Lokale Akteure haben eine Schlüsselrolle bei der Marktvorbereitung

Studie zur Elektromobilität

(PresseBox) (Berlin, ) Erste Ergebnisse der „E-Mobility Readiness Studie“ der internationalen, auf den Cleantech-Sektor spezialisierten Unternehmensberatung Apricum zeigen: Die international erfolgreichsten Ansätze zur Markteinführung von Elektrofahrzeugen beruhen auf der engen Kooperation regionaler und lokaler Entscheidungsträger. Besondere Bedeutung kommt dabei den Kommunen zu. Lokale Akteure sollten deshalb sowohl in der strategischen Marktvorbereitung als auch in der Diskussion um die geplante Fördergeldvergabe von zwei Milliarden Euro stärker einbezogen werden.

Die Bundesregierung verfolgt das ambitionierte Ziel, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu machen. Auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel treffen sich am 3. Mai hochrangige Verbands- und Unternehmensvertreter, um die „Nationale Plattform Elektromobilität“ aus der Taufe zu heben. Das Gremium soll Deutschland die internationale Konkurrenzfähigkeit in dieser Zukunftstechnologie sichern.

Das Bewusstsein wird in den Kommunen geschaffen

Global agierende Unternehmen und national einflussreiche Verbände waren bislang selten Impulsgeber für erfolgreiche Elektromobilitätsprojekte. Das belegen die ersten Ergebnisse der aktuellen „Apricum E-Mobility Readiness Studie“. Gerade in der Marktvorbereitung ist die aktive Mitarbeit der Kommunen von großer Bedeutung, denn hier können direkte Anreize für Elektrofahrzeuge gesetzt und die notwendige Infrastruktur geschaffen werden. So benötigen beispielsweise Stromtankstellen in Deutschland Sondergenehmigungen, die nur die Kommunen vergeben können. Auch praktische Anreize für Elektroautos wie die Freistellung von Busspuren können nur von Städten und Gemeinden gesetzt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt kommt der Bewusstseinsbildung zu. Schließlich wird das beste Produkt zum Ladenhüter, wenn der Kunde es verkennt. „Bewusstseinsbildung für Elektromobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für den Massenmarkt und geschieht zu allererst in den Kommunen“, bringt es Apricums Geschäftsführer Nikolai Dobrott auf den Punkt.

Bestes Beispiel für eine erfolgreiche Einbindung lokaler Akteure ist das österreichische Bundesland Vorarlberg. Der regionale Energieversorger, der Automobilclub, die Landesversicherung und Kommunen ziehen für das Elektromobilitätsprojekt VLOTTE an einem Strang. Im Ergebnis trifft Elektromobilität dort bereits heute auf breite Akzeptanz in der Bevölkerung, die Warteliste für eine Teilnahme am Modellprojekt ist lang. Ein weiterer Erfolgsfaktor bei VLOTTE ist die dezentrale Verantwortung für Budgets.

Marktvorbereitung gelingt auch mit ausländischen Elektroautos

Was aber nützen die besten lokalen Rahmenbedingungen ohne geeignete Fahrzeuge? „Nur wenn Elektroautos in der Breite verfügbar und finanzierbar sind, wird sich die Bevölkerung für Elektromobilität öffnen“, verdeutlicht Dobrott. Lokale Akteure sollten deshalb unbedingt in die Debatte um Kaufanreize für Elektroautos einbezogen werden. Vor dem Hintergrund, dass es in absehbarer Zeit nur ausländische, nicht aber deutsche Elektroautomodelle in Serienreife geben wird, spricht sich die deutsche Automobilindustrie bislang gegen die direkte Subventionierung von Fahrzeugen aus. Die Herkunft der Fahrzeuge ist zur Marktvorbereitung jedoch vorerst zweitrangig – mittelfristig könnten ausländische Elektrofahrzeuge deutschen Elektroautos den Markteinstieg sogar erleichtern. Bereits eine begrenzte Initiative, in der beispielsweise 10.000 Autos mit jeweils 5.000 Euro gefördert werden, würde nur 50 Millionen Euro und damit 2,5% der geplanten Gesamtausgaben der Bundesregierung für Elektromobilität ausmachen, aber zunächst genügend Fahrzeuge für Flotten- und Privatkunden zur Verfügung stellen.

Die Nationale Plattform Elektromobilität droht vom Ringen der großen deutschen Automobilhersteller und der Industrieverbände um Einfluss und Fördermittel beherrscht zu werden. „Die Bundesregierung sollte bei der Fördergeldvergabe ein eigenständiges strategisches Konzept entwickeln, das die Beiträge lokaler Akteure deutlich anerkennt“, fordert Dobrott. Eine Konzentration auf die Interessen der Industrie ist nicht automatisch ein Erfolgsgarant für die Markteinführung für Elektromobilität – vielmehr nehmen lokale Akteure eine Schlüsselrolle ein.

Apricum GmbH

Apricum ist eine global tätige Strategieberatung mit einem exklusiven Fokus auf erneuerbare Energien und Cleantech. Mit einem internationalen Netzwerk von erfahrenen Beratern unterstützt Apricum Unternehmen, Investoren und öffentliche Institutionen beim Wachstum im Bereich erneuerbare Energien und Cleantech. Die „Apricum E-Mobility Readiness Studie“ untersucht Faktoren, die notwendig sind, um Elektromobilität über Modellprojekte hinaus zum Durchbruch zu verhelfen. In umfangreichen qualitativen Interviews werden Erkenntnisse von in internationalen Elektromobilitäts-Projekten engagierten Akteuren gesammelt. Die Studie wird im Juni 2010 abgeschlossen sein.

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