Schüler lernen sicheren Umgang im Internet

Thema Datenschutz wird zum bundesweiten Schulprojekt / Sponsoren für die Aktion "Datenschutz geht zur Schule" gesucht

(PresseBox) (Berlin, ) Die meisten Schüler nutzen Online-Chats und soziale Netzwerke wie SchülerVZ und Facebook, um schnell und einfach miteinander zu kommunizieren. Dabei stellen viele, bewusst oder unbewusst, sehr persönliche Informationen oder Fotos ins Internet. Denn die jungen User sehen häufig nur Spaß und Kommunikationsmöglichkeiten, nicht aber die Gefahren des Mediums. Um das zu ändern, gehen Mitglieder des Arbeitskreises Schule im Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. direkt in die Klassenzimmer. Das Projekt soll nach zweijährigem Testlauf in NRW, Hessen und Bayern jetzt deutschlandweit erfolgreich sein.

Bisher waren die professionellen Datenschützer ehrenamtlich an Schulen in Nürnberg, Frankfurt, Remscheid und Bielefeld tätig. Weitere Einsätze in Berlin, Brühl und Gütersloh sind terminiert oder in Planung. Hauptzielgruppe sind Schüler in den Jahrgangsstufen 6 und 7. Doch mit der Ausdehnung des Wirkungskreises steigt auch der Ressourcenbedarf. Bessere Unterrichtsmaterialien, technische Ausrüstung wie beispielsweise Beamer und der Einsatz weiterer, auch pädagogisch qualifizierter Datenschützer kosten Zeit und Geld.

Sponsoren für Aufklärung an Schulen gesucht

Um die Lehrveranstaltungen effizient planen und durchführen zu können, braucht die Initiative jetzt Sponsoren aus der Wirtschaft. Denn für die Schulen soll das Angebot weiterhin kostenlos zur Verfügung gestellt werden. "Eine Unterstützung würde nicht nur einen großen Imagegewinn in einer hochinteressanten Zielgruppe mit sich bringen, sondern auch Wissen vermitteln, das später den Arbeitgebern nutzt", weiß Datenschutzbeauftragter Thomas Floß (Versmold), Sprecher und Initiator des Arbeitskreises.

Gute Gründe vorsichtig zu sein, gibt es reichlich. Das beweist ein Fall, den Floß bei seinen ersten Besuchen selbst aufdecken konnte: Schülerinnen zweier Schulen berichteten, dass ab und zu die Kontrollleuchte der Webcam an ihrem Laptop leuchtete. Dabei hatten sie die Internetkamera nicht selbst aktiviert. Floß fand bei Prüfung der Geräte heraus, dass mithilfe eines Trojaners (Schadsoftware) die eingebauten Internetkameras ferngesteuert worden waren.

Leichtsinnigkeit erlaubte Blick ins Kinderzimmer

Ein Hacker bekam somit freie Sicht in die Kinderzimmer. Zuvor hatte er den Messenger-Zugang eines Mitschülers geknackt und über dessen Profil alle Mädchen aus dessen Adressbuch angeschrieben und als Bildschirmschoner getarnte Schadsoftware geschickt. Dies ermöglichte ihm vollen Zugriff auf alle Daten und Funktionen der Laptops. Der Täter konnte durch Floß' Hinweise gefasst werden. "Sichere Passwörter, regelmäßig aktualisierte Virenscanner und ein grundsätzlich sensiblerer Umgang mit unbekannten Dateien hätten die Schüler vor Schaden bewahrt", so Floß.

Fälle wie dieser bringt das Thema für die Schüler in die Realität. Das macht den Sonderunterricht so spannend. Dass diese Begeisterung weder Eintagsfliege noch Tropfen auf den heißen Stein ist, erscheint sicher. Die Datenschützer setzen auf Multiplikation unter den kommunikativen Kids: "Wir gehen davon aus, dass sie Erlerntes schnell unter Freunden und Geschwistern weitergeben." Mittelfristiges Ziel ist es, einer ersten Generation von Schülern das notwendige Basiswissen für das sichere Bewegen in der Informationsgesellschaft mitzugeben.

Mehr Sensibilität auf Dauer wichtig

Diese ersten Erfahrungen bestätigen, dass deutlich mehr Aufklärungsarbeit an weiteren Schulen geleistet werden muss. Der Berufsverband hat sich deshalb dafür entschieden, die Aktion "Datenschutz geht zur Schule" auszuweiten. Wer das Projekt unterstützen oder die eigene Schule als nächsten Einsatzort der Datenschützer vorschlagen möchte, kann über die Internetseite des Bundesverbandes unter www.bvdnet.de Kontakt aufnehmen.

Porträt: Arbeitskreis Schule des BvD

Der Arbeitskreis Schule im Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V. hat seine Wurzeln in Westfalen. Hier wurde mit dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) ein Pilotprojekt an Gymnasium und Realschule vor Ort gestartet. AK-Sprecher und Initiator Thomas Floß und einige Kollegen arbeiteten Unterrichtsmaterial aus, stimmten mit der Schule Termine ab und diskutierten mit den Kindern und Jugendlichen über eigene Erwartungen und Erfahrungen. Vielen waren mit den Gefahren der neuen Medien wenig vertraut, zeigten stattdessen zu viel Vertrauen in die schnellen Kommunikationswege. Im Nachgang berichteten mehrere, sie würden jetzt restriktiver mit der Herausgabe persönlicher Daten umgehen. Das Pilotprojekt soll jetzt auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Dafür sucht der BvD-Arbeitskreis noch Sponsoren aus der Wirtschaft.

Mehr über den BvD-Arbeitskreis Schule finden Sie im Internet unter http://www.bvdnet.de/arbeitskreise/akschule

Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) e.V.

Der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten (BvD) e.V. fungiert als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Aufsichtsbehörden und Datenschutzbeauftragten. Bereits 1989 gegründet, zählt der Verband zu den ältesten Interessenvertretungen für behördliche & betriebliche Datenschutzbeauftragte sowie Datenschutzberater in Deutschland. Sitz des BvD ist Berlin. Von hier aus vertritt der Verband die Interessen der BvD-Mitglieder.

Durch strategische Kommunikation, Förderung der Aus- und Weiterbildung sowie nachhaltige Netzwerkbildung, wird das Thema betrieblicher Datenschutz ins Zentrum der Öffentlichkeit gerückt. Denn die zunehmende Komplexität unserer Kommunikationsgesellschaft erfordert einen starken Berufsverband für Datenschützer.

Der Verein zählt derzeit mehr als 650 Mitglieder, die als Freiberufler oder Festangestellte für Unternehmen und Behörden arbeiten. Der BvD hat mehrere Arbeitskreise eingesetzt, die sich mit unterschiedlichen Fachthemen beschäftigen. Die Mitglieder tauschen sich in bundesweiten Regionalgruppen oder auf nationalen Kongressen und Workshops des BvD aus.

Mehr über den BvD finden Sie im Internet unter www.bvdnet.de.

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