Nachholbedarf für Arbeitnehmereinkommen

"Arbeitskammer-Fakten" zu Arbeitnehmereinkommen

(PresseBox) (Saarbrücken, ) Bei den Arbeitnehmereinkommen im Saarland besteht ein erheblicher Nachholbedarf. Das ist eine der Kernbotschaften der aktuellen "AK-Fakten", die die Arbeitskammer jetzt zum Thema Einkommen vorgelegt hat.

"Die saarländischen Arbeitnehmer verdienen 8,2 Prozent weniger als ihre Kollegen in Westdeutschland", stellt Arbeitskammer-Vorstandsvorsitzender Hans Peter Kurtz fest. "Das lässt sich nicht mit der Wirtschafts- und Finanzkrise erklären, wir hinken mit unseren Arbeitnehmereinkommen schon seit langem hinterher", so Kurtz weiter. Im Vergleich mit attraktiven Wirtschaftsräumen, zum Beispiel in Hessen und Baden-Württemberg, fällt der Saar-Lohnrückstand noch deutlich höher aus - eine der Ursachen für die anhaltenden Wanderungsverluste des Saarlandes.

Der hohe Lohnrückstand im Saarland trifft vor allem die Dienstleistungsbranchen. Hier sind die Einkommen 10,4 Prozent geringer. Im Produzierenden Gewerbe sind es hingegen "nur" 5,5 Prozent. In der Metall- und Elektroindustrie kommen die saarländischen Arbeitnehmer auf 3.723 Euro brutto im Monat. Das waren 6,5 Prozent weniger als im Bund (West). "Was wir jetzt brauchen, sind deutlich höhere Löhne. Dies bringt nicht nur die Saar-Verdienste näher an den Bundesdurchschnitt, die Binnenkonjunktur benötigt in der jetzigen Situation dringend Unterstützung durch mehr Kaufkraft", lautet die Forderung des AK-Vorstandsvorsitzenden.

Auch mit einem verbreiteten Missverständnis räumen die neuen AK-Fakten auf. Das saarländische Preisniveau unterscheidet sich kaum vom westdeutschen (-1 Prozent). Nur bei Berücksichtigung der niedrigeren Mieten wird der Unterschied etwas größer; allerdings wohnt die Mehrheit der Saarländer im Eigenheim: für sie spielt das niedrige Mietniveau keine Rolle.

"Alles in allem gibt es nur eine logische Konsequenz: Rauf mit den Löhnen", so das Fazit von Hans Peter Kurtz. Dabei verwies der Arbeitskammer-Vorstandsvorsitzende auf zwei weitere, aus Arbeitnehmersicht wesentliche Tatsachen: Das Saarland hat einen besonders hohen Anteil an Arbeit im Niedriglohnbereich; die Vermögenseinkommen sind in unserem Bundesland in den vergangenen Jahren mehr als drei Mal so stark gestiegen wie die Arbeitnehmereinkommen.

Die "AK-Fakten 2010" zum Einkommen im Saarland finden Sie im Internet unter www.arbeitskammer.de/ak-fakten

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