Aktienmärkte bleiben beunruhigt

Die Marktmeinung aus Stuttgart

(PresseBox) (Stuttgart, ) Unabhängig davon, dass viele Marktteilnehmer enttäuscht sind von den Beschlüssen des EU-Gipfels in der vergangenen Woche, sind die Hinweise, dass die Ergebnisse mittelfristig zwar positiv wären und auch eine Verbesserung in der EUSchuldenkrise herbeiführen könnten, sich aber kurzfristig an der Misere nichts ändern würde, sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Doch auf der anderen Seite ist der ausschließliche Ruf, die EZB solle alles übernehmen und einen Mantel der Garantie darüberlegen, sicherlich auch nicht die alleinige Lösung. Die Nervosität der Marktteilnehmer wird noch weiter geschürt durch die Ratingagentur S&P, die abermals vor einer Herabstufung von Staaten und Banken in Europa gewarnt hat. Inzwischen stehen scheinbar 25 staatliche Schuldner und 42 Banken aus Europa vor einer Herabstufung. Deutlich wird die Unruhe inzwischen auch an der Gemeinschaftswährung Euro. Der Druck wird von asiatischer Seite noch zusätzlich erhöht und deshalb liegt der Euro mit 1,30 zum US-Dollar nur noch knapp vor seinem Jahrestief Anfang Januar 2011. Die weitere Entwicklung wird auch davon abhängen, wie die nächsten Bondauktionen, insbesondere der italienischen Anleihen, verlaufen und ob hier die Zinsen weiter unter 7 Prozent liegen werden. Verluste musste in erster Linie der DAX hinnehmen, der aktuell unterhalb seiner wichtigen Marke von 5.800 Punkten liegt; somit besteht eine Rückschlaggefahr bis 5.450 Punkte. Eine Gegenbewegung könnte ihn zurzeit wieder bis maximal an die 6.000-Punkte-Marke heranführen. Der Euro Stoxx 50 liegt knapp unterhalb seiner Unterstützungslinie von 2.350 Punkten, eine Rückschlagsgefahr besteht bis 2.200 Punkte. Der Dow-Jones-Index bleibt in seiner breiten Seitwärtsbewegung zwischen 11.900 Punkten - hier verläuft auch die 200-Tages-Durchschnittslinie - und der Widerstandslinie von 12.400 Punkten.

Den Umfragen zufolge hat das Lager der Pessimisten wieder enormen Zulauf. Es geht gar nicht mehr darum, ob die weitere Entwicklung überhaupt negativ verlaufen wird, sondern nur noch darum, in welcher Größenordnung sich der Abschwung abspielen wird, mit dem Resümee, die Zeit zum Kaufen sei vorbei. Aber wie so oft, wenn die meisten Analysten Molltöne anstimmen, ist die Nacht fast vorbei. Kurzfristig sieht es so aus, als ob die meisten Anleger weiter verkaufen möchten, denn die guten Unternehmensdaten und teilweise hervorragenden Ergebnisse der deutschen mittelständischen Unternehmen rücken in den Hintergrund. Auch die Aussage des Ifo-Institutes, dass die Konjunktur zwar im Winter einen Abschwung generieren müsse, aber für das Jahr 2012 keinerlei Gefahr einer Rezession in Deutschland bestehe, wird von den meisten Investoren augenblicklich nicht zur Kenntnis genommen. Diese Fakten werden aber wieder an Bedeutung gewinnen und auch den Aktienmarkt positiv beeinflussen. Anleger sind sicherlich gut beraten mit einer defensiven Branchenallokation "zu überwintern", um danach wieder in die zyklischen Unternehmen zu wechseln. Zu der defensiven Strategie gehören unter anderem Titel wie Nestlé, Coca Cola, Deutsche Post, Royal Dutch, Roche, Rhön-Klinikum und Barrick Gold.

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