Oesingmann: "Konstant hohe Ausbildungsleistung bei den Freien Berufen"

(PresseBox) (Berlin, ) BFB-Präsident Dr. Ulrich Oesingmann kommentiert die gestern vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vorgelegten, bereinigten Zahlen zu den Ausbildungsverträgen zum Ende des Vermittlungsjahres mit dem Stichtag 30. September 2011:

"Die Ausbildungsleistung der Freien Berufe, dem nach Industrie und Handel sowie Handwerk drittgrößten Ausbildungsbereich, bleibt mit 42.612 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen verglichen mit dem Vorjahreswert von 42.441 auch nach den abschließenden Erhebungen durch das BIBB mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent konstant hoch. Während in den alten Bundesländern ein Zuwachs um 1,0 Prozent, dies entspricht einem Plus von 446 Verträgen, auf nunmehr 37.864 Verträge zu verzeichnen ist, ist die Zahl der Neuverträge in den neuen Ländern um 5,5 Prozent, das sind 275 Verträge weniger, auf jetzt 4.748 zurückgegangen.

Erfreulich ist, dass öffentlich finanzierte oder geförderte außerbetriebliche Ausbildungsverträge einen unverändert geringen Anteil von 0,5 Prozent ausmachen. Dies wertet das Ausbildungsengagement der Freien Berufe noch auf. In lediglich 211 Ausbildungsverträgen stecken öffentliche oder Fördermittel der Bundesagentur für Arbeit. Die Freien Berufe weisen damit den mit Abstand geringsten Anteil solch subventionierter Ausbildungsplätze aller Ausbildungsbereiche auf.

Positiv ist zudem, dass unter den über 42.600 Neuverträgen rund 6.000 neue und damit zusätzliche Ausbildungsplätze in rund 4.000 Praxen, Kanzleien und Apotheken enthalten sind, die zuvor nicht ausgebildet haben. Das ist ein großer Erfolg für die Freien Berufe und ihr Engagement für den Ausbildungspakt, dessen Partner der BFB seit 2007 ist.

Bei Betrachtung der einzelnen Ausbildungsberufe fällt auf, dass sich die Zahl der Neuverträge für den Beruf der Steuerfachangestellten um 4,6 Prozent auf 6.461 am deutlichsten erhöht hat. Zu dieser positiven Entwicklung haben auch die stetigen Initiativen des Berufsstandes zur Bewerbung dieses Ausbildungsberufs beigetragen. Positiv ist die Entwicklung zudem bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 11.899 Verträge. Dagegen wurden im zahlenmäßig stärksten Ausbildungsberuf der Medizinischen Fachangestellten mit 14.481 Verträgen 1,1 Prozent weniger Neuverträge abgeschlossen. Hierbei dürfte insbesondere der relativ starke Rückgang in den neuen Ländern um 7,0 Prozent und einem Minus von 109 Verträgen zu der Negativentwicklung beigetragen haben.

Bei den beiden zahlenmäßig etwas kleineren Berufen gibt es unterschiedliche Entwicklungen. Während bei der Tiermedizinischen Fachangestellten der Trend mit einem Zuwachs um 1,2 Prozent auf 1.850 Neuverträge leicht positiv ist, ist die Entwicklung bei den Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten in den Apotheken weiter rückläufig. Bis zum Stichtag wurden 1.621 Verträge abgeschlossen, das sind 4,6 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Mit einer Neuordnung des Ausbildungsberufes will die Apothekerschaft gegensteuern.

Schließlich ist ein deutlicher Rückgang auch in den juristischen Ausbildungsberufen festzustellen. 6.300 Neuverträge wurden hier registriert, das sind 5,1 Prozent weniger als im Vorjahr, was einem Minus von 339 Verträgen entspricht. Dabei beschränkt sich der Rückgang im Wesentlichen auf die Nur-Rechtsanwaltsfachangestellten, während das Rechtsanwaltsnotariat und vor allem das Nur-Notariat regional unterschiedlich sogar leichte Zuwächse aufweisen. Auch bei den juristischen Assistenzberufen wird derzeit eine Modernisierung der Ausbildungsordnung vorbereitet, die den Negativtrend der letzten Jahre stoppen könnte.

Die insgesamt zufriedenstellende Bilanz ist ein gemeinsamer Erfolg aller Freiberufler und der für die Nachwuchskräftesicherung zuständigen Stellen, die sich mit der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen sowie mit Maßnahmen zur Bewerbung ihrer Ausbildungsberufe dafür einsetzen, dass junge Menschen eine berufliche Perspektive erhalten.

Wie jedes Jahr bitte ich die Kolleginnen und Kollegen Freiberufler trotz des guten Ergebnisses, in ihrem Engagement nicht nachzulassen. Auch um sich selbst gegen den bereits einsetzenden Fachkräftemangel zu wappnen."

Bundesverband der Freien Berufe

Der BFB als Spitzenorganisation der freiberuflichen Kammern und Verbände vertritt die Interessen der über eine Million selbstständigen Freiberufler. Diese beschäftigen über drei Millionen Mitarbeiter - darunter ca. 128 Tausend Auszubildende. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern erarbeiten Freiberufler 10,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und erwirtschaften so jeden zehnten Euro.

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