Vorreiter in der Logistik: Audi setzt im Schienenverkehr auf Öko-Strom

(PresseBox) (Ingolstadt, ) .
- Auto-Transport per Bahn mit regenerativen Energien
- Deutschlandweit einmaliges Konzept spart rund 5.250 Tonnen CO2 im Jahr
- Ernst-Hermann Krog, Leiter Markenlogistik: "Wichtiger Bestandteil unseres Engagements für die Umwelt"

Die AUDI AG setzt neue Maßstäbe in der Logistik: Als erstes Unternehmen in Deutschland nutzt der Automobilhersteller für den Transport seiner Automobile von Ingolstadt zum Nordsee-Verladehafen in Emden Züge, die mit Öko-Strom angetrieben werden. Dieses innovative Logistik-Konzept ist ein wegweisender Schritt in der Automobilindustrie und ein wichtiger Bestandteil der Strategie von Audi, die Produktion in allen Bereichen nachhaltig zu gestalten.

"Der CO2freie Bahntransport ist ein wichtiger Bestandteil unseres Engagements für die Umwelt und ein sehr interessantes Angebot für uns", sagt Ernst-Hermann Krog, Leiter Markenlogistik Audi. Vom 1. August 2010 an lässt der Automobilhersteller seine Transportzüge auf der Strecke Ingolstadt - Emden mit Strom aus regenerativen Energiequellen fahren. Damit vermeidet Audi die Emission von rund 5.250 Tonnen CO2 im Jahr, mehr als 35 Kilogramm pro transportiertem Automobil. Die Linie zum Nordsee-Verladehafen, der Drehscheibe für den Export nach Übersee, ist die wichtigste Transportroute für die Marke mit den Vier Ringen. Jeden Tag verkehren hier drei Züge mit Audi-Modellen, im Jahr bewegen sie etwa 150.000 Autos.

Der CO2freie Schienengüterverkehr "Eco Plus" ist ein neues Angebot von DB Schenker, dem Logistik-Bereich der Deutschen Bahn. Bei Transporten im inländischen Streckennetz wird die benötigte Energie komplett durch regenerativen Strom aus Deutschland ersetzt. Den Strom kauft die Deutsche Bahn zusätzlich ein, so werden Emissionen von Anfang an vermieden. Eco Plus von DB Schenker sowie die Energiezufuhr sind vom TÜV SÜD geprüft.

Die anfallenden Mehrkosten im Vergleich zur Versorgung mit konventionellem Strom trägt Audi; DB Schenker setzt einen Teil davon gezielt für Vorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien ein. Im deutschen Bahnstrom-Mix hält Öko-Strom einen Anteil von lediglich etwa 18,5 Prozent - Kohle-, Atom- und Erdgaskraftwerke überwiegen derzeit als konventionelle Energiequellen. Der für den Transport benötigte Öko-Strom wird für Eco Plus von DB Schenker zusätzlich ins Netz eingespeist; damit wird der Öko-Strom-Anteil in Deutschland steigen.

Beim Einsatz von Ökostrom im Güterverkehr ist Audi Vorreiter in der Automobilbranche; der Premiumhersteller arbeitet als Erstanwender und Entwicklungspartner mit DB Schenker zusammen. "Mit der Umstellung auf CO2freie Transporte unterstreichen wir unseren progressiven Charakter und unser nachhaltiges Denken", betont Ernst-Hermann Krog.

Mit der Bahn durch Europa - effizienter Transport

Audi setzt bereits seit vielen Jahren auf ressourcenschonende Logistik: Bis zu 70 Prozent aller Autos, die die Marke mit den Vier Ringen fertigt, gelangen auf Güterzügen zu ihren Bestimmungsorten. Auch viele große Bauteile werden auf der Schiene innerhalb des Volkswagen Konzerns transportiert.

