierungen und Wirtschaft, Rechtmittel sowie technologische Veränderungen wie der verbreitete Einsatz von DRM (Digital Rights Management) und die weitere Verbreitung von SAM (Software Asset Management)).
- Gründe für einen Anstieg der Softwarepiraterie waren ein rapides Wachstum des Endverbraucher-Marktes für PCs in manchen Ländern, die relativ häufigere Nutzung älterer Rechner, auf denen unlizenzierte Software weiter verbreitet ist als anderswo, sowie die zunehmende Professionalisierung von Raubkopierern und der Cyber-Kriminalität.

Die Hintergründe der Studie

Die Pirateriestudie "Global PC Piracy Study" der BSA und IDC deckt alle Software ab, die auf PCs läuft, darunter Desktops, Laptops, Ultra-Portables und Netbooks. Sie umfasst Betriebssysteme, Anwendungen und Systemprogramme wie Datenbanken oder Sicherheitsanwendungen. Legale, kostenlose und Open Source-Software werden in der Studie berücksichtigt. Nicht Teil der Untersuchung sind Programme auf Servern und Mainframes. Die IDC verwendet geschützte Daten zu Software- und Hardwareverkäufen und beschäftigt Analysten in über 60 Ländern, um die regionale Marktsituation und den Anteil unlizenzierter Software zu prüfen. Die komplette Studie in englischer Sprache ist unter www.bsa.org/globalstudy erhältlich.

Aktuelle Kampagne in Deutschland: Schonfrist für unlizenzierte Software

Die Business Software Alliance (BSA) hat den Mai 2010 zur deutschlandweiten "Schonfrist" für Software-Sünder erklärt. Unternehmen, die sich in dieser Zeit bei der BSA registrieren, bekommen 30 Tage Zeit, ihre Lizenzsituation eigenverantwortlich oder mit Hilfe der Softwarehersteller und ihrer Partner zu überprüfen und gegebenenfalls zu berichtigen. Während dieser "Schonfrist" wird die BSA keinen Hinweis rechtlich verfolgen, der auf illegale Software in diesem Unternehmen hindeutet*

*Die BSA garantiert: Vom Zeitpunkt der Registrierung an wird die BSA 30 Tage lang keinen Hinweis rechtlich verfolgen, der auf illegale Software in diesem Unternehmen hindeutet. Ausgenommen sind bereits laufende Gerichts- oder Strafverfahren und außergerichtliche Auseinandersetzungen aufgrund Benutzung unlizenzierter Software der BSA Mitgliedsfirmen.

Informationen zur IDC

IDC ist der weltweit führende Anbieter von Marktforschung, Beratung und Veranstaltungsdienstleistungen für die Informationstechnologie-, Telekommunikations- und Unterhaltungselektronikindustrien. IDC hilft IT-Fachleuten, Entscheidern und Investoren beim Fällen fundierter Entscheidungen bei Technologiekauf und Unternehmensstrategie. Über 1.000 IDC-Analysten liefern globale, regionale und lokale Expertise zu Technologien, Branchenaussichten und Trends in über 110 Ländern weltweit. Seit über 46 Jahren verlassen sich Business-Verantwortliche und IT-Führungskräfte bei der Entscheidungsfindung auf unsere Unterstützung, um ihren Unternehmenserfolg sicherzustellen. IDC ist ein Geschäftsbereich der IDG, dem weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen IT- Publikationen, Research sowie Ausstellungen und Konferenzen. Weitere Informationen sind unter www.idc.com erhältlich.

Business Software Alliance

Die Business Software Alliance (BSA) ist das weltweite Sprachrohr der Softwarebranche. Sie arbeitet in 80 Ländern an der Förderung der Softwaremärkte, um die bestmöglichen Bedingungen für Innovation und Wachstum zu schaffen. Regierungen und Wirtschaft verlassen sich bei Gesetzgebung und rechtlichen Themen auf Konzepte und Anregungen der BSA und tragen damit entscheidend dazu bei, dass Software weltweit eine entscheidende Rolle für das wirtschaftliche Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt spielt. Die Mitgliedsfirmen der BSA investieren jährlich Milliardenbeträge in lokale Wirtschaftsräume, in hoch bezahlte Arbeitsplätze und wegweisende Lösungen, um die Menschen weltweit produktiver, enger miteinander verbunden und im Netz sicherer zu machen. Deutsche Mitglieder der BSA sind unter anderem Adobe, Altium, Apple, Asseco Poland S.A., Attachmate, Autodesk, Autoform, AVEVA, Bentley Systems, CNC, Corel, Dassault Systèmes SolidWorks Corporation, DBA Lab S.p.A., i&k Software, Mamut, Microsoft, NedGraphics, Progress Software, O&O Software, Scalable Software, Siemens, Symantec, Tekla und The MathWorks. BSA-Websites - Deutschland: www.bsa.de; International: www.bsa.org.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.