Alternativ wachsen zahlt sich vielfach aus

Diesjähriger B.A.U.M.-Umweltpreis geht gleich an zwei Banker mit sozial-ökologischem Gewissen: Auszeichnung für GLS-Chef Thomas Jorberg und Umweltbank-Gründer Horst P. Popp

(PresseBox) (Hamburg, ) Wer als Kreditinstitut für Vertrauen und Transparenz steht, profitiert selbst zu Zeiten weitreichender Verunsicherung durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise. Während milliardenschwere Banken gleich reihenweise in Zahlungsschwierigkeiten gerieten, gingen an Nachhaltigkeit orientierte Unternehmen als Gewinner aus der Krise hervor. Die GLS Bank und die Umweltbank etwa sind im letzten Jahr kräftig gewachsen: Beide Unternehmen konnten ihre Bilanzsumme 2009 um über 30 Prozent, das Einlagenvolumen um knapp 40 Prozent und ihre Kundenzahl um 18 Prozent steigern.

Grund genug für den Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V. im Jahr 2010 die beiden Köpfe dieser nachhaltig wirtschaftenden Kreditinstitute mit dem B.A.U.M. Umweltpreis in der Kategorie Mittelstand auszuzeichnen. Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank, und Horst P. Popp, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Umweltbank, erhalten in diesem Jahr beide den begehrten Preis, mit dem B.A.U.M. e. V. im nunmehr 18. Jahr Persönlichkeiten für ihr langjähriges herausragendes Engagement für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung auszeichnet. Beide Preisträger haben mit ihren Instituten nachhaltig dafür gesorgt, Ökonomie und Ökologie gewinnbringend miteinander zu verzahnen.

Anders und besser

Sozial-ökologisches Kreditgeschäft erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit: Zusammen kommen die beiden Banken als Marktführer momentan auf über 170.000 Kunden. Experten der auf Finanzdienstleistungen spezialisierten Managementberatung zeb/rolfes.schierenbeck.associates zufolge werden es im Jahr 2020 zwischen zehn und zwölf Millionen Kunden sein. Der Grund: Immer mehr Anleger interessieren sich dafür, wie ihr Geld investiert wird. Statt auf Gewinnmaximierung und Spekulationen setzen sie auf Transparenz und Kredite für umweltschonende Projekte. "Die Menschen haben erkannt, dass wir selbst für die Zukunft unserer Kinder verantwortlich sind. Deswegen wird der Markt für ökologische Geldanlagen unabhängig von politischen Stimmungen auch weiterhin stark wachsen", ist Popp überzeugt. "Mit zielgerichtet sozial-ökologischen Investitionen und einer umfassenden Transparenz bieten wir die gesamte Palette an Bankdienstleistungen: menschlich, zukunftsweisend und ökonomisch. Damit treffen wir die Bedürfnisse der Menschen", erklärt Thomas Jorberg. Die Kunden von GLS Bank und Umweltbank können im Detail nachvollziehen, an wen ihre Bank Darlehen gibt und welche sozialen, ökologischen und kulturellen Unternehmen unterstützt werden. Das Kreditportfolio der Umweltbank bestand Ende 2009 zu 49 Prozent aus Solarkrediten, 31 Prozent flossen in ökologisches Bauen, 13 Prozent in Wind- und Wasserkraftwerke und 7 Prozent in Projekte rund um Biomasse und Öko-Landwirtschaft. Das Kreditgeschäft der GLS Bank umfasst zudem den sozialen Bereich. So vergab sie 2009 48 Prozent ihrer Kredite an Soziales und Bildungseinrichtungen. 30 Prozent gingen an ökologisch orientierte Unternehmen und 22 Prozent in Wohnbauprojekte und -finanzierung.

Nachhaltige Maßnahmen, die den im sogenannten "Basel III"-Regelwerk festgelegten Empfehlungen weit voraus sind. Das Regelwerk, das aktuell von Notenbanken und Aufsichtsbehörden beraten wird, zielt darauf ab, Finanzkrisen zu verhindern und in einer Krise die Banken so widerstandsfähig zu machen, dass sie den Steuerzahler nicht zur Kasse bitten müssen. Experten befürchten jedoch, dass Großbanken auch künftig noch versucht sein könnten, zu große Risiken aufzubauen - in der Gewissheit, dass sie wegen ihrer Bedeutung für das ganze Bankensystem vom Staat ohnehin vor einer Pleite geschützt würden. Häufig steht schnelles Wachstum ohne Weitblick noch immer im Fokus der Interessen.

Jahrestagung zum Thema "nachhaltiges Wachstum"

"Wachstum neu denken!" ist deshalb das Thema der B.A.U.M.-Jahrestagung am 11. und 12. November 2010 in Erfurt, in deren Rahmen die Preisverleihung stattfinden wird. Unter dem Motto "Kann es ein nachhaltiges Wachstum geben, das Wohlstand schafft und sich gleichzeitig an langfristiger Umweltverträglichkeit und Ressourcengerechtigkeit orientiert?" werden sich Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien darüber austauschen, mit welcher Wachstumsdefinition künftig gearbeitet werden sollte, um gesellschaftlichen Fortschritt und Umweltschutz miteinander vereinbaren zu können.

Am ersten Tag können sich die Teilnehmer im Rahmen des Fachkongress "ENact2020 - Energie-Klima-Nachhaltigkeit" an zwei von insgesamt 14 moderierten Netzwerktischen austauschen, an denen jeweils ein Mentor und ein Moderator die Diskussion begleiten. Die Themenpalette reicht dabei von regionalen Wertschöpfungsketten über die Zielgruppe Lohas bis zu den Potenzialen des Wachstumsmarkts E-Energy.

Am Vormittag des zweiten Tages sprechen namhafte Wissenschaftler wie Prof. Dr. Meinhard Miegel, Vorstand Denkwerk Zukunft, Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung über die Chancen und Risiken von Nachhaltigem Wachstum. Auch hochkarätige Vertreter der Wirtschaft wie zum Beispiel BMW-Kommunikationsmanager Stefan Borbe, Dr. Andreas Knaut, Director External Communications, Health and Sustainability bei DANONE und weitere Experten haben das Wort. Staatssekretär Rainer Bomba aus dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung wird das Thema aus der politischen Perspektive betrachten. Sven Plöger, bekannter TV-Moderator und Klima-Experte, wird durch den Tag führen. Highlight am Nachmittag ist die Preisverleihung. Mehr Informationen sowie das aktuelle Tagungsprogramm, ausführliche Preisträgerporträts und Fotomaterial unter www.baumev.de/umweltpreis.

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