Borgers AG übernimmt Geschäftsbereich Isolation der AKsys

(PresseBox) (Mannheim/Bocholt/Krumbach, ) .
- International tätiger Automobilzulieferer führt Produktion in den Werken in Krumbach und Ellzee fort und übernimmt rund 300 Mitarbeiter
- Weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Restrukturierung und Sanierung der international tätigen AKsys-Gruppe erreicht
- Insgesamt konnte Insolvenzverwalter Tobias Hoefer bis jetzt rund 1.025 Arbeitsplätze im In- und Ausland sichern

Der Geschäftsbereich Isolation der AKsys GmbH wurde zum 1. Mai 2010 an den international tätigen Automobilzulieferer Borgers AG mit Sitz in Bocholt verkauft. Dieser Geschäftsbereich umfasst die in der Nähe von Günzburg gelegenen Standorte in Krumbach und Ellzee. Borgers wird die Produktion an beiden Standorten fortführen und übernimmt rund 300 Mitarbeiter von AKsys. Am morgigen Dienstag werden Werner Borgers, CEO der Borgers AG, und Insolvenzverwalter Tobias Hoefer die Belegschaft in den Werken auf Betriebsversammlungen umfassend informieren.

Für Borgers bringt der Erwerb der beiden Standorte in Krumbach und Ellzee vor allem strategische Vorteile. "Wir verfügen jetzt im Unternehmen über Fertigungstechnologien für Weich-, Hart-, Schwer- und Integralschäume aus Polyurethan und können so zusätzliche Marktpotenziale erschließen", sagt Werner Borgers. "Diese bestehen vor allem in den Bereichen Motorraumisolationen und Innenverkleidungen, in denen wir unser Produktportfolio nun deutlich verbreitern werden. Darüber hinaus eröffnet der Technologie-Zuwachs neue Möglichkeiten bei der Gestaltung der akustischen Wirkung unserer aktuellen Produkte."

Mit der Übernahme der Standorte Krumbach und Ellzee hat die Restrukturierung und Sanierung der international tätigen AKsys einen weiteren Meilenstein erreicht. "Diese Erfolge zeigen uns, dass wir mit der Entflechtung der Gruppe und der Überführung in eigenständige Geschäftsbereiche auf dem richtigen Weg sind", sagt Insolvenzverwalter Tobias Hoefer von der bundesweit tätigen Kanzlei Hack | Hoefer. Den Standort Bielefeld hat die Dr. Freist Automotive (DFA) mit Sitz in Goslar übernommen. Bereits Anfang April konnte Hoefer die Übergabe des Geschäftsbereichs Entdröhnung der AKsys an die FAIST ChemTec GmbH und die HANNOVER Finanz Gruppe vermelden. Insgesamt konnte Hoefer bis jetzt in den Geschäftsbereichen Isolation und Entdröhnung der ehemaligen AKsys weltweit rund 1.025 Arbeitsplätze erhalten.

Übernahme als wichtiger Schritt zur Sicherung der marktführenden Position

Die beiden Werke in Krumbach und Ellzee stellen eine bedeutende Verdichtung des Produktions- und Logistik-Netzwerks von Borgers dar, weil große Werke der wichtigen Hersteller Audi, BMW, Daimler und MAN im Umkreis von nur rund 130 km liegen.

Borgers geht davon aus, dass diese strategischen und operativen Vorteile zu einer deutlichen Stärkung des Automobilgeschäfts des westfälischen Familienunternehmens führen wird. Dies gilt insbesondere für den Nutzfahrzeug-Bereich, in dem Borgers mit der Übernahme eine europaweit führende Position erreicht.

"Mit den textilen Technologien, die in den beiden Werken in Krumbach und Ellzee ebenfalls angewandt werden, sind wir als Systemlieferant für textile Fahrzeugausstattungen bestens vertraut", so Werner Borgers weiter. Das erleichtere die Integration der neu erworbenen Standorte.

Technisch und produktionsseitig haben die Werke in Ellzee und Krumbach einen hervorragenden Ruf und sind kompetente Partner der Automobilindustrie. Dies haben die Mitarbeiter vor allem in den vergangenen zwölf Monaten bewiesen, in denen sie trotz der widrigen Umstände einen zuverlässigen Betrieb und die termingenaue Belieferung der Kunden sicherstellten.

"Es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir sind froh, dass es uns dennoch gelungen ist, für die Mitarbeiter in den Werken eine langfristige Perspektive zu schaffen", sagt Torsten Falke, Bezirksleiter der IG BCE Augsburg. "Mit Borgers hat der Insolvenzverwalter einen neuen Eigentümer gefunden, der aus der Branche kommt und sich klar zu den Standorten bekennt."

