Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar / Kurzarbeit entlastet den Arbeitsmarkt spürbar

Arbeitslosenzahl in Sachsen weiter gestiegen / 304.422 Sachsen sind ohne Beschäftigung

(PresseBox) (Chemnitz, ) Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Freistaat stieg im Februar um 7.554 auf 304.422. Die Arbeitslosenquote liegt bei 14 Prozent. Im Vergleich zum Februar des vergangenen Jahres sind 14.194 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 14,5 Prozent.

"Trotz anhaltender Wirtschaftsprobleme und kaltem Winterwetter fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Sachsen im Februar mit einem Plus von knapp 7.600 deutlich geringer aus als noch im Vormonat. Mit rund 304.400 Arbeitslosen verzeichnen wir den niedrigsten Februarwert seit 1991", so Cordula Hartrampf-Hirschberg, Vizechefin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

"Die Kurzarbeit hat einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert. Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen deutlich höher liegen würde, wenn die sächsischen Unternehmen nicht so kräftig vom Instrument der Kurzarbeit Gebrauch machen würden", so Hartrampf-Hirschberg. Von November bis Dezember erhöhte sich die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeit aus wirtschaftlichen Gründen in Anspruch nahmen, von 372 auf 489. Die Zahl der Kurzarbeiter stieg im gleichen Zeitraum um mehr als 6.000 auf rund 11.100.

Der Schnee und die Kälte der letzten Wochen führten auch dazu, dass saisonales Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen wurde. Besonders die Baubetriebe nutzten diese Möglichkeit. Insgesamt arbeiteten im Dezember knapp 5.200 Sachsen in rund 970 Betrieben aus Witterungsgründen kürzer als sonst. "Die Zahl der Arbeitnehmer, die aus saisonalen Gründen in Kurzarbeit sind, ist nur geringfügig höher als im Dezember 2007. Damals zählten wir knapp 5.100 Saison-Kurzarbeiter", bilanziert Hartrampf- Hirschberg. Die Vizechefin der Regionaldirektion Sachsen geht jedoch davon aus, dass auch im Januar und im Februar viele Betriebe das Saisonkurzarbeitergeld nutzen. Der Schnee und die Kälte der letzten Wochen erschweren die Außenarbeiten zum Teil erheblich. "Das Saisonkurzarbeitergeld hilft den Betrieben, witterungsbedingten Arbeitsausfall zu überbrücken. Damit können saisonal bedingte Entlassungen vermieden werden", so Hartrampf- Hirschberg.

Trotz der Entlastungswirkung des Kurzarbeitergeldes mussten sich im Februar 25.826 Frauen und Männer aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos melden. Das waren fast 24.000 weniger als im Vormonat, aber rund 8.400 mehr als im Februar 2008. Besonders betroffen waren Arbeitnehmer mit Metall- und Elektroberufen sowie Bauberufen. Auch Arbeitnehmer mit Verkehrsberufen mussten sich im Februar verstärkt arbeitslos melden. "Gleichzeitig bieten sich für diese Berufsgruppen aber auch viele neue Beschäftigungsmöglichkeiten.

Mit knapp 7.000 neuen Stellenangeboten war die Nachfrage nach Arbeitskräften im Februar höher als noch im Januar. Insbesondere Fachkräfte mit Metallberufen sind nach wie vor gefragt. Selbst Unternehmen aus dem Bausektor haben im Februar zahlreiche neue Stellen gemeldet. Gut stehen die Beschäftigungschancen derzeit für Frauen und Männer mit Gesundheits- und Sozialberufen. Hier liegt die Nachfrage nach Arbeitskräften sogar deutlich über dem Stellenangebot des Vorjahres", so Hartrampf-Hirschberg weiter.

Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise verzeichnen einige Wirtschaftsbereiche einen Beschäftigungsanstieg. Dementsprechend erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen von Dezember 2007 zu Dezember 2008 um fast 10.500. Das entspricht einem Beschäftigungsanstieg um 0,8 Prozent. Wie in den vergangenen Monaten nahm die Beschäftigung vor allem im Gesundheits- Veterinär- und Sozialwesen deutlich zu. Mit einem Plus von 3,6 Prozent liegt dieser Wirtschaftsbereich noch vor dem Verarbeitenden Gewerbe und den sonstigen Dienstleistungen (jeweils plus 2,1 Prozent).

Auch wenn die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung auf dem sächsischen Arbeitsmarkt eher gedämpft sind, meldeten die Unternehmen den Agenturen und den Arbeitsgemeinschaften im Februar insgesamt 6.931 freie Stellen. Das waren 1.485 mehr als im Januar und 2.037 weniger als vor einem Jahr.

Angebote gab es für alle Berufe. Mit 1.094 Stellenangeboten waren Fachkräfte mit Metall- und Elektroberufen am meisten gefragt. Für kaufmännische Berufe gab es 878 Stellenmeldungen. Für Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe gingen 834 Stellenangebote ein. Insgesamt 623 Stellen meldeten die Unternehmen für soziale und erzieherische Berufe. Für allgemeine Dienstleistungsberufe sowie Gesundheitsberufe gab es 612 beziehungsweise 486 neue Jobangebote.

