Schwierige Startbedingungen für Bachem Gruppe im 1. Halbjahr 2010

Positiver Umsatztrend dank Projektakquisitionen und Erholung der Nachfrage

(PresseBox) (Bubendorf, ) .
- Verschiebung von Aufträgen und Bestellungen verzögern Start zum Jahresanfang und verursachen Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2010 von 17.1% in lokalen Währungen

- Positiver Absatztrend im Jahresverlauf mit Umsatzplus von 25% für zweites Quartal gegenüber ersten drei Monaten 2010

- Umsatzrückgang und für den nachhaltigen Erfolg notwendige Personal- und Infrastrukturkosten führen zu vorübergehendem Einbruch von EBIT (5.8 Mio. CHF, -78.7%) und EBIT-Marge (7.9%)

- Reingewinn dank Erlös aus Beteiligungsverkauf von Polyphor bei 18.8 Mio. CHF

- Für das zweite Semester ist bei deutlicher Umsatzsteigerung und reduzierten Kosten mit einer wesentlich höheren Betriebsgewinnmarge zu rechnen

Der Umsatz der Bachem Gruppe (SIX: BANB) ging im ersten Halbjahr 2010 angesichts der schwierigen Marktverhältnisse auf 73.9 Mio. CHF zurück.

Trends in den wichtigsten Geschäftsbereichen

Insbesondere bei den Generika führten verschiedene Faktoren, wie die verzögerte Zulassung einiger Medikamente, der Abbau von Lagerbeständen bei Kunden sowie der zunehmende Wettbewerb zu einem Umsatzrückgang um 27.4% in lokalen Währungen (LW).

In Folge von Projektverzögerungen und Fokussierungen im F&E-Bereich blieben die Verkäufe von New Chemical Entities (NCEs) unter der Vergleichsperiode 2009. Kunden aus dem Biotech-Bereich berichten weiterhin von Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung. Bachem gelang es trotzdem, zusätzliche NCE-Projekte zu akquirieren und das Portfolio von 120 auf 128 Projekte zu vergrössern sowie Aufträge für neue organische und hoch potente NCEs für das zweite Halbjahr zu sichern. Positiv entwickelten sich weiterhin die Services für NCEs.

Bei den Forschungschemikalien stand einer sehr erfreulichen Steigerung bei den non-GMPSynthesen und einem Umsatzzuwachs bei den Katalogprodukten die schwächere Nachfrage für GMP-Projekte im frühen Entwicklungsstadium gegenüber. Immunologieprodukte zeigten sich mit leichtem Umsatzplus erneut resistent gegen konjunkturelle Schwankungen, ein Anzeichen für den anhaltenden Bedarf nach innovativen Angeboten in diesem Markt.

Unter geografischen Gesichtspunkten ist mittlerweile auch Europa deutlich von Umsatzrückgängen betroffen. Die Abschwächung des negativen Trends in den USA lässt eine schnellere Erholung in diesem wichtigen Markt erwarten.

Rolf Nyfeler, CEO von Bachem, kommentierte: "Nach dem schwierigen Start zu Anfang des Jahres hat sich die Nachfrage über alle Segmente von Monat zu Monat deutlich belebt. Für das zweite Halbjahr erwarten wir eine Fortsetzung dieses Trends. Gleichzeitig setzen wir weiter auf konsequentes Kostenmanagement und Massnahmen zur Effizienzsteigerung. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Umsatz und Ergebnis der Gruppe für 2010 insgesamt unter denen des Vorjahres bleiben werden - aber mit positivem Ausblick für die kommenden Jahre."

EBIT-Marge vorübergehend auf 7.9% gesunken

Angesichts der Umsatzlücke im ersten Halbjahr sank das operative Ergebnis für die ersten sechs Monate auf 5.8 Mio. CHF. Die resultierende EBIT-Marge liegt deutlich unter dem Ergebnis der vergleichbaren Vorjahresperiode. Hauptursache für diesen Einbruch ist neben der unbefriedigenden Umsatzentwicklung der Verzicht von Bachem auf einschneidende Massnahmen bei Personal und Sachanlagen im Hinblick auf die am langfristigen Erfolg ausgerichtete Strategie.

Nur mit hoch qualifiziertem Personal und auf der Basis modernster Produktionsmethoden sind die Akquisition attraktiver Projekte, langjährige Partnerschaften mit zufriedenen Kunden und das erwartete Wachstum möglich. Bachem wird an ihren hohen Qualitätsstandards festhalten, auch wenn einzelne Anbieter versuchen, mit Niedrigpreisen kurzfristig von der wirtschaftlichen Situation zu profitieren.

Der aktuell schwierigen Situation wird mit einer restriktiven Handhabung von Stellenneubesetzungen, allgemeinen Kosteneinsparungen und gezielten Verbesserungen in Produktionsprozessen Rechnung getragen. So konnten im ersten Halbjahr bereits 21 Vollzeitstellen eingespart werden, bis Jahresende werden es über 30 sein.