In den zwölf Monaten, die er den Geschäftsbereich in der Insolvenz fortgeführt hat, hat Tobias Hoefer zusammen mit seinem Team den Bereich erfolgreich saniert und wieder zukunftsfähig aufgestellt. So konnte unter anderem nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. September 2009 der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang weitergeführt werden, was eine wichtige Voraussetzung für den Verkauf war. Wie beim Geschäftsbereich Entdröhnung haben auch in Krumbach und Ellzee alle Beteiligten an einem Strang gezogen und ihren Teil zur erfolgreichen Sanierung des Geschäftsbereichs beigetragen", sagt Hoefer über die Unterstützung seitens des Betriebsrats, der Personalvertreter, der IG BCE Augsburg, der Kunden und der Gläubiger.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf seien allerdings Personalmaßnahmen unvermeidbar gewesen. 59 Mitarbeiter aus den Werken Krumbach und Ellzee und 83 Mitarbeiter der zentralen Verwaltung der AKsys-Gruppe in Krumbach und Ellzee, die zum Teil an den einzelnen Standorten angesiedelt war, haben das Angebot erhalten, in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BQG) zu wechseln. In der BQG werden die Mitarbeiter auf neue berufliche Herausforderungen vorbereitet. "Die Mitarbeiter haben das Angebot angenommen", sagt Insolvenzverwalter Hoefer. Für die Mitarbeiter aus der zentralen Verwaltung sollen außerdem nach Möglichkeit neue Stellen an den Standorten in Krumbach und Ellzee geschaffen werden.

Der Gläubigerausschuss hat dem Verkauf bereits zugestimmt, die Übernahme bedarf allerdings noch der kartellrechtlichen Genehmigung.

Für den Geschäftsbereich Kunststoffe führt Hoefer Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren und sieht Chancen, dass er auch diesen Geschäftsbereich in den kommenden Wochen an einen neuen Eigentümer übergeben kann.

Die Geschäftsführung der AKsys GmbH hatte am 26. Mai 2009 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Dieser Schritt war notwendig geworden, da durch die Wirtschafts- und Finanzkrise, die besonders die Automobilindustrie mit voller Wucht getroffen hat, der Umsatz stark zurückgegangen war. Bereits Mitte März 2009 hatte das Unternehmen daher gemeinsam mit seinen Gläubigerbanken bei der KfW um einen Kredit über 22 Millionen Euro aus dem "Wirtschaftsfonds Deutschland" nachgefragt. Dieser Antrag war am 20. Mai 2009 abgelehnt worden.

Zum 1. September 2009 hatte das Amtsgericht Worms das Insolvenzverfahren über das Vermögen der AKsys GmbH eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Tobias Hoefer von der Kanzlei Hack | Hoefer bestellt. Er war bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter in dem Unternehmen tätig.

Informationen über AKsys

Als Zulieferunternehmen für die Automobil-, Hausgeräte- und Bauindustrie ist AKsys ein international tätiger Systemlieferant in den Bereichen Akustik, Hitzeschutz und Kunststoffbauteile. So sorgen die Produkte von AKsys unter anderem für niedrige Fahrgeräusche im Fahrzeuginnenraum, den flüsternden Auftritt von Geschirrspülmaschinen oder die zuverlässige Abdichtung von Dächern, Fenstern und Fassaden. Zu den Kunden der AKsys GmbH gehören alle namhaften Automobilhersteller und eine Vielzahl von Unternehmen der Hausgeräte- und Bauindustrie.

Informationen über den Insolvenzverwalter

Der Mannheimer Rechtsanwalt Tobias Hoefer ist ausschließlich als Insolvenzverwalter tätig. Er hat sich auf die Sanierung von überregional und international tätigen Konzernen mit ihren hochkomplexen Strukturen spezialisiert. Er wird von vielen Gerichten immer wieder zum Insolvenzverwalter bestellt und konnte in zahlreichen Verfahren - zu denen auch viele kleinere und mittlere Betriebe zählen - eine Unternehmensfortführung erreichen. Derzeit ist Hoefer unter anderem mit der Sanierung des Internationalen Clubs e.V. Baden-Baden und des weltweit tätigen Automobilzulieferers AKsys befasst.

Zu seinen bekanntesten Verfahren und Sanierungen zählen der Dienstleistungsspezialist ComBase mit Niederlassungen in Deutschland und Österreich, Tochterunternehmen in der Schweiz und der Ukraine sowie der im Bereich der Gusstechnologie international führende Felgenhersteller ATS mit Standorten in Deutschland, den USA, Südafrika und Polen und der in Deutschland und China tätige Automobilzulieferer Utescheny. Außerdem konnte Hoefer den Dachziegelhersteller Trost Dachkeramik, mehrere Unternehmen der Meffert- und der CORONET-Gruppe und das St. Josefs Krankhaus in Viernheim erfolgreich sanieren.

Hoefer ist Senior Partner der auf Insolvenzverwaltungen spezialisierten Kanzlei Hack | Hoefer. Für die Kanzlei, die 1987 gegründet wurde, sind bundesweit an sieben Standorten über 90 Mitarbeiter und Rechtsanwälte tätig.

Borgers AG

Von seinen bisher insgesamt 16 Standorten in Europa und den USA beliefert Borgers fast alle namhaften Automobilhersteller mit akustisch wirksamen Bauteilen und Systemlösungen für alle Fahrzeugbereiche. Mit seinen ebenso ausgereiften wie innovativen Kofferraumsystemen, Hutablagen und textilen Bauteilen für den Außenbereich ist das Familienunternehmen europäischer Markführer. Zuletzt sorgte Borgers mit dem textilen Unterbodenschutz für eine branchenweite Werkstoff-Innovation.

Weiteres Standbein des Konzerns ist der Maschinen- und Anlagenbau für die Automobilindustrie sowie für Hersteller bahnenförmiger Produkte wie Tapeten, Bodenbeläge oder Folien.

Im Jahr 2009 erzielte die Borgers-Gruppe mit rund 4.400 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von 384 Mio. Euro.

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