Arbeitsmarkt Jahresbilanz 2011: "So wenig Arbeitslose wie lange nicht - alle Personengruppen profitieren!"

(PresseBox) (München, ) Im Bezirk München waren im Jahresdurchschnitt 2011 rund 51.300 Menschen arbeitslos gemeldet, über 5.500 weniger als im Vorjahr. Die durchschnittliche Jahresarbeitslosenquote betrug 4,2 Prozent, 0,5 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2010. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 4,7 Prozent.

Arbeitslos gemeldete Menschen im Jahr 2011 51.326
Arbeitslosenquote im Jahr 2011 4,2 Prozent

"Der Münchner Arbeitsmarkt hat 2011 ein Erfolgsjahr erlebt. Wir hatten einen sehr dynamischen Arbeitsmarkt. Davon profitierten Arbeitslose und Arbeitgeber gleichermaßen: Die Zahl der Arbeitslosen sank - im November konnten wir einen historischen Tiefstand von rund 46.500 Personen verzeichnen - und die Arbeitskräftenachfrage stieg. Viele Firmen im Agenturbezirk stellten vermehrt Personal ein. Im Schnitt hatten wir in München so wenig Arbeitslose wie lange nicht", sagt Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit München, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Entwicklung der beiden Rechtskreise im Jahresverlauf

Sowohl in der Arbeitslosenversicherung als auch im System der Grundsicherung war die Arbeitslosigkeit im Jahr 2011 rückläufig. Im Schnitt waren in der Arbeitslosenversicherung 22.676 arbeitslose Personen (minus 16,1 Prozent). Das entsprach einer Quote von 1,9 Prozent. Im Vorjahr lag diese noch bei 2,2 Prozent. Im System der Grundsicherung waren 28.650 arbeitslose Frauen und Männer (minus 3,9 Prozent) gemeldet. Die Arbeitslosenquote ging von 2,5 auf 2,4 Prozent zurück.

Kurzarbeit im Jahr 2011

Die Kurzarbeit verlor im Jahr 2011 an Bedeutung, dennoch war das Instrument Kurzarbeitergeld punktuell ein wichtiger Garant zur Erhaltung von Arbeitsplätzen. Im Januar 2011 erhielten 4.062 beschäftigte Arbeitnehmer in 633 Betrieben Kurzarbeitergeld, im Juni waren es nur noch 812 Kurzarbeiter in 229 Unternehmen. Die Agentur für Arbeit wendete dafür rund 20,3 Millionen Euro auf.
Hinweis: Weitere Daten über die Folgemonate liegen noch nicht vor, da man die Arbeitgeber von zusätzlichen statistischen Erhebungen entlasten möchte.

Entwicklung einzelner Personengruppen

Die Jugendlichen profitierten am meisten von der positiven Arbeitsmarktlage. Im Jahresdurchschnitt waren 3.582 Jugendliche zwischen 15 bis unter 25 Jahren arbeitslos. Das waren 715 bzw. 16,6 Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt 2010. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2011 bei 3,0 Prozent. Das sind 0,6 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Bei den über 50-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit im Jahr 2011 um fast 3,9 Prozentpunkte. Hier waren im gleichen Zeitraum 16.375 Personen arbeitslos gemeldet, 663 weniger als im Jahr 2010. Der Chef der Arbeitsagentur freut sich besonders über die rückläufigen Zahlen bei den älteren Arbeitslosen: "Endlich erlebte diese Personengruppe einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Der Rückgang ist zwar moderat, aber spürbar. Erstmals nach der Finanzkrise hat eine Trendumkehr stattgefunden; wir werden weiterhin auf Qualifizierung von älteren Beschäftigten sowie Arbeitslosen setzen!"

Arbeitskräftenachfrage im Jahr 2011

Die Vermittlerinnen und Vermittler der Agentur für Arbeit München konnten im Jahresverlauf fast 10.000 offene Stellen einwerben. Das waren 557 mehr als im Vorjahr (plus 5,9 Prozent). Besonders viele zu besetzende Arbeitsplätze gab es in der Zeitarbeit, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Gastgewerbe.

Ausgabebilanz 2011: weniger Lohnersatzleistungen - höhere Ausgaben bei Qualifizierung

Die positive Entwicklung auf dem Münchner Arbeitsmarkt spiegelt sich im Finanzhaushalt wider. Die Gesamtausgaben in der Arbeitslosenversicherung lagen bei rund 695 Millionen Euro. Das sind 267 Millionen Euro bzw.

27,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ausgaben für Arbeitslosengeld sanken um 27,2 Prozent auf 340,4 Millionen Euro. Im Vorjahr wurden noch 467,9 Millionen für diese Versicherungsleistung ausgegeben. Beim Kurzarbeitergeld wurden fast 83 Prozent gegenüber 2010 eingespart. Im Jahr 2011 wurden 20,3 Millionen Euro Kurzarbeitergeld ausbezahlt. Im Vorjahr waren es noch 117,4 Millionen Euro. Becking erklärt: "Ein Minus bei der Zahl der Arbeitslosen und Kurzarbeiter hat natürlich ein Minus beim Arbeitslosen- sowie Kurzarbeitergeld zur Folge."

Für die berufliche Weiterbildung und Qualifizierung wurden im Jahr 2011 über 4 Millionen Euro mehr ausgegeben als im Vorjahr. "Das ist wirklich ein großer Erfolg: wir konnten auf der einen Seite Lohnersatzleistungen einsparen, auf der anderen Seite unterstützten wir Arbeitslose mit Qualifikationsdefiziten indem wir die Weiterbildungskosten übernahmen. Der Münchner Arbeitsmarkt braucht gut ausgebildete Fachkräfte, deshalb ist jeder einzelne 'Bildungs-Euro' gut investiert", betont Becking.

Um Bewerbern mit Vermittlungshemmnissen einen Einstieg ins Arbeitsleben zu ermöglichen, zahlte die Agentur für Arbeit München Eingliederungszuschüsse in Höhe von 8,2 Millionen Euro an Arbeitgeber. Im Jahr 2010 waren es noch 9,5 Millionen Euro (minus 13,5 Prozent).

Die Gründungszuschüsse - damit soll arbeitslosen Menschen die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit erleichtert werden - verringerten sich im Jahr 2011 um 10,2 Prozent auf rund 89 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 99,1 Millionen Euro.

Ausblick für das Jahr 2012

Auf das Jahr 2012 blickt der Leiter der Agentur für Arbeit München zunächst positiv. Er geht von einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit aus. "Die vielfältigen Risiken lassen es natürlich nicht zu, an dieser Stelle eine Größenordnung zu nennen", sagt Becking. "Die demografische Entwicklung ist für das rückläufige Arbeitsangebot nach wie vor die größte Herausforderung. Unsere Hauptaufgaben werden in 2012 unverändert sein:

- Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und benachteiligte Jugendliche beim Übergang Schule-Ausbildung-Beruf zu unterstützen
- Ausländischen Mitbürgern und Bürgern mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt integrieren
- Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Fachkräftesicherung für die Region München zu betreiben
- Menschen, die nach langjähriger Beschäftigung ihren Arbeitsplatz verloren haben, so zu qualifizieren, dass sie zügig wieder integriert werden Dafür haben wir schon im Jahr 2011 über 4 Millionen Euro mehr als in 2010 ausgegeben", so der Agenturchef in seinem Ausblick auf 2012 abschließend.

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