Photovoltaik - Innovationen für Produktion und urbane Anwendungen

(PresseBox) (Wien, ) Selbst die Wirtschaftskrise konnte die Entwicklung der Photovoltaik nicht bremsen. Über die letzten zehn Jahre wuchs die Photovoltaik jährlich mit etwa 40%. Selbst konservative Perspektiven, wie die der Internationalen Energieagentur (IEA) sehen eine ver15-fachung des Welt-Marktes bis 2020 voraus.[1] Hunderttausende Arbeitsplätze sind damit verbunden; und das nicht nur mit der Produktion von Zellen und Modulen, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette dieser Hochtechnologie.

Österreichs Industrie ist prädestiniert dazu, sich in dieser Technologie entsprechend stark zu positionieren. Einige Unternehmen sind bereits heute in führender Position am Photovoltaik- Weltmarkt zu finden. Diverse andere stehen kurz davor. Etwa 21.000 Arbeitsplätze könnten dadurch in der heimischen produzierenden Industrie bis 2020 entstehen - zusätzlich zu den Arbeitsplätzen, die bei einem gleichzeitig aufstrebenden Heimmarkt durch Planung und Installation der Photovoltaik-Anlagen im Inland entstehen könnten.

Die international stark vorangetriebene Entwicklung der Intelligenten Stromnetze (Smart Grids) stellt eine wichtige Basis für den breiten Einsatz der Photovoltaik dar. Sie ist, wie auch die Thematik "Smart Cities" - in der die Photovoltaik eine wichtige Rolle spielt - eine wesentliche Komponente des "Strategic Energy Technology Planes" der EU (EU-SET Plan), der die Weichen für die Energiezukunft Europas stellen und Milliarden Euro bewegen soll. Österreich sollte sich im Interesse der Wirtschaft, der Umwelt und der Sicherung der zukünftigen Energieversorgung mittels einer koordinieren Strategie aktiv an dieser europäischen Initiative beteiligen.

Dr. Dagmar Everding, Architektin und Planerin
Leitbilder und Potentiale eines solaren Städtebaus

Das Potential für Solartechnik an Dächern und Fassaden ist in den Städten und Gemeinden riesig. Die Hersteller und Anbieter von Solaranlagen und solaren Systemen, sei es für Wärme oder für Strom, sehen das Potential und treten an Gebäudeeigentümer heran, um sie zu Investitionen in Solartechnik zu bewegen. Es handelt sich erst einmal um ein technisches Potential.

Für Städte und Gemeinden ist wichtig, dass die installierte Solartechnik einen möglichst effizienten und passgenauen Beitrag zur kommunalen Energieversorgung leistet sowie dass die Solartechnik sich in den Stadtraum verträglich einfügt und bei den Bürgern langfristig Akzeptanz findet.

Um das solare Potential für eine nachhaltige Entwicklung der Städte zu erschließen, bedarf es teilräumlicher Konzepte einer integrierten städtebaulichen und energetischen Planung, verbunden mit rechtlichen Rahmenbedingungen, die Regeln für ihre Umsetzung beinhalten. Des Weiteren bedarf es einer Weiterentwicklung der Netz- und Speicherinfrastrukturen in den Städten. In der Forschung liegt der Schwerpunkt der Solarenergie-Forschung auf einer Optimierung der Technologien. Das ist aber nur eine Seite der notwendigen Optimierung. Die andere Seite stellen die Anforderungen der baulichen Umwelt dar, welche die neue Technik aufnehmen soll. Hier hat man es mit Gebäuden zu tun, die je nach Alter und Modernisierungsgrad einen unterschiedlichen Wärmebedarf haben. Die Besonnung von Dächern und Fassaden hängt von der städtebaulichen Struktur der Stadträume ab. Sie ist zum Beispiel in einer Zeilenbausiedlung der 50er Jahre besser als in einem dicht bebauten Altstadtquartier. Manche Quartiere sind an Fern- oder Nahwärme angeschlossen, so dass südorientierte Dächer und Fassaden vor allem der Photovoltaik ein Potential bieten. Von den Stadträumen hängt es auch ab, wie sich die Solartechnik mit der stadtgestalterischen Qualität verträgt. Gerade von der Integration der Solarenergie in die Bestandsquartiere lässt sich lernen, worauf wir bei Neubauplanungen zu achten haben. Die "solare Güte" von Neubauplanungen sollte städtebauliches Ziel und auch planungsrechtliche Vorgabe sein, damit Investoren in Solarenergie Sicherheit über die solare Einstrahlung erhalten.

