Die Marktmeinung aus Stuttgart

von Arnim E. Kogge

(PresseBox) (Stuttgart, ) In den letzten Tagen zeigten sich die Aktienmärkte von ihrer negativen Seite. Die Anleger suchen nach Orientierung, kurzfristigen Rückenwind gab es durch die ZEW-Prognose. Der Index stieg überraschenderweise stark an, doch dieser positive Impuls reichte nicht aus, um die Kurse im Plusbereich zu halten. Selbst gute Daten zur Entwicklung des US-Immobilienmarktes konnten nicht gewährleisten, dass sich die Börse wieder nach unten bewegt. Die Kursrückgänge bewegen sich allerdings auf einem niedrigen Umsatzniveau, was positiv zu werten ist. Deutlich ist aber, dass der seit Anfang März entstandene Aufschwung inzwischen gravierende technische Schwächen aufweist und die Indizes durchaus Anlass zur Sorge geben. Nachdem der DAX bei all seinen Versuchen, die 5.150-Punkte- Marke zu überschreiten, wieder gescheitert ist, besteht nun durchaus Rückschlagsgefahr bis zur Unterstützungslinie von 4.750 Punkten. Sollte diese nicht halten, sind 4.500 Punkte die nächste markante Linie. Auch der Euro Stoxx 50 konnte seine Widerstandslinie von 2.200 Punkten nicht überschreiten, hier besteht die Gefahr eines Rückschlags bis 2.050 Punkte. Ein ähnliches Bild bietet der Dow-Jones-Index, der eine Unterstützungslinie hat, die bei 8.450 Punkten liegt, ansonsten wäre ein Rückschlag auf die 100-Tage-Linie möglich mit 8.000 Punkten.

Viele Investoren sehen nun die Börsen wieder verstärkt mit Konjunktursorgen belastet. Wie unterschiedlich der Markt betrachtet wird, ist auch erkennbar an einer Allensbach-Umfrage, nach der die Mehrheit der Manager glaubt, dass sich in der zweiten Jahreshälfte die Geschäftslage wieder aufhellt, diese Aufhellung bis 2.010 anhalten wird und es danach wieder trüber wird. Erstaunlich ist immer die Argumentationsgrundlage solcher doch stark hypothetischen Äußerungen. Für die nächsten Monate sind die Kernthesen zu unterstützen, denn die aggressiven Stabilisierungsprogramme zeigen bei den Volkswirtschaften ihre Wirkung, dies ist aber bereits in den Aktienkursen ausreichend berücksichtigt. Auch zeigen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Aktien, dass diese keinesfalls mehr günstig sind, sondern inzwischen gut bewertet werden. Sollte also die Konjunktur wirklich weiter anziehen können, dann haben die Aktienmärkte dies bereits vorweggenommen. Eine Schlussfolgerung daraus wäre, dass im positiven Fall mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen ist, im negativen Fall eher mit einem Rückgang. Weitere Kursanstiege sollten also eher für Verkäufe genutzt werden. Für tradingorientierte Anleger bleibt der Markt weiterhin interessant, für längerfristige Investoren sind defensive Branchen angesagt, so die Medizintechnik und das Gesundheitswesen und der Sektor Energie (Öl, Gas).

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