Überdurchschnittlich lehrreich

Albert-Ludwigs-Universität bestimmt Preisträger des Universitätslehrpreises 2009

(PresseBox) (Freiburg, ) Der Senat der Universität Freiburg hat über die Vergabe des Universitätslehrpreises 2009 entschieden. Fünf Lehrende werden für ihre herausragenden Lehrveranstaltungen auf hohem inhaltlichen und didaktischen Niveau mit jeweils 5.000 Euro ausgezeichnet: Prof. Dr. Otto Haller, Leiter der Abteilung Virologie und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Dr. Anna-Bettina Kaiser, Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie, Dr. Vitus Oberhauser, Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Neurobiologie/Tierphysiologie, Prof. Dr. Bernd Fitzenberger, Inhaber des Lehrstuhls für Statistik und Ökonometrie am Institut für allgemeine Wirtschaftsforschung, und Prof. Dr. Judith Schlehe, Direktorin des Instituts für Völkerkunde. Die Preise werden im Rahmen der Feierlichen Eröffnung des Akademischen Jahres am 21. Oktober 2009 im Audimax, Kollegiengebäude II, verliehen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger in der Einzelbewertung:

Prof. Otto Haller, Leiter der Abteilung Virologie und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, gelingt es, auf verständliche und spannende Art und Weise die Verbindungen zwischen biochemischen, zellbiologischen und molekularen Grundlagen zu lehren. Er setzt dabei verschiedene Unterrichtsformen ein wie Vorlesung, praktische Übungen in Kleingruppen und klinisch-virologische Workshops, die den direkten Praxisbezug herstellen. Prof. Haller wird für seine Leistungen im Bereich der Lehre in diesem Jahr insgesamt zum dritten Mal mit dem Lehrpreis der Fachschaft Medizin ausgezeichnet.

Dr. Anna-Bettina Kaiser, Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie, setzt in ihrer Lehre auf das dialogische Lernen und setzt dieses auch in sehr großen Lehrveranstaltungen ein. Im Gegensatz zum klassischen Frontalunterricht werden die Studierenden durch diese Methode dazu angehalten, Problemlösungen weitestgehend eigenständig zu erarbeiten. Die dialogischen Einheiten ergänzt Dr. Kaiser durch Module, in denen Diskussionsbeiträge korrigiert und zusammen gefasst werden und das Wissen der Studierenden durch neue Inhalte weiter vertieft wird. Nach jeder Unterrichtseinheit werden eine Stunde lang verbleibende Fragen und Probleme von Studierenden besprochen. Dadurch ermöglicht Dr. Kaiser auch in einem Massenstudiengang wie der Rechtswissenschaft eine bedarfsgerechte und individuelle Förderung der Studierenden. Die Ergebnisse einer Evaluation in den Übungen für Anfänger fließen in die Weiterentwicklung der Veranstaltung ein.

Dr. Vitus Oberhauser, Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Neurobiologie/Tierphysiologie, bindet auf bemerkenswerte Weise die neuen Medien in seine Lehre ein. Erstmalig wurde durch ihn an der Fakultät für Biologie ein Online-Videostreaming der Vorlesungen eingerichtet. Die Filme können auf der zentralen Lehrplattform der Universität Freiburg, Campus Online, abgerufen werden. Dr. Oberhausers Präsentationen zeichnen sich durch klare und eindeutige Strukturierung der Thematik und ein gutes didaktisches Konzept aus. Er verwendet hervorragendes Bildmaterial und in die Thematik einführendes Filmmaterial. Mit eigens programmierten Animationen gelingt es ihm, selbst komplexe Zusammenhänge anschaulich darzustellen und dadurch bei den Studierenden einen besseren Lernerfolg zu erzielen. Die zusätzlich ausgearbeiteten Textversionen der Veranstaltungen werden den Bildern oder Videos durch "Sprechblasen" zugeordnet und in die Flash-Animation eingebunden.

Prof. Bernd Fitzenberger, Inhaber des Lehrstuhls für Statistik und Ökonometrie am Institut für allgemeine Wirtschaftsforschung, verwendet in seiner Lehre Methoden mit hoher Praxisrelevanz. Er setzt in Statistik und Ökonometrie reale Fallbeispiele, so genannte Hands-On-Approaches, ein. Dies begleitet er mit einer kritischen Diskussion von Fachliteratur. Die Kompetenz, mit Datensätzen und Methoden effektiv und kritisch zu arbeiten, ist für die berufliche Qualifikation angehender Volkswirte äußerst wichtig. In Seminaren und im Rahmen von Abschlussarbeiten können Studierende eine eigene empirische Analyse auf Basis realer Daten durchführen. Bei diesen im Rahmen der VWL noch seltenen Praxisdiplomarbeiten ist Prof. Fitzenberger mit hohem Engagement behilflich.

Prof. Judith Schlehe, Direktorin des Instituts für Völkerkunde, war hauptverantwortlich für die inhaltliche, methodische und didaktische Neugestaltung der Lehre im Fach Ethnologie. Unter ihrer Führung wurden nicht nur wichtige hochschuldidaktische Neuerungen vorgenommen, wie zum Beispiel interaktive Lehrmethoden, der Einsatz aktivierender Methoden oder kompetenzorientiertes Lernen. Sondern es wurden auch neue Veranstaltungsformen geschaffen, die eine grundlegend neue Arbeitsweise im Fach Ethnologie etablierten und die heute - nicht nur an der Universität Freiburg - als Vorbild moderner Lehre dienen. Vor allem im Rahmen der Internationalen Lehrforschungs-Kooperation mit der Gadjah Mada Universität in Yogyakara (Indonesien) wird theoriegeleitetes Forschen mit einer neuen Methodenlehre verbunden: Die interkulturelle Lehr-Lernform vermittelt indonesischen und deutschen Studierenden gemeinsam ethnologische Forschungsmethoden und ermöglicht ihre direkte Anwendung im Untersuchungsfeld. Außerdem erlernen Studierende dadurch Kenntnisse der Projektplanung, -durchführung und -auswertung, die ihnen sowohl in wissenschaftlichen als auch in außeruniversitären Arbeitsfeldern nützen.

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