Die Marktmeinung aus Stuttgart

von Arnim E. Kogge

(PresseBox) (Stuttgart, ) Nachdem die USA eine neue Geldschwemme eingeleitet haben, zeigten sich die Aktienmärkte als klare Profiteure dieser unsäglichen Geldpolitik. Falls nun noch die Skeptiker zu Optimisten werden, könnte das weiteren Kaufzwang auslösen.

Kurze Gewinnmitnahmen, wie sie sich im Augenblick wieder abzeichnen, waren bisher nur von kurzer Dauer und konnten die Kurssteigerungen nicht aufhalten. Nach wie vor stehen zu viele Akteure am Rande, die auf eine Korrektur warten und sich Richtung Jahresende immer mehr bedrängt fühlen, nun doch noch einzusteigen. Bisher lassen freundliche Unternehmensdaten aber keinen größeren Rückschlag zu. Es wird sich weisen, wie stark die nun wieder eintretenden Gewinnmitnahmen wirklich ausfallen und wie viel Bedeutung die Investoren den Finanzierungsproblemen von Ländern der Eurozone beimessen. Am Verhältnis US-Dollar zum Euro kann man bereits die Sorgen erkennen. Nach einem starken Anstieg ist nun wieder eine Schwäche beim Euro eingetreten, der bis 1,3767 fiel. Charttechnisch ist aber noch nichts passiert, der Aufwärtstrend ist weiter intakt, erst ein Unterschreiten des DAX unter die 6.500-Punkte-Marke würde die alte Seitwärtslinie zwischen 6.250 und 6.500 Punkten wieder aufleben lassen. Der Euro Stoxx 50 ist nun zwar knapp über die 2.600-Punkte-Marke hinausgekommen, die als starke Widerstandslinie verläuft. Diese dürfe er nun aber wieder nach unten durchbrechen und in Richtung 2.550 Punkte zurücklaufen. Der Dow-Jones-Index bleibt in seinem Aufwärtstrend, nachdem er die 11.000-Punkte-Marke überschritten hat. Kleine Rückschläge sind möglich, aber die alte Unterstützungslinie von 10.800 Punkten dürfte er nicht wieder erreichen.

Die Anleger werden am Wochenende den Verlauf der G20- Staaten genau beobachten, hier stehen die USA aufgrund ihrer Geldpolitik unter massiver Kritik. Die Chinesen lassen bereits ihre Muskeln spielen und raten die Kreditwürdigkeit der USA von AA auf A- zurück. Der Ausgang dieses Treffens wird nicht nur die Rentenmärkte, sondern auch die Aktienmärkte beeinflussen. Die Gefahr, dass das billige Geld eine neue Blase nährt, ist enorm.

Es ist somit nur noch eine Frage der Zeit, wann die Märkte befürchten, dass diese Blase platzen kann. Dies wird sicherlich nicht kurzfristig geschehen, da hier nach wie vor viele Investoren, sowohl institutionelle wie auch Privatanleger, noch außerhalb des Aktienmarktes stehen und die Rallye der letzten Monate verpasst haben. Auch die deutschen Versicherungen halten nur noch drei Prozent in Aktien, vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch über zwölf Prozent. Die Niederzinsphase wird aber gerade diese institutionellen Anleger zwingen, sich Alternativanlagen zuzuwenden. Zum einen könnten dies Anleihen mit niedriger Bonität sein, zum anderen aber auch genau der Aktienmarkt.

Dem Privatanleger bietet sich somit durchaus noch die Möglichkeit, vor dem institutionellen Anleger, der immer noch zögert, einzusteigen und somit auf den fahrenden Zug der USFed, die die Märkte mit Geld versorgt, aufzuspringen. Bis Jahresende sieht es so aus, als ob auch aufgrund der guten Unternehmensgewinne und insbesondere in Deutschland das anhaltende Wirtschaftswachstum dazu führt, dass nicht nur der DAX seine 7.000-Punkte-Marke erreichen könnte, sondern die Hausse insgesamt noch weiter anhalten wird. Aber die entstandene Überkauftsituation lässt sich auf Dauer nicht halten und ein Absprung muss vorbereitet sein. Wir sehen uns weiter gut aufgehoben in den Branchen Medizintechnik, Gesundheitswesen, Pharma und Nahrungsmittel und bleiben positiv bei den Einzelwerten Synthes, Merck und Unilever.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.