Windenergie überwindet Stimmungstief

Neue Studienergebnisse des Instituts für Forst- und Umweltpolitik an der Universität Freiburg

(PresseBox) (Freiburg, ) In der jüngsten Befragung des Instituts für Forst- und Umweltpolitik unter Bewohnerinnen und Bewohnern von Freiburg zeigt sich, dass sowohl die Zahl der Befürworter der Stromproduktion durch Windkraft generell als auch die der Befürworter der Windenergieanlagen auf dem Schauinsland und dem Rosskopf gegenüber dem bisherigen Tiefstand von 2005 deutlich gestiegen ist. In der aktuellen Umfrage befürworten fast 95 Prozent der Befragten die Stromproduktion durch Windkraft, nur gut drei Prozent lehnen sie ab. Noch im Jahr 2005 wurde die Windkraftnutzung von zehn Prozent der befragten Bürger generell abgelehnt. Nach dem Stimmungstief der letzten Jahre ähnelt das positive Stimmungsbild in der Bevölkerung wieder der Akzeptanz vor dem Bau der Anlagen im Jahr 2003.

Darüber hinaus hat die Windkraftnutzung in der Region gegenüber den Vorjahren wieder an Zustimmung gewonnen. So werden die Windkraftanlagen im Schwarzwald von 80 Prozent der befragten Freiburger für sinnvoll erachtet (2003: 70 Prozent; 2004: 64 Prozent; 2006: 68 Prozent). Die sechs Freiburger Windanlagen konnten ebenso gegenüber dem Tiefstand, der vor vier Jahren erreicht war, wieder an Zustimmung gewinnen. Derzeit halten 75 Prozent der Befragten die örtlichen Anlagen für sinnvoll (2003: 65 Prozent; 2004: 61 Prozent; 2005: 57 Prozent; 2006: 68 Prozent).

Die Gründe für eine Ablehnung der Anlagen wurden im Vergleich der Jahre vielfältiger. 2003 wurden vor allem der Landschaftsschutz und der Fremdenverkehr als Gründe genannt. 2005 hat vor allem der Streit um die Auswirkungen von Windrädern auf Fledermäuse den Anlagen Sympathiewerte gekostet. In den letzten Jahren häufig genannte Nachteile der Windräder in Freiburg, primär deren negativer Einfluss auf das Landschaftsbild, werden allerdings auch in diesem Jahr angeführt. So geben jetzt 35 Prozent der Befragten an, die Windräder auf dem Rosskopf und dem Schauinslandberg hätten einen negativen Einfluss auf die Schwarzwaldlandschaft.

Auf einige Besonderheiten der Ergebnisse im überregionalen Vergleich weist der Leiter der Studie, Dr. Ulrich Schraml, hin: Anlagen vor Ort werden regelmäßig kritischer betrachtet als jene in anderen Regionen. Allerdings widerspricht das Freiburger Ergebnis Beobachtungen an anderen Windkraftstandorten, die ebenfalls sozialwissenschaftlich begleitet werden. Dort wurde wiederholt festgestellt, dass sich die Anwohner schneller an die Anlagen gewöhnen. Viele Autoren gehen davon aus, dass nach einer Zeit der heftigen Ablehnung von Windkraftvorhaben in der Bau- und Planungsphase später Ruhe einkehrt und die Zahl der Kritiker zurückgeht. Im Freiburger Windkraftkonflikt konnte davon zunächst keine Rede sein. Die fortdauernde Debatte um die Baugenehmigung und den Fledermausschutz hat nicht nur den Bekanntheitsgrad der Anlagen gefördert, sondern deren Bewertung maßgeblich beeinflusst. Stabil erweist sich vor allem die Altersabhängigkeit der Bewertung von Windkraftanlagen. Es sind - wie in den Vorjahren auch - insbesondere die älteren Bürgerinnen und Bürger sowie alteingesessene Freiburger, die die Windkraft generell und vor Ort kritisieren.

Die Meinungsumfrage unter den Einwohnern der Stadt zum Thema Windkraft wurde bereits zum fünften Mal seit dem Jahr 2003, in dem mit dem Bau der Windräder auf der Freiburger Gemarkung begonnen wurde, erfasst. Dieses Mal wurden 412 Bürgerinnen und Bürger interviewt.

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