Darüber hinaus nutzt Audi die Bahn für den umfangreichen Verkehr zwischen den Standorten Ingolstadt und Györ. Aus Bayern reisen die lackierten Rohkarosserien und Anbau-Teile des Audi TT in geschlossenen doppelstöckigen Waggons zur Montage ins nordwestliche Ungarn. Auch als fertige Automobile kehren sie auf der 610 Kilometer langen Schienenstrecke nach Ingolstadt zurück, ebenso die in Györ für die gesamte Audi-Modellpalette gefertigten Motoren.

In den vergangenen zwölf Jahren haben die Züge auf der Strecke zwischen Györ und Ingolstadt rund zehn Millionen Schienenkilometer zurückgelegt und damit mehr als 325.000 Lkw-Fahrten ersetzt. Dies entspricht einer jährlichen Ersparnis von 36.000 Tonnen CO2. Bei dieser guten Bilanz spielt der hohe Anteil von nachhaltig erzeugtem Strom aus Wasserkraft im österreichischen Bahnverkehr eine wichtige Rolle.

Bei erforderlichen Lkw-Transporten bündelt Audi die Lieferungen regional im Konzernverbund in sogenannten Konsolidierungszentren, um sie von dort mit voll ausgelasteten Lkw in die Werke zu transportieren. Die Anzahl der Straßentransporte wird so deutlich reduziert und unnötiger CO2-Ausstoß vermieden.

Seit 1995 existiert in Ingolstadt das Güterverkehrszentrum (GVZ), in dem zahlreiche Zulieferer angesiedelt sind. Wichtige Lieferanten fertigen dort ihre Baugruppen und liefern sie nach dem Prinzip "just in sequence" direkt ans Band. Diese enge Kooperation reduziert aufgrund der sehr kurzen Transportwege die Umweltbelastung erheblich.

Weniger ist mehr - ressourcenschonende Audi-Produktion

Audi legt in allen Bereichen des Unternehmens Wert auf maximale Effizienz und Ressourcenschonung. In der Logistik etwa stellt das Softwareprogramm "PackAssistant" sicher, dass der Platz in Verpackungen und Behältern optimal ausgenutzt wird. Durch das Einsparpotenzial von bis zu 20 Prozent können zahlreiche Transporte vom Lieferanten ins Werk vermieden werden.

Ein entscheidender Schwerpunkt in den Umweltaktivitäten der Vier Ringe ist die Reduzierung des Energieverbrauchs in der Automobilproduktion. Die AUDI AG hat sich unter Berücksichtigung der geplanten Absatzsteigerung bis zum Jahr 2020 zum Ziel gesetzt, die standort- und unternehmensbezogenen spezifischen CO2-Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 um 30 Prozent zu senken. Der Gesamtenergieverbrauch im Audi-Konzern bleibt seit einigen Jahren auf einem stabilen Niveau - trotz des deutlich gestiegenen Produktionsvolumens.

Hier besitzt insbesondere die kontinuierliche Steigerung der Energieeffizienz der Fertigungsanlagen eine große Bedeutung. Audi gelingt dies mit neuen Technologien - wie effizienteren Robotern und neuen Schweißzangen - und mit vielen intelligenten Lösungen: Wenn etwa auf den Motoren-Prüfständen am Standort Neckarsulm die Aggregate laufen, produziert die Anlage über Generatoren Strom, der ins Werksnetz eingespeist wird. Das jüngste Projekt des Unternehmens ist ein besonders leichtes Werkzeug für den Karosseriebau, das in weiten Bereichen aus Kohlefaser-Verbundstoff besteht. Vom Audi-Werkzeugbau selbst entwickelt, spart es gegenüber einer konventionellen Anlage 43 Prozent Strom ein.

Intelligent - die Energieversorgung

Auch bei der Energieversorgung setzt die AUDI AG auf Ressourcen-Effizienz. Ab dem Frühjahr 2011 wird sich die Nutzung von Abwärme aus der Müllverwertungsanlage Ingolstadt und der Petroplus-Raffinierie von 60.000 auf 120.000 Megawattstunden jährlich verdoppeln. Das bedeutet ein CO2-Einsparpotenzial von rund 26.000 Tonnen. Eine weitere Ausbaustufe mit 200.000 Megawattstunden Abwärme ist vorgesehen. Das Werk Neckarsulm wird ebenfalls mit Fernwärme versorgt.

