Deutsche Wasser- und Abwasserpreise im europäischen Vergleich angemessen

VEWA-Studie zu Wasser- und Abwasserpreisen in sechs EU-Staaten / Preisvergleich unter Berücksichtigung von Subventionen sowie EU-weit verbindlichen Leistungs- und Qualitätsstandards

(PresseBox) (Berlin, ) Was zahlen Verbraucher in Europa tatsächlich für Wasser und Abwasser? Wie viel müssten die Haushalte in europäischen Ländern darüber hinaus bezahlen, wenn die rechtlichen Vorgaben der Europäischen Union im Bereich der Wasserwirtschaft ähnlich wie in Deutschland auch in anderen EU-Mitgliedstaaten vollständig umgesetzt würden? Diese Fragen analysiert die vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Auftrag gegebene Studie "VEWA - Vergleich Europäischer Wasser- und Abwasserpreise".

"Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Bei Annahme eines ähnlichen, von der EU vorgegebenen Qualitäts- und Leistungsniveaus und gleichzeitiger Berücksichtigung aller Subventionen zahlen Verbraucher in Deutschland pro Kopf und Jahr gemessen am verfügbaren Einkommen für ihre Wasserversorgung und Abwasserentsorgung nicht mehr als Verbraucher in England/Wales, Frankreich, Österreich und den Niederlanden", erläuterte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) heute in Berlin anlässlich der Vorstellung der Studie.

Die VEWA-Studie berücksichtigt neben den bloßen Preisen auch Subventionen und europäische Qualitäts- und Leistungsstandards. Sie zeichnet damit im Gegensatz zu vielen oberflächlichen Länder-Vergleichen ein realistisches Bild über die Preise und Leistungen in verschiedenen europäischen Staaten. Verglichen wurden Preise und Leistungen der Wasser- und Abwasserwirtschaften in Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, England/Wales und Polen.

Ausgangspunkt der Untersuchung ist zum einen die Tatsache, dass in Deutschland die Wasser- und Abwasserrechnung auch tatsächlich nahezu alle Zahlungen der Bürger für die Leistungen der Wasser- und Abwasserwirtschaft enthält. In anderen europäischen Ländern hingegen zahlen die Bürger neben den auf ihrer Rechnung ausgewiesenen Beträgen zusätzlich über allgemeine Steuern und Abgaben für die Leistungen der Wasser- und Abwasserwirtschaft. Dies findet sich nicht auf der Wasser- oder Abwasserrechnung der Haushalte wieder. Die VEWA-Studie hat diese indirekten Zahlungen der Kunden in ihrem Vergleich berücksichtigt.

Die Studie trägt zum anderen auch den europäischen Vorgaben zur Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung Rechnung. Dabei handelt es sich um Vorgaben zur Qualität und zur Kostendeckung. Die Mitgliedstaaten der EU sind zur Umsetzung dieser europäischen Richtlinien rechtlich verpflichtet. Dennoch werden sie in vielen Ländern nur teilweise in nationales Recht übertragen. In diesen Fällen bleiben die erforderlichen Investitionen in die wasserwirtschaftliche Infrastruktur teilweise aus und fließen folglich auch nicht als Kostenbestandteil in die Rechnungen der Verbraucher ein. Die VEWA-Studie ermittelt, wie sich eine vollständige Umsetzung dieser Vorgaben auf die Kosten der Verbraucher auswirken würden - exemplarisch dargestellt anhand der ausgewählten Vergleichsländer.

Konkret berücksichtigt die Untersuchung in ihrem Preismodell die Qualität der Ver- und Entsorgung in den sechs Ländern anhand der Parameter "Erneuerungsinvestitionen und Instandhaltungsaufwendungen für das Rohrnetz" sowie den Anschlussgrad an das Rohrnetz und die laufenden Kosten für die Ausstattung mit Zählern. Diese Parameter wurden bisher auf europäischer Ebene nicht quantitativ bewertet. In diesen Bereichen gibt es trotz einheitlicher europäischer Richtlinien, zu deren Umsetzung die Staaten verpflichtet sind, starke Unterschiede.

Der Vergleich hat ergeben, dass die Höhe der Subventionen in den untersuchten Ländern stark variiert. Auch bei der Qualität der Ver- und Entsorgung, gemessen an Parametern wie Anschlussgrad und Erneuerungsrate der Netze, gibt es trotz einheitlicher europäischer Richtlinien starke Unterschiede. "Die EU-Kommission muss in allen EU-Ländern auf eine konsequente Umsetzung der europäischen Vorgaben drängen, die in Deutschland längst zum Standard gehören oder sogar noch strenger gefasst sind", forderte Weyand. Deutschland habe beispielsweise beim Abwasser flächendeckend die höchste Reinigungsstufe umgesetzt. Dies sei leider noch nicht in allen Mitgliedstaaten der Fall.

"Die VEWA-Studie ermöglicht einen quantitativen und qualitativen Vergleich europäischer Wasser- und Abwasserpreise. Sie ist damit ein Beitrag zur Versachlichung der europäischen Preisdiskussion", so der Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser abschließend.

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