Rückgang der Arbeitslosigkeit gerät ins Stocken

AK-Prognose 2012

(PresseBox) (Saarbrücken, ) Die Arbeitskammer erwartet für 2012 eine spürbare Abschwächung des Wirtschaftswachstums auf nur noch 0,5 Prozent. Damit läge das Saarland leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Auf dem Arbeitsmarkt werde dies nach zwei guten Jahren, so die Prognose, zu einer Wende führen: Der Beschäftigungsaufbau laufe aus, der Rückgang der Arbeitslosigkeit gerate ins Stocken. Die angedrohten Standortverlagerungen im Dienstleistungsbereich würden den saarländischen Arbeitsmarkt zudem nachhaltig treffen.

Für das Jahr 2011 geht die Arbeitskammer von einem Wachstumsplus von bis zu 3,5 Prozent aus. Das habe auf dem Arbeitsmarkt zu einem kräftigen Beschäftigungsanstieg und sinkender Arbeitslosigkeit geführt. Anhaltende Sorgen bereite allerdings die überdurchschnittliche Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen, etwa bei Leiharbeit und Niedriglohn. "Das ist für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schlecht, erschwert aber auch die nachhaltige Sicherung des Standortes Saarland", so der AK-Vorstandsvorsitzende Hans Peter Kurtz.

Er weist darauf hin, dass die offiziell festgestellte Unterbeschäftigung im Saarland mit rund 48.000 um gut 50 Prozent höher liegt als die statistisch ausgewiesenen Arbeitslosenzahlen. "Dazu zählen vor allem noch die Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die statistisch nicht als arbeitslos mitgezählt werden", so Kurtz. Nahezu unverändert groß seien die Probleme für Langzeitarbeitslose und Ältere auf dem saarländischen Arbeitsmarkt.

Zum Jahreswechsel, so der AK-Vorstandsvorsitzende, zeige die Entwicklung der Auftragseingänge erkennbar Schwächetendenzen. Nach Einschätzung der Arbeitskammer werde es in der Industrie mit ihren hohen Exportanteilen im Verlauf des Jahres 2012 zu einer spürbaren Abschwächung vor allem bei den Auslandsbestellungen kommen. Im Jahresverlauf rechnet die Arbeitskammer deshalb mit einer deutlichen Wachstumsabschwächung auf 0,5 Prozent. Dabei sei ein mögliches Crash-Szenario als Folge der Finanz- und Bankenkrise noch nicht eingerechnet.

Saarspezifische Belastungen in erheblichem Ausmaß befürchtet die Arbeitskammer im kommenden Jahr auch durch die angedrohten Standortverlagerungen, etwa der Baumarktkette Praktiker, dem Versicherungskonzern Talanx (= HDI-Gerling) oder der Postbank. Auch im übrigen Dienstleistungsbereich, z.B. bei Callcentern, werde sich der Druck auf die Beschäftigten weiter verschärfen.

Kurtz fordert von der Landesregierung eine aktivere Rolle in der Industrie- und Dienstleistungspolitik. Zur dringend notwendigen Stärkung der Binnennachfrage müssten die kommenden Tarifrunden etwa in der saarländischen Stahlindustrie (Januar), im öffentlichen Dienst (Bund und Gemeinden: Februar) sowie in der Metall- und Elektroindustrie (März) beitragen. "Die Kaufkraft der Arbeitnehmer ist immer noch niedriger als im Jahr 2000. Und ein Arbeitnehmer, der sich Sorgen um sein Einkommen und seinen Arbeitsplatz macht, kauft keine Möbel, kein Auto und baut kein Haus", so der AK-Vorstandsvorsitzende.

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