Therapie aus dem Computer: Zielsichere Medikamentenentwicklung dank Systembiologie

3. Conference on Systems Biology of Mammalian Cells in Freiburg

(PresseBox) (Freiburg, ) Die Systembiologie ist ihren Kinderschuhen längst entwachsen. Das wird deutlich bei der dritten Conference on Systems Biology of Mammalian Cells (SBMC) unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Die Konferenz findet vom 3. bis 5. Juni 2010 im Konzerthaus in Freiburg statt.

Gastgeber ist HepatoSys/Virtual Liver, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Netzwerk für die Systembiologie der Leber. Der Wissenschaftliche Sprecher des Kompetenznetzes HepatoSys, Prof. Dr. Jens Timmer, koordiniert die SBMC. Timmer ist Professor für Theoretische Physik und hat als Direktor des Freiburger Zentrums für Biosystemanalyse (ZBSA) sowie Co-Direktor der School of Life Sciences - LifeNet am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) großen Anteil an dem erfolgreichen Aufbau eines systembiologischen Forschungsschwerpunkts an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Drei Tage lang tauschen sich in Freiburg Fachleute aus aller Welt über die systembiologische Analyse von biologischen Prozessen in Säugetierzellen aus. Dabei geht es nicht nur um neueste Technologien und zukunftsweisende Konzepte im Forschungsfeld: Die Wissenschaftler zeigen auch, wie Medizin und Pharmaforschung schon heute von der Systembiologie profitieren - insbesondere bei der Entwicklung neuer und sicherer Medikamente.

Die Systembiologie erforscht biologische Prozesse auf der Systemebene. Sie berücksichtigt dabei, dass alle Vorgänge in einer Zelle, einem Organ und sogar im ganzen Körper auf dynamische Weise mit anderen verknüpft sind. Um diese umfassenden Netzwerke abzubilden, verbindet sie quantitative Methoden aus der Molekularbiologie mit dem Wissen aus Mathematik, Informatik und Systemwissenschaften.

Vor allem die medizinischpharmazeutische Forschung profitiert von der systembiologischen Untersuchung von Säugetierzellen. So erlauben Simulationen von Krankheitsmechanismen, diese besser zu verstehen und gezielt Therapieansätze zu entwickeln. Auch die Wirkungsweise von Arzneimitteln lässt sich mit Hilfe mathematischer Modelle vorhersagen. Sie geben Aufschluss darüber, wie sich ein Wirkstoff im Körper verteilt, wie schnell er abgebaut wird, und wie man ihn vor diesem Hintergrund dosieren muss. Besonders wichtig sind diese systembiologischen Modelle, wenn es um Kinder geht. Sie sagen voraus, wie eine Substanz bei Kindern verschiedenen Alters wirkt. So lässt sich abschätzen, ob und unter welchen Bedingungen ein Medikament bei den kleinen Patienten den erhofften Effekt zeigt.

Die MTZ-Stiftung aus Erkrath bei Düsseldorf fördert in Zusammenarbeit mit BMBF den wissenschaftlichen Nachwuchs im Feld der Systembiologie. Zum zweiten Mal werden während der Konferenz drei junge Wissenschaftler für ihre herausragenden Dissertationen mit dem MTZ-Award der medizinisch orientierten Systembiologie im Wert von insgesamt 5.000 Euro geehrt. Die Preisverleihung findet am Freitag, den 4. Juni 2010, um 14 Uhr statt.

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