Ehrentitel für Slavistik-Professorin

Prof. Dr. Cheauré zur "Professorin h.c." von der Staatlichen Universität Tver' (Russische Föderation) ernannt

(PresseBox) (Freiburg, ) Mit Beschluss des Akademischen Senats der Staatlichen Universität Tver' (etwa 200 Kilometer nordwestlich von Moskau) wurde Prof. Dr. Elisabeth Cheauré zur "Professorin honoris causa" ernannt. Cheauré ist Professorin für Slavische Philologie sowie Dekanin der Philologischen Fakultät an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Philosophischen Fakultätentags. Den Ehrentitel erhielt sie aufgrund ihrer Verdienste um die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen der Staatlichen Universität Tver' und der Universität Freiburg, sowie für ihren Beitrag zur Vermittlung der russischen Kultur in Deutschland.

Cheauré wurde im österreichischen Klagenfurt geboren und studierte Germanistik, Philosophie und Slavistik an der Universität Graz. Nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt in Moskau promovierte sie in Graz über Inszenierungen der Werke E.T.A. Hoffmanns auf russischen Bühnen. 1986 folgte die Habilitationsschrift über die "Künstlererzählung im russischen Realismus" sowie zahlreiche Bücher und Aufsätze. Cheauré war Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft und wirkte lange Jahre im Vorstand der renommierten Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde. Seit 1990 hat Cheauré die Professur für Slavische Philologie mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft am Slavischen Seminar der Universität Freiburg inne. Einen Ruf auf ein Ordinariat in Köln lehnte sie 1992 ab und blieb damit der Freiburger Universität verbunden. Als Initiatorin des interdisziplinären Studienganges Gender Studies und Vorsitzende des Zentrums für Anthropologie und Gender Studies sowie durch ihre mehrjährige Tätigkeit als Frauenbeauftragte der Universität und Sprecherin der Frauenbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs hat sich Cheauré stets auch für die Gleichstellung und insbesondere auch für die Belange der studierenden und wissenschaftlich tätigen Frauen eingesetzt.

Die Arbeitsgebiete Cheaurés konzentrieren sich in der Slavistik unter anderem auf die russische Literatur und Kultur, Fragen der Intermedialität, Gender Studies sowie Area Studies. Außer in Freiburg lehrte Cheauré an den Universitäten Würzburg, Bamberg, Graz, Basel, Tübingen, Tver', Moskau und Madrid. Seit 1993 organisiert und leitet sie Fachtagungen zur zeitgenössischen russischen Literatur und Kultur und ist gegenwärtig unter anderem als Leiterin eines DFG-Forschungsprojekts "Gender-Diskurse und nationale Identität in Russland" sowie eines literaturwissenschaftlichen deutsch-russischen Master-Studiengangs tätig.

Zur Staatlichen Universität Tver', mit der die Universität Freiburg eine Ostpartnerschaft über den Deutschen Akademischen Austauschdienst pflegt, hat Cheauré beste wissenschaftliche Kontakte, die sich auch in einer Reihe gemeinsamer Publikationen niederschlagen. Außerdem finden immer wieder Austausche und Forschungsaufenthalte sowie wissenschaftliche Exkursionen mit Studierenden zur jeweiligen Partner-Universität statt. Auch Studierende, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Tver' waren wiederholt an der Universität Freiburg zu Gast. So nahm etwa Prof. Dr. Evgenija Nachimovna Stroganova vor einiger Zeit an der Universität Freiburg eine Gastprofessur wahr. Mitglieder der 500.000 Einwohner zählenden Universitätsstadt Tver' nehmen regelmäßig an den von Cheauré veranstalteten internationalen Konferenzen zur Gender-Problematik in Russland teil.

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