Zwischenbericht zum 2. Quartal 2009: Bayer robust in schwierigem Umfeld

(PresseBox) (Leverkusen, ) .
- HealthCare stark - CropScience wächst weiter - MaterialScience stabilisiert
- Konzernumsatz 8,009 Milliarden Euro (minus 5,9 Prozent)
- EBITDA vor Sondereinflüssen 1,765 Milliarden Euro (minus 6,9 Prozent)
- EBIT vor Sondereinflüssen 1,101 Milliarden Euro (minus 11,8 Prozent)
- Konzernergebnis 532 Millionen Euro (minus 7,3 Prozent)
- Netto-Cashflow 1,399 Milliarden Euro (plus 57,4 Prozent)
- Ergebnisziele für das Gesamtjahr 2009 bestätigt

Die Geschäfte des Bayer-Konzerns haben sich im 2. Quartal 2009 in einem schwierigen Umfeld robust gezeigt. "Besonders erfreulich war die deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung bei HealthCare", erklärte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning am Mittwoch bei der Veröffentlichung des Zwischenberichts. Auch CropScience erhöhte den Umsatz weiter und hielt das Ergebnis auf dem guten Vorjahresniveau. MaterialScience konnte sich im Vergleich zum 1. Quartal verbessern, lag aber weiterhin erheblich unter Vorjahr. Damit bestätigten sich die Anzeichen für eine Bodenbildung im Industriegeschäft, auch wenn sich eine nachhaltige Besserung noch nicht abzeichnet. "Insgesamt hat das 2. Quartal unsere Erwartungen voll erfüllt. An unseren ambitionierten Ergebniszielen für das Gesamtjahr 2009 halten wir fest", so Wenning.

Auf Konzernebene lagen die Kennzahlen im 2. Quartal zum Teil deutlich über den ersten drei Monaten, aber noch unter dem hohen Niveau des Vorjahres. So ging der Konzernumsatz mit 8,009 (Vorjahr: 8,511) Milliarden Euro um 5,9 Prozent zurück. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte entsprach dies einem Minus von 8,9 Prozent. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 6,9 Prozent auf 1,765 (1,896) Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen gab um 11,8 Prozent auf 1,101 (1,248) Milliarden Euro nach.

HealthCare in allen Sparten auf Wachstumskurs

Starke Umsatz- und Ergebniszuwächse verzeichnete der Teilkonzern HealthCare. Hier stiegen die Erlöse im 2. Quartal um 8,3 Prozent auf 4,045 (3,734) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einem Plus von 4,8 Prozent. "Hervorzuheben ist, dass sowohl das Pharmageschäft als auch das Segment Consumer Health zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben", sagte Wenning.

Im Segment Pharma erhöhte sich der Umsatz um 9,1 (wpb. 6,1) Prozent auf 2,634 Milliarden Euro. Die kräftigsten Zuwächse erzielte die Geschäftseinheit General Medicine, gefolgt von Specialty Medicine, Diagnostische Bildgebung und Women's Healthcare. Bei den Top-Arzneimitteln führte das Krebsmedikament Nexavar® mit einem Umsatzplus von währungsbereinigt (wb.) 29,5 Prozent die Liste der Wachstumsträger an. Sehr erfolgreich waren auch das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon®/Betaseron® mit wb. plus 13,3 Prozent, die oralen Kontrazeptiva der YAZ®-Familie mit wb. plus 4,1 Prozent und Aspirin Cardio® mit wb. plus 14,6 Prozent. Das Antibiotikum Cipro®/Ciprobay® (wb. plus 11,1 Prozent) profitierte von einem 2008 abgeschlossenen Geschäft mit der US-Regierung.

Nach einem schwächeren 1. Quartal, das unter anderem durch den Abbau von Lagerbeständen bei Kunden belastet war, verbesserte sich der Umsatz des Segments Consumer Health nun im Vorjahresvergleich um 6,9 (wpb. 2,4) Prozent auf 1,411 Milliarden Euro. Im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln (Consumer Care) legten insbesondere das Multivitamin-Präparat One-A-Day® (wb. plus 22,5 Prozent) und die Hautpflegelinie Bepanthen®/Bepanthol® (wb. plus 14,6 Prozent) zu. Dagegen verringerten sich die Umsätze der Schmerzmittel Aspirin® und Aleve® wb. um 12,6 bzw. 11,0 Prozent. Die Division Medical Care wuchs insbesondere dank der erfolgreichen Entwicklung der Blutzuckermessgeräte Contour® und Breeze® (wb. jeweils plus 10,4 Prozent), wogegen sich das Medizingerätegeschäft in einem schwächeren Marktumfeld nur knapp behaupten konnte (wb. minus 3,4 Prozent). Der Umsatz der Division Animal Health lag mit wb. plus 0,7 Prozent auf Vorjahresniveau. Zuwächse erzielten hier vor allem die Floh- und Zeckenmittel der Produktlinie Advantage® (wb. plus 2,9 Prozent).