Damit wird deutlich: Auch wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften in den meisten Branchen gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, sind viele Unternehmen trotz Finanz- und Wirtschaftskrise auf der Suche nach Personal.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg in allen Berufsgruppen, wenn auch unterschiedlich stark. Den stärksten Anstieg gegenüber Januar gab es in den Metall- und Elektroberufen. Hier wurden 2.163 Arbeitslose mehr gezählt. Mit einem Plus von 934 hat sich die Arbeitslosigkeit bei den Verkehrsberufen ebenfalls merklich erhöht. In den Bauberufen gab es gegenüber dem Vormonat einen Anstieg um 797. In den allgemeinen Dienstleistungsberufen sind im Vergleich zum Vormonat 394 Menschen mehr in Arbeitsagenturen und ARGEn gemeldet.

Auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahre nahm im Berichtszeitraum zu. Ende Februar waren sachsenweit insgesamt 33.783 junge Menschen ohne Job. Im Vergleich zum Januar gab es 1.950 junge Arbeitslose mehr, die auf der Suche nach einer Beschäftigung waren (plus 6,1 Prozent). Gegenüber Februar 2008 wurden jedoch 1.566 junge Arbeitslose weniger gezählt (minus 4,4 Prozent). Der Anteil der arbeitslosen unter 25-Jährigen an allen Arbeitslosen beträgt 11,1 Prozent.

Die Zahl älterer Arbeitsloser stieg im Vormonatsvergleich um 1.953. Ende Februar waren in Sachsen 96.375 Frauen und Männer im Alter ab 50 Jahre arbeitslos gemeldet. Damit fiel der Anstieg in dieser Altersgruppe mit 2,1 Prozent etwas niedriger aus, als bei den Arbeitslosen insgesamt. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der arbeitslosen über 50-Jährigen um 468 zurück (minus 0,5 Prozent). Der Anteil der Älteren an den Arbeitslosen liegt bei 31,7 Prozent.

Nachdem die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Januar kurzzeitig angestiegen war, konnte im Februar wieder ein Rückgang verzeichnet werden (minus 545). Insgesamt 83.167 Frauen und Männer sind bei den Arbeitsagenturen und ARGEn bereits seit einem Jahr oder länger arbeitslos gemeldet. Gegenüber Februar 2008 wurden 27.831 Langzeitarbeitslose weniger gezählt.

Die Beschäftigung auf dem zweiten Arbeitsmarkt (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten) ist in den Arbeitsagenturen und ARGEn gegenüber Januar um 2.317 gesunken. Mit insgesamt 24.236 Beschäftigten liegt die Zahl unter dem Niveau des Vorjahres. Im Februar 2008 waren 26.868 Frauen und Männer in öffentlich geförderter Beschäftigung.

Die Zahl der Arbeitslosen nahm auch im Februar in allen Direktionsbezirken Sachsens zu. Im Direktionsbezirk Chemnitz fiel der Anstieg im Vergleich zum Vormonat mit 3,5 Prozent (plus 3.741) am stärksten aus. Im Direktionsbezirk Leipzig nahm die Arbeitslosigkeit um 2,1 Prozent (plus 1.586) zu. Der geringste Anstieg im Vergleich zum Januar war im Direktionsbezirk Dresden zu verzeichnen. Hier gab es 2 Prozent (plus 2.227) mehr Arbeitslose.

Im Vorjahresvergleich verringerten sich dagegen die Arbeitslosenzahlen in allen drei Direktionsbezirken. Der Direktionsbezirk Dresden verzeichnete mit 4,9 Prozent den stärksten Rückgang. In den Direktionsbezirken Chemnitz und Leipzig sank die Arbeitslosigkeit um 4,2 beziehungsweise 4,1 Prozent.

Ein differenzierteres Bild ergibt sich, wenn man die Agenturbezirke miteinander vergleicht.

Im Vormonatsvergleich stieg die Arbeitslosigkeit in allen Arbeitsagenturen. Während es mit 4,6 Prozent in der Agentur Chemnitz den stärksten Zuwachs gab, war der Anstieg in Riesa mit 1,3 Prozent am geringsten.

Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit in allen Agenturbezirken nach wie vor rückläufig. Am stärksten fiel der Rückgang mit 8,8 Prozent beziehungsweise 7,9 Prozent in den Agenturbezirken Bautzen und Oschatz aus, gefolgt von Zwickau (minus 5,6 Prozent). Mit minus 0,4 Prozent fiel die Vorjahresveränderung in Dresden am geringsten aus.

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten in Sachsen haben die Agenturbezirke Dresden mit 11,7 Prozent und Chemnitz mit 12,9 Prozent, gefolgt von Pirna mit 13,3 Prozent. Die höchste Quote verzeichnet die Arbeitsagentur Bautzen mit 15,7 Prozent.

Mit einer Arbeitslosenquote von 12,1 Prozent hat die Stadt Dresden im Februar die niedrigste Arbeitslosenquote. Danach folgen die Landkreise Meißen mit 12,6 Prozent und Mittelsachsen mit 12,7 Prozent. Im Landkreise Nordsachsen und in der Stadt Leipzig liegen die Arbeitslosenquoten aktuell bei 15,2 beziehungsweise bei 16 Prozent.

Die höchste Arbeitslosenquote hat der Landkreis Görlitz mit 17,3 Prozent.

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