BGA: Beschäftigungsmotor Dienstleistung wieder angesprungen

(PresseBox) (Berlin, ) "Wachstum und Beschäftigung der unternehmensnahen Dienstleister sind wieder klar aufwärts gerichtet. Die Unternehmen profitieren von der wieder anziehenden Konjunktur in Deutschland. Was mindestens genauso wichtig ist: Sie sind für die Zukunft gut gerüstet und rechnen mit einem anhaltenden Wirtschaftsaufschwung über das Jahr 2010 hinaus." Dies erklärte Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), heute in Berlin anlässlich der Vorstellung der ersten Dienstleistungs-Umfrage, die der BGA gemeinsam mit dem Verband der Vereine Creditreform (Creditreform) unter 3.000 Unternehmen durchgeführt hat.

Unternehmensnahe Dienstleister - dabei handelt es sich um Unternehmen, die Dienstleistungen für Geschäftskunden erbringen - sind schon heute einer der größten Arbeitgeber im Lande. Deren rund sechs Millionen Beschäftigte erwirtschaften einen Umsatz von knapp 600 Milliarden Euro - das entspricht über 80 Prozent des Umsatzes im gesamten Dienstleistungssektor (840 Milliarden Euro im Jahr 2008). Und vor allen Dingen: Sie sind der Jobmotor der Zukunft: Arbeitsmarktexperten trauen diesen Unternehmen einen Zuwachs um weitere 1,5 Millionen Beschäftigte zu bis zum Jahr 2025. Damit steigt der Anteil an der Gesamtbeschäftigung um vier Prozentpunkte auf dann 18 Prozent - während der Anteil der Industrie um über zwei Prozentpunkte auf 16 Prozent sinkt.

Erstmals bietet die BGA-Wirtschaftsanalyse des unternehmensnahen Dienstleistungsbereichs, die gemeinsam mit Creditreform erstellt wurde, ein bundesweites Bild zur Lage und den Erwartungen dieses rasant an Bedeutung gewinnenden Wirtschaftsbereiches. Für den Erfolg der Deutschland AG sind Informationstechnologien, Finanzdienstleistungen, Gebäudemanagement, Logistik, Services sowie Marketing und Medien von besonderer Bedeutung.

Der erstmals erhobene Dienstleistungs-Klimaindikator zeigt, dass auch die unternehmensnahen Dienstleister von der Krise voll erfasst wurden. Sie kommen jedoch rasch und mit Dynamik aus der Krise. Der Klimaindikator erreicht einen Wert von 134,6 Punkten. Die Geschäftslage ist um 17 Punkte auf 128 Punkte angestiegen, liegt aber noch acht Punkte unter dem Wert im Boom-Jahr 2008. Bei den Geschäftserwartungen sind die Unternehmer noch optimistischer. Diese liegen bei 141 Punkten und damit deutlich über der Lagebeurteilung. Bei der Betrachtung der Lagebeurteilungen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Dienstleistungsbereichen. Für alle gilt, dass die Bewertung der zukünftigen Lage deutlich über der aktuellen Lagebewertung liegt.

Im Jahr 2009 sind die Umsätze der unternehmensnahen Dienstleistungsunter­nehmen von 595 Milliarden Euro (2008) um 65 Milliarden Euro auf 530 Milliarden Euro eingebrochen. BGA und Creditreform rechnen für 2010 mit einem Umsatzanstieg um rund neun Prozent auf 576 Milliarden Euro und für 2011 mit einem weiteren Anstieg um etwas über sechs Prozent auf 612 Milliarden. Auch die Beschäftigung dürfte sich nach einem geringen Rückgang um weniger als ein Prozent im Jahr 2009 auf knapp unter 5,7 Millionen in diesem Jahr mit einem Zuwachs auf gut 5,9 Millionen Beschäftigte ebenfalls erfreulich entwickeln.

Drei von vier befragten Unternehmen haben in der jüngsten Vergangenheit Personal gesucht. Ein Viertel dieser Unternehmen konnte seinen Bedarf jedoch nicht decken. Hauptursache ist die mangelnde Qualifikation des gesuchten Personals. Dazu Börner: "Es wird immer von den fehlenden Hochqualifizierten gesprochen, die wirkliche Problemgruppe sind jedoch Jugendliche, denen es an den elementaren Voraussetzungen fehlt. Die Bildungspolitik sollte diese Themen daher stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Deutschland AG bietet jedem, der etwas gelernt hat und leistungsbereit ist, eine Karrierechance!"

Gerade im Aufschwung sind Finanzierungsfragen Dreh- und Angelpunkt dafür, dass Wachstumspotenziale auch erschlossen werden können, so auch für die unternehmensnahen Dienstleister. 33 Prozent der Unternehmen vertreten die Auffassung, dass europäische Unternehmen, speziell deutsche Mittelständler, eine von US-Agenturen unabhängige Bewertungsmöglichkeit benötigen. "Die Politik in der Europäischen Union ist daher gefordert mit der Finanz- und Realwirtschaft die Gründung von europäischen Rating-Agenturen weiter voranzutreiben, die die spezifischen Interessen der vom Mittelstand geprägten Wirtschaft in Europa aufnimmt. Wir wollen, dass der Mittelstand adäquat mit Kapital versorgt werden kann", so Professor Dr. Helmut Rödl, Mitglied des Vorstandes von Creditreform.

"Die unternehmensnahen Dienstleister haben in der Krise ihr Potenzial zur Beschäftigungsstabilisierung unter Beweis gestellt. Nun unterstreichen sie mit ihrem schnellen Stimmungsaufschwung, und mit ihren Zielen, Investitionen und Kapazitäten vorausschauend auszuweiten, dass mehr in ihnen steckt. Wir bauen darauf, dass die Politik dies erkennt und ihre politischen Maßnahmen über "klassische" Wirtschaftssektoren hinaus auch stärker auf Wirtschaftszweige wie die unternehmensnahen Dienstleistungsunternehmen ausdehnt, die sich zum Wachstumsträger und Beschäftigungsmotor entwickeln", so Rödl abschließend.

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