BDEW zum geplanten Energiekonzept der Bundesregierung: Energiebranche dringt auf Treffen mit Politik

Müller: Treffen ist vor dem für Sommer geplanten Energiekonzept sinnvoll / Alle Interessengruppen müssen mit einbezogen werden

(PresseBox) (Berlin, ) Die deutsche Energiewirtschaft hält ein Energie-Treffen von Bundeswirtschaftsministerium und Bundesumweltministerium mit der Branche noch vor dem Sommer für dringend erforderlich. "Ein solches vorbereitendes Treffen ist sinnvoll, bevor erste Eckpunkte des von der Bundesregierung geplanten Energiekonzeptes im Sommer vorliegen. Schließlich können so vorher wichtige Aspekte mit allen Beteiligten erörtert werden und noch rechtzeitig in das Konzept mit einfließen. Alle Interessengruppen sollten an dem Prozess beteiligt und angehört werden; und das möglichst bald", betonte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Dabei sei es nicht relevant, ob ein Unternehmen ein kleines Stadtwerk oder ein großes Querverbundunternehmen ist, ob es nur im erneuerbaren Erzeugungsbereich, im konventionellen oder in beiden tätig ist. "Bei dieser entscheidenden Infrastrukturfrage brauchen wir statt einem Nebeneinander der Interessen endlich ein entschlossenes Miteinander", erklärte Müller.

Eine konsistente Energiestrategie setze voraus, dass rechtzeitig alle notwendigen Informationen aus den unterschiedlichen Bereichen auf den Tisch kämen. Müller: "Die Initiative von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, einen Netzgipfel einzuberufen, ist lobenswert. Wir plädieren allerdings dafür, dies nicht nur auf den Netzbereich zu beschränken, da es um die gesamte Infrastruktur der Energieversorgung geht."

Die deutschen Energieunternehmen halten einen Anteil der erneuerbaren Energien von mindestens 30 Prozent an der Stromerzeugung im Jahr 2020 für erreichbar. "Erneuerbare Energien können aber nur dann im erwarteten Maße zur Stromversorgung beitragen, wenn das gesamte Energiesystem an die neuen Bedingungen angepasst wird", erläuterte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Dies umfasse die Modernisierung und den Ausbau sowohl der Netze als auch der Erzeugungsanlagen und Kraftwerke. Zudem müssten zusätzlich Speicherkapazitäten erschlossen und neue Speichertechnologien entwickelt werden. Müller: "Beim Thema Speicher müssen wir dringend über eine intensivere Forschungsförderung reden. Ohne neue Speichertechnologien wird es nicht gelingen, den wachsenden Anteil der stark witterungsabhängigen Einspeisung von Ökostrom sicher in die deutsche und europäische Energieversorgung zu integrieren."

Dem Netzausbau komme ebenfalls eine zentrale Rolle zu: Nur im Zusammenhang mit entsprechenden Transportmöglichkeiten könne die Erzeugung aus erneuerbaren Energien - wie gewünscht - weiter wachsen. "Die Energiebranche hat mehr als einmal deutlich gemacht: Wir wollen allein in den Netzausbau bis 2020 rund 40 Milliarden Euro investieren. Dafür muss sich aber die künftige Regulierungspolitik vor allem um die Qualität und Versorgungssicherheit drehen. Derzeit geht es dabei in erster Linie nur um die Preise. Aber Investitionen in die Netze müssen sich für die Betreiber auch lohnen", so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Da sich Netzinvestitionen erst im Laufe von Jahrzehnten rechneten, würden die Unternehmen langfristig verlässliche Rahmenbedingungen benötigen. Wie jedes Unternehmen könne auch ein Netzbetreiber nur dann investieren, wenn er eine dem Kapitalmarkt angemessene Rendite des eingesetzten Kapitals erwarten darf. Leider würden die Ambitionen der Energieunternehmen zusätzlich von bürokratischen Genehmigungsverfahren aufgehalten.

BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, vertritt rund 1 800 Unternehmen. Das Spektrum der Mitglieder reicht von lokalen und kommunalen über regionale bis hin zu überregionalen Unternehmen. Sie repräsentieren rund 90 Prozent des Stromabsatzes, gut 60 Prozent des Nah- und Fernwärmeabsatzes, 90 Prozent des Erdgasabsatzes sowie 80 Prozent der Trinkwasser-Förderung und rund ein Drittel der Abwasser-Entsorgung in Deutschland.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.