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"Ein Auto ist wie eine Skulptur"
- Interview mit Design-Legende George Gallion und BASF- Farbdesigner Mark Gutjahr
- Es wird bunter auf den Straßen
Er war über Jahrzehnte dafür verantwortlich, wie die Opel Modelle aussehen. Auch der legendäre Manta entstand einmal am Zeichenbrett von George Gallion (75), dem ehemaligen Opel Designer. Kürzlich besuchte er in Münster den Autolackexperten BASF Coatings. Im Gespräch mit Gallion und BASF-Designer Mark Gutjahr (38) über die Bedeutung von Farben im Automobilbereich kamen viele Gemeinsamkeiten zutage.
Herr Gallion, Sie haben mal gesagt "Wenn Designer von der Arbeit träumen, dann von der Zukunft des Automobils." Wie meinen sie das?
Gallion: Designer war mein Traumberuf. Ein guter Autodesigner muss Autos lieben. Er muss Visionen haben, ohne die Machbarkeit aus den Augen zu verlieren. Und er muss zeichnen können. Eines meiner wichtigsten Arbeitsgeräte war der Bleistift.
Sie haben 1969 den Manta designt. Was war die Herausforderung?
Gallion: Wir wollten in kurzer Zeit ein Konkurrenzprodukt zum Ford Capri schaffen, der Ende der 60er auf den Markt kam. Fast in Rekordgeschwindigkeit kam der Manta auf den Markt. Dass dieser einen gewissen Kultstatus erreicht hat, macht mich sehr stolz.
Wodurch ließen Sie sich in Ihrer Arbeit inspirieren?
Gallion: Wir haben uns zum Beispiel in der Tierwelt umgeschaut, in der Mode, natürlich auch auf Messen.
Und woher nehmen Sie die Ideen für die Autofarben der Zukunft, Herr Gutjahr?
Gutjahr: Auf ähnliche Weise. Wir holen uns ebenfalls Anregungen auf Möbel- oder Textilmessen sowie aus der Architektur. Zudem analysieren wir gesellschaftliche Veränderungen, und versuchen ein Gespür für den Zeitgeist zu entwickeln.
Und wie wird dann aus einem Farbtrend eine Trendfarbe?
Gutjahr: Die Fahrzeughersteller sind es, die Farben aus unseren Trendprognosen aufgreifen und in der Regel mit uns noch weiter entwickeln. Wir arbeiten also sehr eng mit und für die Designer der Autohersteller.
Welche Bedeutung hatte für Sie als Autodesigner die Farbe?
Gallion: Eine sehr hohe. Ein Auto ist wie eine Skulptur. Es lebt von der Farbe. Der Lack gibt dem Auto seinen Charakter und man kann wunderbar mit Glanz und Effekten arbeiten.
Gutjahr: Das ist doch wunderbar! Dem stimme ich zu. Farbe sorgt auch für den ästhetischen Reiz eines Wagens. Farben geben Fahrzeugen ihre individuelle Note. Und neue technische Möglichkeiten geben uns neue Optionen.
Zum Beispiel?
Gutjahr: Unser XFine® Basislack: Er steht für starke metallische Effekte, die zu einem eleganten Silber führen. Feinste Aluminiumpartikel werden planparallel orientiert und bewirken dadurch eine Art spiegelnden Effekt auf der Karosse.
Gallion: Solche Möglichkeiten hatten wir damals noch nicht. Aber es war bunter. Ich vermisse die Farbigkeit der 70er und 80er. Ich würde mir wieder mehr Farbe auf den Straßen wünschen - ein kräftiges Orange oder warum nicht ein Giftgrün.
Wie sieht Ihr Trendausblick dazu aus, Herr Gutjahr?
Gutjahr: Wir sehen in der Tat einen Trend hin zu mehr Farbigkeit. Braun ist in kurzer Zeit auf rund sechs Prozent Anteil geschnellt. Mehr Farbe - von Beige bis Grün - gewinnt an Bedeutung. Es wird sicherlich bunter auf Deutschlands Straßen.
Auch die Opel-CD-Studie leuchtet neu in "Candyapple"-Rot. Sie gilt als schönster Opel aller Zeiten und war 1969 der Star der IAA in Frankfurt. Mit den speziellen Oldtimer-Lacken der BASF-Marke Glasurit wurde sie restauriert...
Gallion: ..und erstrahlt in altem Glanz. Der Wagen wird ja gerade am BASF-Standort in Münster ausgestellt. Wenn ich ihn hier so sehe, erfüllt mich das schon mit Stolz und Nostalgie.
Ob Oldtimer oder Neuwagen - wird Farbe an Bedeutung gewinnen?
Gallion: Ich glaube ja. Schauen Sie sich zum Beispiel den "Opel Corsa Color Line" an. Die leuchtenden Farben sind für viele ein Kaufkriterium.
Gutjahr: Absolut. Farbe vermittelt den ersten Eindruck des Wagens. Neben Marke und Motorleistung wird die Farbe immer wichtiger für den Autofahrer. Sie gibt Identität, je nach Farbton auch Individualität und damit Charakter.
Zur Person:
George Gallion war Designer bei GM in Detroit als er 1966 diese Position bei Opel in Rüsselsheim antrat. Seit zehn Jahren ist er im Ruhestand und lebt in Deutschland. Auf Automessen geht er noch heute gern.
Mark Gutjahr ist Diplom Designer. Ab 2005 arbeitete er als selbstständiger Designer für BASF Coatings. 2011 übernimmt er die Position Leiter Design Europa bei BASF Coatings.
Über die BASF Coatings GmbH
Die BASF Coatings entwickelt, produziert und vermarktet ein hochwertiges Sortiment innovativer Fahrzeug-, Autoreparatur- und Industrielacke sowie Bautenanstrichmittel und erzielte im Jahr 2011 weltweit einen Umsatz von ca. 2,8 Milliarden Euro. Die BASF ist im Arbeitsgebiet Coatings weltweit hervorragend positioniert und verfügt über eine starke Marktstellung in Europa, Nord- und Südamerika sowie der Region Asien-Pazifik. Im Internet findet man die BASF Coatings unter www.basf-coatings.de. Das BASF Kundenmagazin Coatings Partner ist im Internet abrufbar unter www.coatingspartner.de.
Über BASF
BASF ist das weltweit führende Chemieunternehmen: The Chemical Company. Das Portfolio reicht von Chemikalien, Kunststoffen, Veredlungsprodukten und Pflanzen-schutzmitteln bis hin zu Öl und Gas. Wir verbinden wirtschaftlichen Erfolg, gesellschaftliche Verantwortung und den Schutz der Umwelt. Mit Forschung und Innovation helfen wir unseren Kunden in nahezu allen Branchen heute und in Zukunft die Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. Unsere Produkte und Systemlösungen tragen dazu bei, Ressourcen zu schonen, gesunde Ernährung und Nahrungsmittel zu sichern sowie die Lebensqualität zu verbessern. Den Beitrag der BASF haben wir in unserem Unternehmenszweck zusammengefasst: We create chemistry for a sustainable future. Die BASF erzielte 2011 einen Umsatz von rund 73,5 Milliarden € und beschäftigte am Jahresende mehr als 111.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die BASF ist börsennotiert in Frankfurt (BAS), London (BFA) und Zürich (AN). Weitere Informationen zur BASF im Internet unter www.basf.com.
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