Arbeitslosigkeit steigt auf 4,3 Prozent

Männer und Ältere besonders betroffen

(PresseBox) (München, ) Zum Jahresauftakt ist im Raum München die Arbeitslosigkeit stark gestiegen. Insgesamt sind 6.245 Personen mehr als im Dezember 2011 und somit 52.818 Personen arbeitslos. Im Vergleich zum Januar 2011 sind jedoch fast 5.500 Personen weniger ohne Arbeit. Im Agenturbezirk München steigt die Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Die Landeshauptstadt muss einen Anstieg von 0,6 Prozentpunkten auf 5,2 Prozent verzeichnen. Zuletzt lag die Quote im Mai 2011 über dieser Marke.

Arbeitslos gemeldete Menschen im Januar 52.818
Arbeitslosenquote im Januar 4,3 Prozent

Die Arbeitslosigkeit ist zum Jahresbeginn saisonüblich gestiegen. Die 50.000-Marke wird im Agenturbezirk überschritten. "Der deutliche Anstieg ist typisch und hat ausschließlich saisonale Gründe. Außerdem liegt die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Vorjahreswert", beruhigt Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit München, bei der heutigen Pressekonferenz. Warum der deutliche Anstieg nur vorübergend ist, erklärt Becking: "Zum einen ruht in den kalten Monaten die Arbeit in den typischen Außenberufen, wie zum Beispiel Baugewerbe und Landschaftsbau. Zum anderen endete das Weihnachtsgeschäft, der Handel baute also wieder Arbeitsstellen ab. Desweiteren enden zum Jahresende viele befristete Arbeitsverträge, die nun zu Buche schlagen." Becking betont, dass es auch eine sehr positive Nachricht gäbe: "Die äußerst niedrige Arbeitslosigkeit bleibt - auch im Bayern-Vergleich - eine herausragende Stärke des lokalen Arbeitsmarktes."

Die Arbeitslosigkeit hat sich in beiden Rechtskreisen unterschiedlich entwickelt. In der Arbeitslosenversicherung (betreut von der Arbeitsagentur) sind im Januar 24.678 Menschen arbeitslos gemeldet, im System der Grundsicherung (betreut von den Jobcentern) 28.140 Personen. Die Arbeitslosenquote in der Arbeitslosenversicherung ist zum Dezember 2011 um 0,3 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent gestiegen. Im Bereich der Grundsicherung steigt die Quote um 0,2 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent.

Drei von fünf Landkreisen immer noch eine 2 vor dem Komma; Landeshauptstadt 5-Prozent-Marke überschritten

Im Landkreis Ebersberg stieg die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent, das sind aktuell 1.806 arbeitslose Menschen (plus 237). In Dachau ist die Zahl der arbeitslosen Menschen um 349 Personen auf 2.154 Frauen und Männer gestiegen. Die Quote liegt aktuell bei 2,8 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte). Im Landkreis München gibt es 637 arbeitslose Frauen und Männer mehr als im Vormonat, insgesamt sind es 4.773. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent (plus 0,4 Prozentpunkte). Es folgt der Landkreis Starnberg mit einer Quote von 3,2 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte). In Starnberg sind aktuell 1.896 Menschen ohne Arbeit, 304 mehr als im Dezember 2011. Die höchste Landkreis-Quote verzeichnet Fürstenfeldbruck. Die Arbeitslosenquote ist um 0,6 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent gestiegen. Aktuell sind dort 3.783 Personen arbeitslos (plus 581).

Auch die Landeshauptstadt muss einen Anstieg von 4.137 Personen bzw. 0,6 Prozentpunkte verzeichnen. Aktuell sind in der bayerischen Landeshauptstadt 38.406 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent.

Witterungsbedingt hohe Zugänge

Ein Blick auf die Zu- und Abgänge im Januar 2012 zeigt die Dynamik auf dem Münchner Arbeitsmarkt. 18.200 Menschen meldeten sich neu arbeitslos, 684 weniger als im Januar 2011. Gleichzeitig konnten 12.050 Frauen und Männer die Arbeitslosigkeit beenden, 1.316 Personen weniger als im Januar 2011.

Moderater Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit; "Ältere Menschen überdurchschnittlich vom saisonalen Anstieg betroffen"

Insgesamt sind im Januar 3.360 Jugendliche von 15 bis 25 Jahren arbeitslos, das sind 355 mehr als im Dezember 2011 (plus 11,8 Prozent). Im Vergleich zum Januar 2011 sind es aber 520 Jugendliche bzw. 13,4 Prozent weniger. In der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen ist die Zahl im Vergleich zum Vormonat um 35 auf 663 Jugendliche gestiegen. Dies sind 97 Jugendliche weniger als im Januar 2011, ein Rückgang von 12,8 Prozent binnen Jahresfrist. Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist unterdurchschnittlich stark betroffen.

Die Zahl der älteren Arbeitslosen (50 bis unter 65 Jahre) steigt aktuell um 2.071 auf 17.062 Personen (plus 13,8 Prozent). Im Vergleich zum Januar 2011 gibt es 1.373 bzw. minus 7,4 Prozent weniger ältere Arbeitslose. "Anders als die Gruppe der Jugendlichen sind die Älteren überdurchschnittlich vom saisonalen Anstieg betroffen. Zuletzt war die Quote im Mai 2011 so hoch. Die Münchner Unternehmen und wir dürfen nicht nachlassen und weiter in die Qualifizierung von älteren Beschäftigten investieren. So kann Beschäftigung gesichert und Arbeitslosigkeit vermieden werden", erklärt der Agenturchef.

Arbeitskräftenachfrage rückläufig

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitgeber-Services der Agentur für Arbeit München konnten im Januar 2.510 offene Arbeitsstellen entgegennehmen. Dies sind 791 bzw. 24,0 Prozent weniger als im Dezember 2011. Im Stellenpool der Agentur für Arbeit München befinden sich derzeit 8.691 Angebote, 466 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Januar 2011 ist dies ein Minus von 815 Stellen. Besonders viele offene Stellen konnten im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung, im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen eingeworben werden. "Unter der Service-Nummer 01801 / 66 44 66[1] bieten wir den Betrieben an, weitere freie Stellen und das Anforderungsprofil zu melden. Der Arbeitgeber-Service berät zu allen Fragen der Personalsuche und Fördermöglichkeiten für Beschäftigte, die Qualifizierungsbedarf haben", so Becking abschließend.

Hinweis:

Aufgrund der Erweiterung der statistischen Berichterstattung zur Dauer der Arbeitslosigkeit und einer Änderung bei der Berücksichtigung des Wohnortes wurden alle Daten der Arbeitslosenstatistik rückwirkend bis Januar 2007 revidiert. Damit sind Abweichungen zu früheren Auswertungen verbunden.

[1]Festnetzpreis 3,9 ct / min; Mobilfunkpreise, höchstens 42 ct / min

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