Nachhaltigkeit, Innovation und Energieeffizienz als Antworten auf die Krise

Papierindustrie fordert klaren EU-Fokus auf Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit / Erster Erfolg durch gemeinsamen Druck Europas zur Abänderung eines US-Gesetzes

(PresseBox) (Wien, ) Die bevorstehende Wahl des EU-Kommissionspräsidenten und die Übernahme des EU-Vorsitzes durch Schweden geben der Papierindustrie aktuellen Anlass, ihre Erwartungen an eine verbesserte EU-Standortpolitik zu präzisieren. "Angesichts der anhaltenden globalen Wirtschafts- und Finanzkrise braucht die Papierindustrie klare Zukunftsperspektiven. Die EU-Institutionen sind für uns wichtige Partner, um das Tempo des Abschwungs weiter zu bremsen. Sie müssen weitere Signale setzen, um die negativen Auswirkungen der Krise auf Wachstum und Beschäftigung zu bekämpfen und den Unternehmen wieder Investitionssicherheit zu geben", bekräftigt Oliver Dworak, Geschäftsführer der Austropapier - Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie, anlässlich der Überreichung des "Manifests für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung" an EU-Industriekommissar Günther Verheugen durch Spitzenvertreter der europäischen Papierindustrie.

Das vom europäischen Dachverband der Papierindustrie, CEPI, veröffentlichte Dokument beinhaltet Forderungen und Verbesserungsvorschläge zum Klimaschutz, zur Umwelt- und Energiepolitik, zur Rohstoffversorgung sowie zum Wettbewerbsrecht. Ziel der Initiative ist es, die EU-Kommission als Brüsseler Drehscheibe verstärkt als Partner zu gewinnen, da der globale Standortwettbewerb den Druck auf die europäischen Betriebe zunehmend verschärft. Ein erster Erfolg ist der Papierindustrie im Rechtsstreit um die Änderung eines Gesetzes in den USA gelungen, das amerikanischen Betrieben überproportionale Steuervorteile für die Beimischung von Diesel bei der energetischen Nutzung von Bio-Lauge gewährt. In einer gemeinsamen, auch via EU vorgebrachten Initiative, haben die Papierindustrie-Verbände Europas, sowie aus Kanada, Brasilien, Chile, Uruguay und Japan, die USA aufgefordert, diese klimapolitisch kontraproduktive Gesetzeslücke zu schließen. "In den USA liegen bereits Vorschläge zur Änderung der Förderregelung am Tisch. Wir müssen verhindern, das US-Unternehmen ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile haben", findet Oliver Dworak klare Worte.

Die nächsten sechs Monate werden durch Wechsel und Erneuerung in den EU-Institutionen gekennzeichnet sein. Ein neu zusammengesetztes Parlament und eine neue Kommission werden sich neben zahlreichen anderen Themen primär mit der Bekämpfung des Konjunkturabschwungs und den Vorbereitungen auf die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember dieses Jahres befassen. "Unser Manifest fasst auf einen Blick zusammen, welche Maßnahmen wir in diesem Zusammenhang brauchen, um in Europa wieder Tritt zu fassen. Wenn die schwedische Präsidentschaft Wirtschaft, Beschäftigung und Klimapolitik als Hauptthemen ihrer Präsidentschaft formuliert, ist klar, dass neue einseitige Belastungen der Betriebe strikt vermieden werden müssen. Nur dann kann unser Sektor mit verbesserter Nachhaltigkeit, konsequenter Produkt- und Technologieinnovation, Energieeffizienz und hochwertigen Arbeitsplätzen auch aus eigener Kraft Antworten auf die Krise geben ", so Dworak.

Vor dem Hintergrund der noch immer schrumpfenden Weltwirtschaft bleiben auch die Perspektiven für die österreichische Zellstoff- und Papierindustrie weiterhin stark eingetrübt. Das Tempo des Abschwungs hat sich im zweiten Quartal zwar etwas verlangsamt, einzelne Unternehmen schöpfen aufgrund der jüngsten Zahlen Hoffnung - ob das aber für eine verbesserte Marktentwicklung und akzeptable Ergebnisse im zweiten Halbjahr reicht, ist mehr als fraglich. "Die aktuelle Situation ist bei den meisten Betrieben von massivem Absatzrückgang und schwacher Geschäftsentwicklung geprägt - dazu kommen jetzt auch deutliche Preiseinbrüche und steigende Kosten. Temporäre Abstellmaßnahen und strenge Kosteneinsparprogramme stehen nach wie vor auf der Tagesordnung. In diesem äußerst schwierigen Geschäftsumfeld rangiert die zukünftige Ausgestaltung der europäischen Rahmenbedingungen, vor allem in der Energie- und Klimapolitik, weit oben auf der Sorgenliste. Sie beeinflusst nicht nur unsere nachhaltige Rohstoffversorgung bei Holz und Altpapier, sondern auch den Kostenwettbewerb mit außereuropäischen Standorten ganz dramatisch. Unsere Initiative soll dazu beitragen, das Verständnis der EU-Institutionen für diese Aspekte besser als bisher zu schärfen", bringt der Austropapier-Geschäftsführer die Situation auf den Punkt.

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