AMU oder: Mit 10 Jahren steht das Vorzeige-Industriekind der 40-jährigen Augsburger Alma Mater längst profitabel auf eigenen Beinen

(PresseBox) (Augsburg, ) Seit einem Jahrzehnt arbeitet das Augsburger Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung (AMU) erfolgreich an der Schnittstelle zwischen einem der bundesweit größten festkörperphysikalischen Kompetenzpools und der materialwissenschaftliche Expertise und Dienstleistung nachfragenden High Tech-Industrie.

Augsburg/KPP - Eine rund 200köpfige Geburtstagsgesellschaft - bestehend aus Vertretern der renommierten Industriekundschaft, der Stadt, der IHK und anderer Institutionen der Region sowie aus Wissenschaftlern des Instituts für Physik der Universität Augsburg - feierte Ende voriger Woche das 10jährige Bestehen des Augsburger Anwenderzentrums Material- und Umweltforschung (AMU). "Vor zehn Jahren", sagte Prof. Dr. Bernd Stritzker, Mitbegründer des AMU und von Beginn an dessen wissenschaftlicher Leiter, "hätte ich nicht zu träumen gewagt, dass dieses Konzept so einschlägt, dass wir heute jährlich mehr als 1,2 Mio Euro umsetzen und dem Institut für Physik zur Verfügung stellen können."

Ein Experiment, das funktioniert hat

Als ein im Rahmen der High-Tech-Offensive (HTO) Bayern vom Freistaat damals mit rund zehn Millionen Euro anschubfinanziertes Projekt war das AMU angetreten mit dem Anspruch, auf der Grundlage der Kompetenz der Augsburger Physiker in der Festkörper- und Materialforschung sowie der bereits bestehenden intensiven Kontakte zu Industriefirmen und Umweltinstitutionen als Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Anwendungen neuer Materialien zu fungieren und konkret in Zusammenarbeit mit der Industrie angewandte Entwicklungsarbeiten - z. B. zur Charakterisierung und Analyse neuer Materialien und Prozesse - zu übernehmen. "Wir hatten natürlich begründete Hoffnung, dass unser Konzept klappt, aber sicher sein, dass so ein Experiment auch wirklich funktioniert, kann man sich nie", so Stritzker, der zugleich Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Experimentalphysik IV ist.

Sich selbst tragend und Drittmitteleinnahmen generierend

Auch Alois Zimmermann, der Kanzler der Universität Augsburg, hob in seinem Grußwort hervor, dass das AMU alle Erwartungen, die man in es gesetzt hatte, mittlerweile mit Bravour erfüllt hat: Diese vorbildliche Transfereinrichtung habe in den vergangenen Jahren nicht nur der regionalen Wirtschaft wichtige Impulse gegeben, sondern auch die Herausforderung, sich - abgesehen von der vom Freistaat finanzierten Stelle des Geschäftsführers - auf Dauer selbst zu tragen und zusätzliche Drittmitteleinnahmen für die Augsburger Physik zu generieren, erfolgreich angenommen und bestanden.

Langfristig kooperieren, aber auch kurzfristig dienstleisten

Hans Haibel, Ehrenpräsident der IHK Schwaben und Mitglied des AMU-Industriebeirats, attestierte der Transfereinrichtung der Augsburger Physik, sich "mittlerweile zu einer festen Größe in der Augsburger Technologie-Szene entwickelt" zu haben. Es sei gelungen, eine tragfähige Geschäftsstruktur aufzubauen, die auf der Basis der Kompetenzfelder des Augsburger Physik-Instituts wirtschaftlich tragfähig sei, und zwar in Form eines AMU-Angebots, das die Partnerschaft bei größeren und langfristigen Kooperationsprojekten ebenso umfasse wie schnelle und kurzfristige Dienstleistung in Form etwa von wissenschaftlich qualifizierten und sauberen Auftragsanalysen.

Südwestbayerischer F&E-Standortfaktor AMU

Im Grußwort der Industriekundschaft - anwesend waren u. a. Repräsentanten von MT Aerospace, OSRAM und manroland - erläuterte Dr. Reinhard Janta, Geschäftsführer der SGL Carbon GmbH, Meitingen, weshalb die SGL Group ihre F&E-Aktivitäten aus den diversen international verteilten Standorten des Konzerns zusammengezogen und in der Region Augsburg gebündelt habe. Was Technologie und Innovation angehe, sei diese Region ein sehr fruchtbares Pflaster, und die Universität Augsburg sei hier ein wichtiger Partner - zum einen als Garant für hochqualifizierten technischen, juristischen und wirtschaftswissenschaftlichen Nachwuchs, zum anderen aber auch mit ihrem Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung. Mit ihm sei der Transfergedanke im Themenfeld Physik/Materialwissenschaft "in sehr konsequenter und effizienter Weise umgesetzt worden. "Das AMU", so Janta, erschließe erstens "die hervorragenden Kompetenzen des Instituts für Physik mit all seinen Wissenschaftlern und der apparativen Ausstattung. Wir können kurzfristige wissenschaftliche Analysedienstleistungen ebenso wie längerfristige Projektpartnerschaften über das AMU erhalten." Zweitens sei das AMU "mit den Anforderungen der Industrie vertraut, es spricht und versteht die Sprache der Industriefirmen", was conditio sine qua no für gelingenden Transfer sei.

Drittens schließlich schaffe das AMU "den Spagat, die Qualität wissenschaftlichen Arbeitens beizubehalten und dennoch die 'weltlichen Niederungen' der Ergebnis- und Terminanforderungen der Industrie zu erfüllen."

An den nicht immer reibungslosen Grenzflächen zwischen Forschung, Verwaltung und Industrie

AMU-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Biegel dankte zum einen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Physik der Universität Augsburg, "die sich so oft mit großem Engagement auf die eigentlich immer ebenso anspruchsvollen wie ungewöhnlichen Aufgabenstellungen unserer Industriepartner stürzen". Er dankte zum anderen und nicht minder diesen Industriepartnern, die die eigentliche Antriebskraft, der Brennstoff für das AMU seien und für die dieses AMU da sei. Sein Dank galt ebenso den Kolleginnen und Kollegen in der Universitätsverwaltung für die konstruktive und produktive Zusammenarbeit - trotz des Stirnrunzelns und der Fragezeichen, die die vom AMU produzierten Spezialaufgaben an der nicht immer reibungslosen Grenzfläche zwischen Verwaltung und Wirtschaft manchmal produzieren würden.

Bildunterschrift:

Dass das AMU im "innocube" der Universität Augsburg unter einem Dach mit dem Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) arbeitet, ist Programm: Gemeinsam waren AMU und WZU bereits zweimal Ausrichter des internationalen "Materials Science Forum on Future Sustainalble Technologies" (MATFORUM 2002 und 2004).

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