BDI weist tendenziöse Kritik von Kassenseite an Honorar-Nachschlag zurück

(PresseBox) (Wiesbaden, ) Als tendenziös und inakzeptabel weist der Berufsverband Deutscher Internisten, BDI e.V., die Kritik des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, an dem vom Kabinett in Berlin beschlossenen Nachschlag in Höhe von 120 Millionen Euro für die Vertragsärzte zurück.

Er übersehe dabei bewusst den seit Einführung des betriebswirtschaftlich kalkulierten Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) entstandenen Honorarstau und verschweige, dass die jüngsten Honorarerhöhungen in erster Linie einem West-Ost-Ausgleich gedient hätten und in sehr vielen Praxen gar nicht angekommen wären, kritisiert BDI-Präsident Dr. Wolfgang Wesiack.

Die dadurch entstandenen Verwerfungen zwischen Regionen und Fachgruppen habe nun auch die Bundesregierung erkannt und mit dem Nachschlag einen gewissen Ausgleich schaffen wollen. Wesiack erinnerte daran, dass die Lücke zwischen der betriebswirtschaftlich notwendigen und der tatsächlichen Honorarsituation trotz der Zuwächse der vergangenen Jahre noch immer rund 20 Prozent betrage. Dann erst könne eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige ärztliche Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden. Der stetig wachsende Bedarf an medizinischen Leistungen koste Geld, denn moderne Medizin sei nicht umsonst zu haben. Das gelte insbesondere für den ambulanten Versorgungsbereich, weil immer mehr Leistungen, die früher nur im Krankenhaus möglich waren, inzwischen auch von niedergelassenen Fachärzten durchgeführt würden. Unattraktive Rahmenbedingungen und eine nicht leistungsgerechte Vergütung würden jedoch einen Mangel an Haus- und Fachärzten beschwören und gefährdeten so das Versorgungsniveau.

Praxissitze stünden leer, weil junge Ärzte lieber ins Ausland oder besser bezahlte Tätigkeitsfelder abwanderten, als in der ambulanten Versorgung zu arbeiten. Die zugesagten Gelder seien angesichts dieser Fakten nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein, betont Wesiack, aber bei weitem kein Grund, eine Neiddebatte auszulösen.

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