In Ingolstadt gewinnt Audi schon seit Jahren etwa 100.000 Megawattstunden Wärme in einer werkseigenen Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage (KWKK) - das hocheffiziente Kraftwerk liefert zugleich auch Strom und Kälte. Der übrige Wärme-Bedarf wird über Erdgas-Heizkessel erzeugt. In vielen Bereichen des Unternehmens kommen sogenannte Wärmeräder zum Einsatz und gewinnen Wärme zurück - mehrere Hundert solcher Anlagen sind in Ingolstadt im Einsatz. In der Lackiererei beispielsweise werden durch den Einsatz von 19 Wärmerückgewinnungsanlagen rund 35.000 Megawattstunden im Jahr gewonnen. Das entspricht einer CO2 -Reduktion von etwa 7.000 Tonnen.

Auch im Bereich der Photovoltaik treibt Audi den Fortschritt voran. So stellte der Automobilhersteller dem Münchener Unternehmen Green City Energy auf dem Werksgelände in Ingolstadt mehrere Hallendächer zur Verfügung. Auf einer Fläche von 11.600 Quadratmetern produzieren die Photovoltaik-Module dort mehr als 1.000 Megawattstunden elektrische Energie pro Jahr. Ein weiterer Ausbau der Photovoltaik-Flächen, unter anderem am zweiten deutschen Audi-Standort in Neckarsulm, wird derzeit geprüft. Automobili Lamborghini, eine Tochtergesellschaft des Audi-Konzerns, hat vor wenigen Monaten ein neues, 17.000 Quadratmeter großes Solarkraftwerk in Betrieb genommen.

Jenseits der Werkstore - das Forschungsprojekt Eichenwald

Umweltschutz endet bei Audi nicht am Werkstor. Das Unternehmen hat in Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten und der Technischen Universität München in der Nähe des Werks Ingolstadt das Forschungsprojekt "CO2-Speicher Eichenwald" ins Leben gerufen, bei dem die wissenschaftliche Untersuchung biologischer und ökologischer Zusammenhänge im Fokus stehen. Bereits 2008 hat Audi dafür rund 36.000 Stieleichen pflanzen lassen. In der Nähe des ungarischen Standortes Gy?r wurde eine zweite Versuchsfläche mit mehr als 13.000 Eichen bepflanzt; weitere Flächen sind derzeit in Planung.

Das Engagement des Unternehmens manifestiert sich auch in der neu gegründeten Audi Stiftung für Umwelt, die mit fünf Millionen Euro Stammkapital ausgestattet ist. Ihr Ziel ist der Schutz der natürlichen Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen. Sie fördert Maßnahmen und Forschungsaktivitäten, die die Entwicklung von umweltverträglichen Technologien jenseits des Automobils unterstützen sowie zur Umweltbildung und zu einem nachhaltigen Mensch-Umwelt-System beitragen.

Durchgängig - das Umweltmanagement bei Audi

Nachhaltiges Wirtschaften ist ein integraler Bestandteil der Audi-Unternehmensstrategie, die auf die Verknüpfung von Umweltschutz und Innovationen setzt. Audi führt das Markenzeichen der Europäischen Union für hervorragenden Umweltschutz.

Das Unternehmen engagiert sich im Rahmen des Umweltpaktes Bayern III, der unter dem Motto eines umweltverträglichen Wirtschaftswachstums steht. Besonders hohen Stellenwert genießt dabei der Informationsaustausch mit Zulieferern. Der bei ihnen angestrebte verstärkte Einsatz von Umweltschutzinstrumenten erhöht den Einfluss von Audi auf indirekte Umweltaspekte, indem frühzeitig ganzheitliche Lösungen entwickelt werden.

In Deutschland wie im Ausland zählt der Audi-Konzern zu den Vorreitern des standortbezogenen Umweltschutzes. In Ingolstadt (1997), Neckarsulm (1995), Györ (1999), Brüssel (2002) und Sant'Agata Bolognese (2009) wurde das anspruchsvolle, weit über die Standardanforderungen hinausgehende Umweltmanagementsystem der Europäischen Union EMAS (Eco Management and Audit Scheme) installiert und im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung laufend optimiert.

