Dilthey-Fellowship für Dr. Sonja Levsen, Junior Fellow des FRIAS, dem Forschungskolleg der Universität Freiburg

Fritz Thyssen Stiftung und VolkswagenStiftung fördern Nachwuchswissenschaftlerin mit 400.000 Euro

(PresseBox) (Freiburg, ) Dr. Sonja Levsen, Junior Fellow der FRIAS School of History, erhält das Dilthey-Fellowship, eines der angesehensten Stipendien für Nachwuchswissenschaftlerinnen und wissenschaftler in den Geisteswissenschaften. Es wird gemeinsam von der Fritz Thyssen Stiftung und der VolkswagenStiftung vergeben und ist mit 400.000 Euro dotiert. Die junge Historikerin, die vor ihrer Berufung ans FRIAS als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Geschichte des Romanischen Westeuropas an der Universität Freiburg tätig war, überzeugte das Auswahlgremium mit dem Thema "Autorität und Demokratie. Debatten über die Erziehung der Jugend in Deutschland und Frankreich, ca. 1945 - 1980".

Mit den Dilthey-Fellowships - benannt nach dem deutschen Philosophen Wilhelm Dilthey (1833 bis 1911) - fördern die Fritz Thyssen Stiftung und die VolkswagenStiftung exzellente junge Forscherinnen und Forscher in den Geisteswissenschaften, die sich an die Fachgrenzen ihres Gebiets heranwagen. Unterstützt werden Projekte, die neue Bereiche erschließen und die aufgrund ihrer Komplexität oder ihres höheren Risikos von Beginn an längere Planungs- und Zeithorizonte benötigen. Pro Jahr werden maximal zehn "Dilthey-Fellowships" für einen Zeitraum von fünf Jahren vergeben.

Erziehung gehört zu den großen Themen, die nahezu alle europäischen Gesellschaften nach Kriegsende beschäftigten. Als Reaktion auf die unterschiedlich erlebte und gedeutete Katastrophe wurden Erziehungsfragen intensiv diskutiert. Der gesellschaftliche Wandel der 1950er und 1960er Jahre ließ die Diskussionen um die Frage, wie man Jugendliche zu Bürgern der Zukunft formen könne und solle, immer wieder mit aller Schärfe aufflammen.

Im Mittelpunkt von Sonja Levsens Projekt steht der Wandel von Erziehungsidealen und praktiken in West-Deutschland und Frankreich zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den späten 1970er Jahren. Debatten über Erziehung, insbesondere über die Erziehung der Jugend, waren in diesem Zeitraum stets auch Vergewisserungen über das Selbstverständnis der deutschen beziehungsweise französischen Gesellschaft. In ihnen reflektierten Erzieher und Intellektuelle, Politiker und Medien über das Verhältnis von Autorität und Demokratie, über den Umgang mit der Vergangenheit und das Ideal des Bürgers der Zukunft.

Ganz besonders interessiert sich Sonja Levsen für die Frage, ob in den 1960er Jahren in Deutschland tatsächlich ein demokratischer Aufholprozess gegenüber anderen westeuropäischen Staaten erfolgte, der seinen Ausdruck in einer zunehmenden Liberalisierung und Individualisierung der Erziehung fand.

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