Neue TAL-Entgelte für die Deutsche Telekom AG dürfen Infrastrukturwettbewerb nicht gefährden

(PresseBox) (Bonn / Berlin, ) .
- Kabelnetzbetreiber haben im Vertrauen auf ein stabiles regulatorisches Umfeld Milliarden in den Netzausbau investiert
- Für 2009 sind erneut Investitionen von über 700 Mio. Euro geplant
- 24 Millionen Haushalte sollen bis Mitte 2009 von den Vorteilen eines echten Breitbandwettbewerbs profitieren
- Infrastrukturwettbewerb darf nicht durch eine deutliche Absenkung der TAL-Entgelte bestraft und in Frage gestellt werden
- Investitions- und Planungssicherheit ist wichtiger als kurzfristige Einspareffekte

Der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber ANGA appelliert an die Bundesnetzagentur, ihrer bislang verlässlichen und auf den Infrastruktur­wettbewerb setzenden Regulierung treu zu bleiben. Gerade die Höhe der TAL-Entgelte sind ein entscheidendes Signal für den Zeitpunkt und den Umfang der Investitionen in alternative Infrastrukturen. Dies gilt insbesondere für den möglichst raschen Übergang zu den neuen, hochleistungsfähigen "Next Generation Networks" (NGN), die sowohl durch glasfaser­basierte Kabelnetze ("Hybrid-Fibre-Coax" HFC-Netze) als auch durch neue Glasfasernetze bis zu den Gebäuden oder Wohnungen (FTTB/H) realisiert werden.

Die Entscheidung über den Investitionszeitpunkt und die Wirtschaftlichkeit bisheriger und zukünftiger Investitionen in glasfaserbasierte Netze hängt maßgeblich von den Nutzungspreisen der herkömmlichen DSL- bzw. Kupfernetz-Infrastruktur ab. Der Aufbau und Umstieg zu glasfaserbasierten NGN würde durch die Absenkung der TAL-Entgelte auf Basis historischer Kosten konterkariert und verzögert. Erst das bewährte und seit Öffnung der TAL vor mehr als 10 Jahren angewandte Wiederbeschaffungskostenprinzip hat echten Infrastrukturwettbewerb ermöglicht.

Seit vielen Jahren investieren die deutschen Kabelnetzbetreiber aus eigener Kraft hohe Beträge in leistungsfähige Netze. Dazu Thomas Braun, Präsident der ANGA: "Die Kabelnetzbetreiber der ANGA haben in den letzten Jahren zwischen 20 und 30 % ihres Umsatzes in die Modernisierung und den Ausbau ihrer Kabelnetze investiert. Im vergangenen Jahr lagen die Investitionen bei ca. 750 Mio. Euro, für 2009 sind wieder über 700 Mio. Euro geplant. Diese Investitionen sind nur dann möglich, wenn das wett­bewerb­liche und regulatorische Umfeld nicht zum Nachteil der Kabelnetzbetreiber bzw. der bereits in Glasfaserinfrastruktur investierenden Betreiber verändert wird."

Der mit den Absenkungsforderungen einhergehende abrupte Wechsel der Berechnungs­methodik würde die für Investitionen unverzichtbaren regulatorischen Ziele wie Planungs­sicherheit und Vertrauensschutz zugunsten allenfalls kurzfristiger Einsparungen preis­geben. Die Folge wären geringere und weit spätere Investitionen in NGN und damit lang­fristige volkswirtschaftliche Schäden.

ANGA Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e.V.

Die ANGA vertritt die Interessen von 119 Unternehmen der deutschen Breitband­kabel­branche. Die Netze der in der ANGA zusammengeschlossenen Kabelnetzbetreiber versorgen insgesamt rund 18 Millionen Haushalte.

Über Breitbandkabelnetze beziehen mehr als die Hälfte der deutschen Fernsehhaushalte ihre TV-Programme. Neben einem umfangreichen analogen und digitalen Fernsehangebot sind über Kabelanschluss auch interaktive Dienste, insbesondere Breitbandinternet und Telefonie verfüg­bar. Schon heute nutzen in Deutschland mehr als 1,85 Millionen Haushalte ihren Kabel­anschluss auch als breit­bandigen Internetzugang und 1,5 Millionen für Telefonie. Die Kabelnetz­betreiber der ANGA treiben damit den Infrastrukturwettbewerb um Breitbandzugänge und Triple Play-Bündel aus TV, Internet und Telefonie entschlossen voran.

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