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Bayer HealthCare erhöhte sich um 11,9 Prozent auf 1,112 (0,994) Milliarden Euro. Hierzu trugen neben der günstigen Geschäftsentwicklung in beiden Segmenten auch Synergien aus der Schering-Integration bei.

CropScience-Umsatz gut entwickelt

"Auch der Teilkonzern CropScience konnte sein Geschäft im 2. Quartal weiter ausbauen", führte Wenning aus. Der Umsatz erhöhte sich hier um 2,7 Prozent auf 1,852 (1,804)Milliarden Euro. Währungsbereinigt lag der Zuwachs bei 2,0 Prozent.

Im Pflanzenschutzgeschäft (Crop Protection) legte der Umsatz leicht um 0,9 (wb. 1,0) Prozent auf 1,540 Milliarden Euro zu. Trotz ungünstiger Witterungsbedingungen in einigen wichtigen Anbauregionen erzielte das Unternehmen bei Herbiziden und Insektiziden Umsatzsteigerungen von 4,0 bzw. 12,5 Prozent. Die Saatgutbehandlungsmittel entwickelten sich dank früher Auftragseingänge für den Herbst in Nordamerika mit einem Plus von 33,3 Prozent besonders positiv. Dagegen waren die Fungizidumsätze in nahezu allen Regionen rückläufig (minus 14,4 Prozent).

Das Segment Environmental Science/BioScience verzeichnete einen erfreulichen Umsatzanstieg von 12,2 (wb. 7,4) Prozent auf 312 Millionen Euro. Der Geschäftsbereich BioScience wuchs um 23,9 (wb. 17,3) Prozent, was im Wesentlichen auf höheren Umsätzen mit Gemüsesaatgut beruhte. Das Geschäft mit Hybridreis- und Baumwollsaatgut konnte ebenfalls weiter ausgebaut werden. Ein Plus erzielte auch der Geschäftsbereich Environmental Science, der um 4,2 (wb. 0,6) Prozent zulegte. Hier verzeichneten die Produkte für private Anwender in den USA einen deutlichen Zuwachs.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von CropScience lag im 2. Quartal mit 497 (501) Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Höheren Absatzpreisen standen hier leicht rückläufige Absatzmengen sowie gestiegene Rohstoffkosten gegenüber.

MaterialScience deutlich über dem Vorquartal

"Das Geschäft mit hochwertigen Materialien stabilisierte sich im 2. Quartal - Umsatz und Ergebnis verbesserten sich gegenüber den ersten drei Monaten deutlich", erläuterte Wenning. Im Vorjahresvergleich waren die Absatzmengen und Verkaufspreise von MaterialScience jedoch weiter stark rückläufig. Der Umsatz des Teilkonzerns fiel um 30,2 Prozent auf 1,830 (2,622) Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte entsprach das einem Minus von 34,4 Prozent. Infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise lag die Nachfrage in den wichtigen Abnehmerbranchen weiterhin deutlich unter der des Vorjahres. Das Geschäft mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) verzeichnete mit einem Umsatzminus von wpb. 38,6 Prozent die stärksten Einbußen, bei hochwertigen Kunststoffen (Polycarbonates) war der Umsatz wb. um 32,3 Prozent rückläufig. Das Geschäft mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten (Coatings, Adhesives, Specialties) verzeichnete wpb. ein Minus von 29,3 Prozent.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von MaterialScience ging um 67,5 Prozent auf 121 (372) Millionen Euro zurück. Positiv wirkten sich niedrigere Kosten für Rohstoffe und Energien sowie ein Veräußerungsertrag von 15 Millionen Euro aus. Ferner führte das im Jahr 2007 gestartete Restrukturierungsprogramm zu Einsparungen. Im 1. Quartal 2009 hatte das EBITDA vor Sondereinflüssen noch minus 116 Millionen Euro betragen.

"MaterialScience hat auf die gravierende Nachfrageschwäche umfassend reagiert", betonte Wenning. Bereits frühzeitig seien erhebliche Produktionskapazitäten in den Bereichen Polycarbonates, Polyurethanes und Coatings, Adhesives, Specialties vorübergehend stillgelegt worden. Zudem wurde entschieden, bis zum Jahresende Produktionskapazitäten für Polyurethanes, Coatings, Adhesives, Specialties und Basic Chemicals dauerhaft stillzulegen. Abhängig von der weiteren Marktentwicklung, insbesondere bei Polycarbonates, sollen weitere Strukturmaßnahmen vorgenommen werden. "Darüber hinaus werden alle bisher angekündigten Restrukturierungsprogramme beschleunigt umgesetzt", kündigte der Vorstandsvorsitzende an.