Es gibt bereits Forschungsergebnisse zu verschiedenen Aspekten der Integration der Solarenergienutzung in die städtische Umwelt und die städtische Infrastruktur. Auch diese Forschungen sind auf Akzeptanz angewiesen, zum Beispiel bei den Stadtplanern, damit sie zur Umsetzung beitragen.

Deshalb sollten weitere Forschungen darauf achten, Architekten, Stadtplaner, Wohnbaugesellschaften, Sanierungsbeiräte u. ä. von Anfang an einzubeziehen.

DI Ingmar Höbarth, Klima- und Energiefonds
Photovoltaik-Förderung von der Forschung in den Markt

Der Klima- und Energiefonds unterstützt die Österreichische Bundesregierung bei der Erreichung der Klimaziele und der Umsetzung der nationalen Energiestrategie sowie der Energieforschungsstrategie. "Wir haben in den drei Jahren unseres Bestehens einen klaren Schwerpunkt bei der Photovoltaik gesetzt: In ihr sehen wir ein enormes Kostensenkungspotential und ideale Voraussetzungen für dezentrale Anwendungen", so der Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds Ingmar Höbarth.

Das Förderportfolio des Klima- und Energiefonds reicht dabei von Grundlagenforschung (Technology Push) bis hin zur Marktüberleitung (Market pull). "Nur so kann ein effizientes Innovationssystem geschaffen werden, denn komplexe Innovationsstrategien brauchen adäquate Förderinstrumente. Allein im Bereich Markteinführung haben wir in den letzten Jahren 66 Millionen an Förderbudget vergeben", so Höbarth.

Besonders erfolgreich ist die PV-Aktion des Klima- und Energiefonds für Private: Allein durch die Förderaktion 2010, die mit 35 Millionen Euro dotiert war, werden österreichweit rund 5.900 PV-Anlagen neu errichtet. "Mit unserer Förderaktion konnte die installierte Photovoltaik-Leistung um 27.000 kWp gesteigert werden. Damit kann ein E-Mobil 169 Millionen Kilometer fahren - oder 4.425 mal rund um den Globus", verdeutlicht Höbarth. "Außerdem zeigen wir eindrucksvoll, dass das Programm einen wesentlichen Impuls für den Photovoltaikmarkt gegeben hat. Damit ist die Aktion nicht nur sinnvoll für unsere Umwelt, sondern auch für die heimische Wirtschaft," so Ingmar Höbarth abschließend.

Die gesellschaftliche Einschätzung der Photovoltaik als Bestandteil der Stromerzeugung hat sich in den acht Jahren seit Bestehen der jährlichen Österreichischen Photovoltaik Tagung dramatisch verändert. Der Zugang zur Primärenergie überflügelt die Frage nach der Höhe des Ölpreises. Versorgungssicherheit und Preisstabilität in der Energieversorgung sind auf Dauer nur auf Basis von nicht kapitalisierbaren Primärenergieträgern möglich. Die ursprüngliche Frage nach einer ökologisch verträglichen Energieversorgung erweitert sich auf eine ökonomisch verträgliche Energieversorgung. Das ist eine gigantische Herausforderung an die PVIndustrie. Die "rohstoffreichste" Energietechnik trägt dabei die höchste Verantwortung. Entgegen kommt ihr, dass die gesellschaftspolitische Frage in den nächsten Jahren nicht mehr lauten wird, wie teuer sind erneuerbare Energieträger, sondern, wie teuer ist es, sie nicht umfassend zu nutzen.

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