Die konsequent verfolgte Reduktion der Lagerzunahmen, der Abschreibungsaufwand aus den Investitionen der Vorjahre sowie ein vorübergehend ungünstiger Produkte-Mix schlägt auf die Kosten der verkauften Produkte durch. Der Bruttogewinn beträgt 25.6 Mio. CHF mit einer Bruttogewinnmarge von 34.6%.

Einmalige Kosten für die periodische Neuauflage des Bachem-Katalogs führen zu einer leichten Erhöhung der Marketing- und Vertriebskosten auf 6.1 Mio. CHF. Die Forschungs- und Entwicklungskosten reduzierten sich dagegen leicht auf 3.2 Mio. CHF. Die Verwaltungskosten sanken gegenüber der Vergleichsperiode deutlich um 0.8 Mio. auf 10.6 Mio. CHF. Bachem wird diesen Bereich auch weiterhin in Bezug auf Kosteneinsparungspotentiale kritisch untersuchen und entsprechende Möglichkeiten nutzen.

Reingewinnmarge bei 25.4%

Dank des realisierten Gewinns von rund 17.5 Mio. CHF aus dem bereits früher bekannt gegebenen Verkauf der Beteiligung an der Polyphor AG erreichte der Reingewinn im ersten Halbjahr 2010 trotz des schwachen operativen Ergebnisses 18.8 Mio. CHF mit einer Reingewinnmarge von weiterhin hohen 25.4%.

Geldfluss und Investitionen

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr 2010 auf 14.6 Mio. CHF bzw. 19.7% des Umsatzes. Dank der Reduktion des im Nettoumlaufvermögen gebundenen Kapitals gegenüber Jahresende um rund 0.9 Mio. CHF, verglichen mit einer Zunahme um 13.4 Mio. CHF in der entsprechenden Vorjahresperiode, konnte ein grosser Teil der umsatzbedingten Lücke kompensiert werden.

Die Investitionen in Sachanlagen lagen im ersten Halbjahr 2010 auf dem vorgesehenen reduzierten Niveau. Bachem verfügt dank der Investitionen der Vorjahre über eine moderne Infrastruktur, die es ihr ermöglicht, auch grössere Auftragsvolumen wettbewerbsfähig zu produzieren.

Im Bereich der Finanzierungstätigkeit war die Dividendenausschüttung etwas tiefer als im Vorjahr. Ein Teil der Dividende wurde in einen allgemeinen Betriebskredit umgewandelt.

Mit einer soliden Eigenkapitalquote von aktuell 77.1% wird Bachem auch in Zukunft eigenständig und flexibel ihre strategischen Ziele unter Wahrung der eigenen Prioritäten und Wertvorstellungen verfolgen.

Ausblick

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Nachfragebelebung im Jahresverlauf und gestützt auf die aktuelle Auftragslage, ein Ansteigen der Projektanfragen und anstehende Marktzulassungsentscheide durch die zuständigen Behörden, rechnet Bachem mit einer deutlichen Entspannung der Situation bis zum Jahresende 2010, auch wenn Umsatz und Betriebsergebnis der Gruppe für 2010 insgesamt unter denen des Vorjahres bleiben werden.

Für die mittel- bis langfristige Entwicklung sieht Bachem angesichts der vielversprechenden Perspektiven für ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot ein mittleres Umsatzwachstum über 5 Jahre zwischen 6% und 10% in lokalen Währungen vor. Mittelfristig strebt Bachem wieder eine EBIT-Marge von mindestens 25% an. Der Zeitpunkt der Erholung hängt dabei in erster Linie von externen Faktoren wie der Finanzierungssituation der Biotech-Kunden oder den Entscheiden der Zulassungsbehörden ab.

Um ihre Ziele zu erreichen, setzt Bachem auch auf weitere organisatorische Effizienzsteigerungen. Vor dem Hintergrund anstehender Investitionen in eine gemeinsame ERP-Plattform und weiterer Sparpotentiale ist die Zusammenlegung der Schweizer Standorte in Bubendorf und Vionnaz unter eine gemeinsame Führung vorgesehen. Bei den Kundensynthesen im non-GMP-Bereich werden die Aktivitäten im erfolgreichen Kompetenzzentrum in St. Helens, UK, konzentriert. Diese Massnahmen ermöglichen einen noch effizienteren Kundenservice und werden einen Beitrag zur Sicherung der finanziellen Unternehmensziele leisten.

Bachem Holding AG

Bachem ist ein unabhängiges, börsenkotiertes, auf dem Gebiet der Biochemie tätiges Technologieunternehmen mit einem umfassenden Leistungsangebot für die Pharma- und Biotechnologie-Industrie. Bachem ist spezialisiert auf die Entwicklung optimaler Herstellungsverfahren und die Produktion von Peptiden und komplexen organischen Verbindungen als pharmazeutische Wirkstoffe sowie innovativer Biochemikalien für Forschungszwecke. Vom Hauptsitz in Bubendorf, Schweiz, und mit Niederlassungen in Europa und den USA arbeitet Bachem weltweit und nimmt in ihrem Tätigkeitsgebiet eine führende Stellung ein.

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