Nettoverschuldung deutlich gesenkt

Das operative Ergebnis des Bayer-Konzerns war im 2. Quartal durch Sondereinflüsse von minus 80 (minus 143) Millionen Euro belastet. Davon entfielen minus 70 Millionen Euro auf zusätzliche Vorsorgen für den Pensionssicherungsverein der deutschen Unternehmen aufgrund des historisch hohen Schadensvolumens aus Insolvenzen. Weitere 64 Millionen Euro wurden für Restrukturierungen bei CropScience und MaterialScience aufgewendet und 35 Millionen Euro für Rechtsfälle. Dem stand ein Sonderertrag von 89 Millionen Euro aus der Integration von Schering gegenüber, der im Wesentlichen aus der Veräußerung von Geschäftsaktivitäten aus dem Schering-Portfolio resultierte. Das EBIT nach Sondereinflüssen verringerte sich um 7,6 Prozent auf 1,021 (1,105) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag mit 532 (574) Millionen Euro um 7,3 Prozent unter Vorjahr, das bereinigte Ergebnis je Aktie sank um 11,0 Prozent auf 1,05 (1,18) Euro.

Der Brutto-Cashflow ging um 5,6 Prozent auf 1,248 Milliarden Euro zurück. Dagegen stieg der Netto-Cashflow um erfreuliche 57,4 Prozent auf 1,399 Milliarden Euro. Hierzu trugen insbesondere eine weiter verringerte Mittelbindung im Vorratsvermögen sowie niedrigere Ertragsteuerzahlungen bei. Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich zum 30. Juni im Wesentlichen dank der gewandelten Pflichtwandelanleihe auf 11,7 Milliarden Euro. Zum 31. März hatte dieser Wert noch bei 14,0 Milliarden Euro gelegen.

Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise prägen das 1. Halbjahr

Trotz der positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung von HealthCare und CropScience war der Bayer-Konzern im gesamten 1. Halbjahr 2009 durch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise belastet. Der Konzernumsatz sank um 6,7 (wpb. 9,3) Prozent auf 15,904 (17,047) Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging um 15,2 Prozent auf 3,460 (4,081) Milliarden Euro zurück und das bereinigte EBIT um 22,8 Prozent auf 2,118 (2,745) Milliarden Euro. Das EBIT nach Sondereinflüssen fiel um 18,5 Prozent auf 1,994 (2,448) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag mit 957 Millionen Euro um 28,4 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1,336 Milliarden Euro.

Weiterhin positive Aussichten für 2009 bei HealthCare und CropScience

Für das Gesamtjahr 2009 erwartet Bayer weiterhin eine unterschiedliche Entwicklung der Teilkonzerne. So rechnen HealthCare und CropScience unverändert mit einer positiven Entwicklung von Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen. HealthCare plant zudem, in allen Divisionen währungsbereinigt stärker zu wachsen als die jeweiligen Märkte und die bereinigte EBITDA-Marge weiter in Richtung 28 Prozent zu verbessern. CropScience will die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen auf dem hohen Niveau von ca. 25 Prozent halten.

Bei MaterialScience lagen Umsatz und Ergebnis im 2. Quartal wie erwartet über dem sehr niedrigen Niveau des Vorquartals. Die Anzeichen für eine Bodenbildung haben sich bestätigt. Eine nachhaltige Besserung zeichnet sich allerdings noch nicht ab. Hinzu kommen Belastungen aus wieder steigenden Rohstoffkosten. Dennoch geht der Teilkonzern für das 3. Quartal von einem positiven EBITDA vor Sondereinflüssen aus.

"Vor diesem Hintergrund erwarten wir für das Gesamtjahr einen Konzernumsatz von 31 bis 32 Milliarden Euro. An dem ambitionierten Ziel, den Rückgang des EBITDA vor Sondereinflüssen für den Konzern auf 5 Prozent zu begrenzen, halten wir fest", sagte Wenning.

Für Sachanlageinvestitionen erwartet Bayer 2009 weiterhin Ausgaben von 1,4 Milliarden Euro, die Forschungskosten sollen auf ca. 2,9 Milliarden Euro steigen. Die Nettofinanzverschuldung soll zum Jahresende weiter in Richtung 10 Milliarden Euro abgebaut werden. Eventuelle Portfolioveränderungen sind dabei nicht berücksichtigt.

Mehr Informationen finden Sie unter www.bayer.de.

Zukunftsgerichtete Aussagen

Diese Presseinformation kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des Bayer-Konzerns bzw. seiner Teilkonzerne beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Webseite www.bayer.de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

EBITDA: EBIT zuzüglich Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Das EBITDA, das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA sowie die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stellen Kennzahlen dar, die nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften nicht definiert sind. Daher sollten sie nur als ergänzende Information angesehen werden. Das Unternehmen geht davon aus, dass das bereinigte EBITDA eine geeignetere Kennzahl für die Beurteilung der operativen Geschäftstätigkeit darstellt, da es weder durch Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen noch durch Sondereinflüsse belastet ist. Das Unternehmen glaubt, dem Leser mit dieser Kennzahl ein Bild der Ertragslage zu vermitteln, das im Zeitablauf vergleichbarer und zutreffender informiert. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen berechnet sich aus der Division vom EBITDA vor Sondereinflüssen und den Umsatzerlösen.

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