Parallel dazu sind die Standorte Ingolstadt, Györ und Sant'Agata Bolognese nach der weltweit gültigen Norm DIN EN ISO 14001 zertifiziert, womit eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistungen sichergestellt ist. Darüber hinaus entspricht das Umweltmanagementsystem im Werk Ingolstadt auch der neuen europäischen Norm DIN EN 16001. Sie stellt besonders hohe Anforderungen, um den Energieverbrauch stetig und systematisch zu reduzieren. Das Audi-Werk Ingolstadt wurde als erstes Automobilwerk mit diesem Zertifikat ausgezeichnet.

Um die Ressource Wasser zu schonen, nutzt Audi im Werk Ingolstadt verstärkt Regenwasser. Es wird auf 450.000 Quadratmetern Fläche gesammelt, in fünf Rückhaltebecken sowie zwei Stauraumkanälen aufgefangen und in eine Aufbereitungsanlage geleitet. Im Jahr 2009 haben die Becken mehr als 235.000 Kubikmeter Brauchwasser geliefert.

Innovativ und effizient - die Produkte

Bei seinen Produkten baut Audi den 'Vorsprung durch Technik' weiter aus, mit hocheffizienten TDI-, FSI- und TFSI- Antrieben sowie vielen neuen Lösungen aus dem Modularen Effizienzbaukasten. Der Leichtbau des Audi Space Frame senkt das Fahrzeug-Gewicht; zudem erzielen die Aluminiumkarosserien auch in der Gesamt-Energiebilanz und beim Recycling große Vorteile.

Parallel arbeitet Audi intensiv an der Entwicklung alternativer Antriebe. Bereits im kommenden Jahr geht der Audi Q5 hybrid an den Start. Wie die nachhaltige Mobilität der Zukunft im Zeichen der Vier Ringe aussieht, zeigt die Audi etron-Familie - mit maßgeschneiderten Konzepten für jedes Segment.

Audi AG

Der Audi-Konzern hat im Jahr 2009 rund 950.000 Automobile der Marke Audi verkauft. Das Unternehmen erreichte bei einem Umsatz von € 29,8 Mrd. ein Operatives Ergebnis von € 1,6 Mrd. Audi produziert an den Standorten Ingolstadt, Neckarsulm, Gyor (Ungarn), Changchun (China) und Brüssel (Belgien). Ende 2007 startete die CKD-Produktion des Audi A6 , Anfang Oktober 2008 die des Audi A4 und jetzt aktuell im Juli 2010 die des Audi Q5 in Aurangabad in Indien. Seit Mai 2010 läuft der neue Audi A1 im Werk Brüssel vom Band. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Märkten weltweit tätig. 100prozentige Töchter der AUDI AG sind unter anderem die AUDI HUNGARIA MOTOR Kft., die Automobili Lamborghini Holding S.p.A. (Sant'Agata Bolognese/Italien) und die quattro GmbH (Neckarsulm). Audi beschäftigt derzeit weltweit rund 58.000 Mitarbeiter, davon 45.400 in Deutschland. Um den "Vorsprung durch Technik" nachhaltig zu sichern, plant die Marke mit den Vier Ringen von 2010 bis 2012 insgesamt € 5,5 Mrd. zu investieren, überwiegend in neue Produkte. Bis 2015 will Audi die Anzahl seiner Modelle auf 42 erweitern.

Audi nimmt seit langem auf vielen Ebenen seine gesellschaftliche Verantwortung wahr - im Sinne einer lebenswerten Zukunft für künftige Generationen. Umweltschutz, Ressourcenschonung, internationale Wettbewerbsfähigkeit und eine zukunftsfähige Personalpolitik bilden deshalb die Geschäftsgrundlage für den nachhaltigen Erfolg von Audi. Das umweltpolitische Engagement der AUDI AG manifestiert sich auch in der neu gegründeten Audi Stiftung für Umwelt.

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