Überleben nur die Stärksten?

Am 1. März 2009 diskutiert das Philosophische Quartett in der Autostadt über Sozialdarwinismus

(PresseBox) (Wolfsburg, ) Können Charles Darwins Erkenntnisse von der Entstehung der Arten und seine daraus folgende Theorie der natürlichen Auslese dazu genutzt werden, das Sozialverhalten der Menschen zu erklären? Darüber diskutieren die Gastgeber der ZDF-Fernsehsendung "Das Philosophische Quartett", Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski, am Sonntag, dem 1. März 2009, mit ihren Gästen Professor Dr. Ernst Peter Fischer, Wissenschaftshistoriker und Sachbuchautor, und dem Philosophen und Bestseller-Autor Dr. Richard David Precht in der Autostadt in Wolfsburg.

Gerade in diesen Tagen der weltweiten Wirtschaftskrise nehmen viele Kommentatoren eine Umdeutung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse Darwins in gesellschaftliche Verhältnisse vor - und sprechen vom "Sozialdarwinismus". Doch kann der Umschlag der für die Natur geltenden Gesetzmäßigkeiten in die Kultur gelingen - oder folgen Kultur, Zivilisation und gesellschaftliche Prozesse ganz anderen Regeln? "Survival of the fittest", das garantierte Überleben des Stärkeren (der sich als ein solcher natürlich mit allen Mitteln durchzusetzen hat) - ist dies überhaupt ein Naturgesetz oder nicht schon bloß eine falsche Interpretation der Darwinschen Theorie vom Anpassungsdruck als Mutter aller Evolution? Und kann derlei im menschlichen Zusammenleben als Regel gelten? Wo bleiben Ethik und Moral, wo Anstand und common sense? Das falsche Denken öffnete eine wahre Büchse der Pandora - bis hin zum Herrenmenschen- und Rassenwahn mit der Folge des schrecklichsten Zivilisationsbruchs der Geschichte.

Anpassung lässt sich zwar auch als Konkurrenz denken, als Wettbewerb um das beste Produkt, um die bessere Idee oder Ideologie, letztlich um den besseren Menschen - alle gegen alle; und mit diesem "Kampf ums Dasein" wäre man gedanklich wieder in die Falle der Sozialdarwinisten gegangen, die Natur gegen Kultur ausspielen. Wie weit gewisse Denkmuster der Darwinschen Theorien womöglich aber doch bedenkenswert sein könnten in der kulturellen, zivilisatorischen Formung des gesellschaftlichen Wesens Mensch und wo die Grenzen einer solchen Projektion liegen, diese und andere Fragen thematisieren Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski mit ihren beiden Gästen.

Die Gäste:

Ernst Peter Fischer, 1947 in Wuppertal geboren, ist einer der bekanntesten Wissenschaftshistoriker und Wissenschaftspublizisten in Deutschland. Als studierter Mathematiker, Physiker und Biologe promovierte er 1977 am California Institute of Technology, habilitierte sich zehn Jahre später als Wissenschaftshistoriker in dem Fach, das er seither als Professor an der Universität Konstanz lehrt.

Neben zahlreichen eigenen Publikationen wie "Die andere Bildung" (2003) oder "Schrödingers Katze auf dem Mandelbrotbaum" (2006) publiziert Ernst Peter Fischer in GEO, Bild der Wissenschaft, Weltwoche und FAZ. Ebenfalls unter dem Namen "Die andere Bildung" führte Fischer bis Dezember 2008 einen höchst unterhaltsamen Blog zu aktuellen Fragen von Naturwissenschaft und Wissenschaftsvermittlung in den Medien.

Richard David Precht, 1964 in Solingen geboren, ist der Shootingstar unter den Autoren philosophischer Schriften: Sein 2007 erschienenes Buch "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?", das Erkenntnisse der Hirnbiologie mit philosophischen Konsequenzen und allgemeinen Lebensfragen verknüpft, hat sich bis heute weit mehr als sechshunderttausend Mal verkauft und wurde gekürt als erfolgreichstes Sachbuch 2008.

Nach dem Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte promovierte er 1994 über den österreichischen Schriftsteller und Theaterkritiker Robert Musil. Als Essayist und Kolumnist ("Literaturen") publizierte er in deutschen Zeitschriften und Zeitungen, bis 2008 moderierte er das "Kritische Tagebuch" des WDR. 1997 erschien sein nach der Dissertation erstes Buch "Noahs Erbe", das sich mit ethischen Fragen im Verhältnis von Mensch und Tier befasst. Weitere Romane folgten, bis Richard David Precht 2007 seine Autobiografie vorlegte: "Lenin kam nur bis Lüdenscheid", die auch verfilmt wurde.

Das "Philosophische Quartett" wird am Sonntag, dem 1. März 2009, ab 19.30 Uhr in der AutostadtLounge 3+4 aufgezeichnet. Für eine kleine Anzahl Gäste besteht die Möglichkeit, live dabei zu sein; Einlass ist zwischen 18.30 Uhr und 19.15 Uhr. Wer zuschauen möchte, kann sich bis Donnerstag, dem 26. Februar 2009, unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 288 678 238 anmelden. Die Sendung wird am Sonntag, dem 1. März 2009, um 23.55 Uhr im ZDF zu sehen sein.

Kurzinfo:

Das Philosophische Quartett, Thema "Der Stärkere überlebt - Irrglaube Sozialdarwinismus?"

Aufzeichnung in der Autostadt: Sonntag, den 1. März 2009, 19.30 Uhr, Einlass zwischen 18.30 und 19.15 Uhr
Anmeldung für Gäste: bis Donnerstag, 26. Februar 2009, telefonisch unter 0800 288 678 238
Sendetermin im ZDF: Sonntag, den 1. März 2009, 23:55 Uhr

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