Intelligente Krisenabwehr: Working Capital Optimierung als Liquiditäts-Joker

Verbesserung von Einkauf und Beschaffung kann Unternehmen retten

(PresseBox) (Bonn, ) Bankenkrise, Konjunkturabschwächung und Kreditklemme: Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen hängt jetzt von effizienten, schnell wirkenden Lösungsansätzen im Finanzmanagement ab. Wie mehrere internationale Studien der Supply Chain Management-Beratung BrainNet zeigen, können viele Unternehmen noch entscheidende Cash-Reserven durch ein besseres Management ihres Umlaufvermögens aktivieren. Besonders wichtig ist die Optimierung des Working Capital, also jener Mittel, die in Forderungen, Beständen und Lieferantenverbindlichkeiten gebunden sind.

Eine strategische Verbesserung des Working Capital beinhaltet zahlreiche Herausforderungen und Risiken in Bereichen wie der Debitoren-, der Kreditoren-, der Lagerbewirtschaftung oder dem Cash Management. In den guten Zeiten des Aufschwungs beschäftigten sich viele deutsche Unternehmen nur geringfügig mit ihrem Working Capital, da die Lieferfähigkeit Priorität hatte. Nach BrainNet-Studien banden vor allem Mittelständler ihr Kapital 30 bis 50 Tage zu lange im Betrieb - ein unnötiger Luxus, den sich in der aktuellen Situation kaum ein Betrieb mehr leisten kann. Denn eine Working Capital Optimierung erhöht die Innenfinanzierungsspielräume nachhaltig und schafft so Eigenkapital für notwendige Investitionen. Außerdem läuft sie meist zügig und ohne Umstrukturierungsmaßnahmen oder größere Prozessänderungen ab.

"Vor allem in der produzierenden Industrie hat die Working Capital Optimierung für etwa zwei Drittel der von uns befragten Geschäftsführer und Chefeinkäufer derzeit allerhöchste Priorität", sagt Sven Marlinghaus, Partner und Mitglied der Geschäftsleitung bei BrainNet. "Da dieses Thema in guten Zeiten allerdings so stiefmütterlich behandelt wurde, haben rund 40 Prozent der Unternehmen kein systematisches, funktionsübergreifendes Working Capital Management implementiert. Dies ist jedoch zwingend notwendig, denn Einkauf, Produktion, Vertrieb und Rechnungswesen müssen jetzt so effektiv wie möglich kooperieren, um den 'Bonitätshebel Working Capital' schnell für sich nutzbar zu machen. Denn in der Regel kann das Working Capital um ca. 15-40 Prozent reduziert werden, was rasche und bemerkbare Erfolge in der Liquidität erzeugt."

Die Höhe des Working Capital richtet sich nach dem Zeitraum, in dem Kapital vom Materialkauf bis zur Bezahlung durch den Kunden gebunden ist. Der entscheidende Hebel ist das Days Working Capital (DWC), welches die durchschnittliche Dauer misst, in der das Umlaufvermögen gebunden ist und somit nicht zur Zahlungsfähigkeit des Unternehmens beitragen kann. "Eine Reduktion der DWC um wenige Tage kann bereits deutliche Liquiditätseffekte erzeugen. In den von uns befragten Unternehmen liegt der DWC-Durchschnitt bei ca. 84 Tagen - der Benchmark des Spitzenclusters von 34 Tagen macht deutlich, wie viel Potenzial in diesem Instrument noch steckt", so Marlinghaus.

Cross-funktionale Herangehensweise wichtig

Die wichtigsten Ansatzpunkte für erfolgreiche Working Capital Optimierungen liegen bei den internen Prozessen sowie auf Kunden- und Lieferantenseite. So sollten zum Beispiel die Zuständigkeiten im Unternehmen für das Thema im Vorfeld klar definiert werden, um spätere Kompetenzstreitigkeiten oder Mehrfachabstimmungen auszuschließen. "Ein klassischer erfolgskritischer Ansatzpunkt in Fertigungsunternehmen ist die Untersuchung und Optimierung der Lager- und Produktionsstrategie. Hier zahlt sich ein genauer Blick auf Konsignationslager, Stückfertigung, JIT und/oder Modulbaukästen in der Regel schnell aus", erläutert Marlinghaus. "Entscheidend ist natürlich auch die Prozessanalyse und Verbesserung in den Finanzabteilungen. Bei der Debitorenbuchhaltung sollte zum Beispiel geprüft werden, ob Zahlungsziele richtig an die unterschiedlichen Regionen und Kunden angepasst sind; auf Kreditorenseite ist ein Check der Lieferbedingungen, z.B. FOB bei Übersee-Lieferungen, in der Regel hilfreich."

Effektive Instrumente gefragt

Die Studien von BrainNet zeigen außerdem, welche unterschiedlichen Instrumente Unternehmen zur Optimierung ihres Umlaufvermögens bereits einsetzen. Vor allem deutsche Fertigungsunternehmen könnten durch das Supply Chain Financing (SCF) noch viel mehr Potenziale wecken. Zulieferer können sich mit diesem Instrument zu den - in der Regel wesentlich günstigeren - Konditionen des Käufers refinanzieren und dem Käufer dafür günstigere Zahlungsbedingungen und -konditionen einräumen.

"Mit SCF lässt sich die finanzielle Stabilität der Zulieferer deutlich verbessern, die Transparenz der Wertschöpfungskette steigern und signifikante Kosteneinsparungen realisieren", betont Marlinghaus. "Um durch die enorm schwierigen nächsten Monate zu kommen, sollten Unternehmen alle verfügbaren Hebel in Bewegung setzen. Der Einkauf im Allgemeinen und das FSCM im Besonderen bietet hier zentrale Optimierungsansätze."

BrainNet Management Consultants GmbH

BrainNet ist eine führende, internationale Marke für Supply Chain Management-Beratung. Mit 220 Mitarbeitern erwirtschaftet BrainNet weltweit einen Umsatz von 30 Millionen Euro. BrainNet entwickelt und verwirklicht maßgeschneiderte Lösungen für mehr als 80 der Global Fortune-500 Unternehmen sowie rund 240 wachstumsstarke Mittelständler. BrainNet besitzt seit Jahren Standorte in Bonn, Boston, Budapest, Chicago, London, Mumbai, München, Shanghai, St. Gallen, Tampa und Wroclaw.

Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Supply Chain Management Institute (SMI) an der European Business School (EBS) bietet BrainNet eine weltweit einzigartige Wertschöpfungskette von der Forschung und Ausbildung junger Talente an führenden Business Schools über die Umsetzung von Beratungsprojekten bis hin zur strategischen Qualifizierung von Top Führungskräften und Supply Chain Managern.

Weitere Informationen zu BrainNet unter www.brainnet.com.

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