Die Marktmeinung aus Stuttgart

(PresseBox) (Stuttgart, ) Die starken Schwankungen an den Aktienmärkten gehen unvermindert weiter. Allein in der letzten Woche lagen massive Verkäufe wie auch Käufe dicht beieinander. Je nachdem, welches "Bekämpfungsinstrument" gegen die Finanzkrise gewählt wird, reagieren die Märkte pro oder contra. Ein Ende dieses Zickzackkurses ist nicht abzusehen. Nun ist es eine neue Steuer, die eingeführt wird, die Finanztransaktionssteuer, die dafür sorgen soll, dass 10-20 Mrd. Euro dem Staat zusätzlich zur Verfügung stehen. Auch ungedeckte Leerverkäufe wurden ab sofort in Deutschland verboten und die europäischen Finanzminister machen den Weg für die Hedgefonds-Regulierung frei. Dieser Notaktionismus erscheint mehr als unkoordiniert und folgt der jeweiligen Ad-hoc-Situation und nicht einem grundsätzlichen Konzept. So steht der Euro auch weiterhin unter Beschuss, auf eine kleine Zwischenerholung in Richtung 1,24 Dollar wurde sofort wieder reagiert und diese in Richtung 1,21 Dollar zurückgenommen. Auch die ZEW-Konjunkturerwartungen zeigen eine Eintrübung, d.h. dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland nach dem starken ersten Quartal nun wieder rückläufig sein wird. Die kräftigen Schwankungen an den Aktienmärkten zeigen auch die Verunsicherung der Anleger über die weitere Richtung. Technisch betrachtet und bezogen auf den DAX wird dieser Zickzackkurs auch durchaus weiter anhalten. Dabei ist davon auszugehen, dass die untere Marke von 5.450 Punkten nicht unterschritten wird, mit einer starken Unterstützungslinie von 5.750 Punkten und einer Begrenzung als Widerstandslinie, die bei 6.350 Punkten liegt. Innerhalb dieser Spanne gibt es für den kurzfristigen Anleger sicherlich genügend Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten. Auch der Euro Stoxx 50 bietet ein breites Spannungsfeld, hier liegt die Widerstandslinie bei 2.650 Punkten und die Unterstützungslinie bei 2.340 Punkten. Der Dow-Jones-Index hat nach seinem Ausrutscher am 06. Mai, dem sog. "Flash-Crash", nun wieder zurückgefunden zwischen die 200- und 100-Tages-Durchschnittslinie. Der Widerstand liegt bei 10.750 Punkten und die Unterstützungslinie bei 10.250 Punkten.

Das Thema Euro wird auch in den kommenden Wochen und Monaten die Aktienmärkte stark beeinflussen. Inzwischen ist selbst eine Parität von Euro zum Dollar in den Gesprächen der Analysten nicht mehr ausgeschlossen. Ist es inzwischen auch schon so weit, dass der Euro die Schweiz benötigt, um gestützt zu werden? Es ist festzustellen, dass die schweizerische Nationalbank starke Interventionen zu Gunsten des Euros vornimmt, da die Flucht aus dem Euro zu einem starken Aufwertungsdruck des Franken führt. Selbst das alte Modell aus den 70er Jahren, negative Zinssätze für Frankenanlagen von Ausländern zu verhängen, wird nicht mehr ausgeschlossen. Um den Abwärtsstrudel noch zu vergrößern, fällt der Bundeskanzlerin Angela Merkel nichts anderes ein, als laut zu verkünden, dass der Euro in Gefahr und die Krise existenziell sei. Das Verbot der Leerverkäufe hat den deutschen Aktienmarkt in eine negative Stimmung versetzt, insbesondere die Bankenwerte mussten große Abschläge verzeichnen. Entsprechend diesem Umfeld bleiben wir bei unserer vorsichtigen Einschätzung und sehen eine defensive Branchengewichtung als richtig an. Aktien aus dem Bereich Nahrungsmittel und Getränke raten wir weiterhin überzugewichten. Zwar fällt es diesen Unternehmen nicht leicht, dem Preisdruck zu begegnen, doch wachsen die meisten international aufgestellten Unternehmen in den Schwellenländern und schaffen es mit innovativen Angeboten, ihre Gewinnspannen zu verteidigen. Hier sehen wir eine Nestlé, Kraft Foods und Danone positiv. Zu den defensiven Branchen zählen wir auch weiterhin die Medizintechnik und das Gesundheitswesen, hier ist es eine Fresenius oder eine Johnson & Johnson. Untergewichtet sollten weiterhin der Bankensektor, der Einzelhandel und die Touristik bleiben. Zweigeteilt sehen wir die Branche Roh- und Grundstoffe, während wir die Industriemetalle und das Öl untergewichten, sollten das Gold und die Agrartitel übergewichtet werden. Hier bleiben wir positiv für Barrick Gold und KWS SAAT.

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