Rückfall in die Rezession droht nur einzelnen Staaten in Europa

E & G: Wie entwickelt sich die Eurozone nach der Finanzhilfe?

(PresseBox) (Stuttgart, ) Als es hart auf hart kam, wurde die Eurozone "um jeden Preis" verteidigt. IWF, EU, EZB und die Mitglieder der Eurozone entschlossen sich zu massiven Interventionen. Die Experten von ELLWANGER & GEIGER schätzen ein, welche Folgen diese fiskalischen Konsolidierungsmaßnahmen auf das künftige Wirtschaftswachstum haben werden.

"Die jüngsten Konjunkturdaten deuten darauf hin, dass die Eurozone auch nach dem zu erwartenden Abflauen des Deutschland-Aufschwungs nicht als Ganzes in die Rezession zurückfallen wird", bewertet Helmut Kurz von ELLWANGER & GEIGER die Entwicklungen. Für die Sorgenkinder Europas gilt allerdings etwas anderes: Die Länder der Peripherie werden durch die erforderlichen Haushaltskonsolidierungen, ihre Exportschwäche und ihre geringe internationale Wettbewerbsfähigkeit eine Phase der Schrumpfung beziehungsweise Stagnation erleiden müssen. Erst danach können erfolgreiche Haushaltskonsolidierungen sowie eine durch Lohndeflation und Euroabwertung verbesserte relative Wettbewerbsfähigkeit dort zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Belebung führen.

Die Kehrseite deflationärer Tendenzen sei aber der Anstieg der realen Schuldenlast. "Das dürfte besonders Banken in Spanien und Irland belasten, die auf Grund der geplatzten Wohnimmobilienblasen ohnehin unter zunehmenden Kreditausfällen leiden", so Patrick Nass von ELLWANGER & GEIGER.

"Insgesamt sind wir für Spanien, Italien, Portugal und Irland deutlich optimistischer als für Griechenland", prognostiziert Helmut Kurz. Letztendlich ist die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung davon abhängig, ob es gelingt, die staatlichen Haushalte wieder in ein Gleichgewicht zu bringen und gleichzeitig Wachstum fördernde Rahmenbedingungen zu erhalten beziehungsweise zu schaffen. Das ist für Griechenland besonders schwierig. Der Staat leidet unter massivem Vertrauensverlust und einer besonders hohen Verschuldung.

Für die anderen Staaten zieht Helmut Kurz eine positivere Bilanz: "Durch den Rettungsschirm wird dort wohl die erforderliche Zeit gewonnen, um die notwendigen Reformen umzusetzen." Gelingt dies einzelnen Staaten nicht, so wird ein mögliches zukünftiges Schulden-Moratorium nach Einschätzung von Patrick Nass wahrscheinlich einen wesentlich geringeren Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Europa nehmen - vorausgesetzt die Banken nutzen die kommenden Jahre für eine ausreichende Rekapitalisierung.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.