Deutsche Exporte nach Afrika auf Rekordniveau

Die deutschen Exporte nach Afrika sind im ersten Halbjahr 2010 um 27,4 Prozent gestiegen und übertrafen damit die Höchststände des Jahres 2008

(PresseBox) (Hamburg, ) Der deutschafrikanische Außenhandel ist im ersten Halbjahr 2010 um 25,4 Prozent auf €18,1 Mrd. gewachsen. Die deutschen Exporte übertrafen mit einem Plus von 27,4 Prozent auf €9,8 Mrd. bereits das bisherige Rekordniveau aus dem Jahr 2008. Allein der Außenhandel mit der Republik Südafrika steigerte sich um 38,4 Prozent auf €6,4 Mrd. Der Warenexport in die Republik Südafrika verzeichnete sogar ein Plus von 46,5 Prozent auf €3,8 Mrd. Auch der Außenhandel mit Nordafrika entwickelte sich positiv und steigerte sich um 25,3 Prozent auf €7,8 Mrd.

Der deutsche Außenhandel mit Afrika ist im ersten Halbjahr 2010 überdurchschnittlich stark gewachsen. Das Wachstum bei den Exporten um 26,5 Prozent auf €9,8 Mrd. war dabei noch etwas größer als bei den Importen, die um 23,1 Prozent auf €8,4 Mrd. anstiegen. Besonders gut entwickelten sich die deutschen Exporte in die ohnehin wichtigsten Handelsregionen Nordafrika und Südliches Afrika. Auch nach Ostafrika konnten die deutschen Warenlieferungen um 20,8 Prozent auf €337 Mio. gesteigert werden. Die Exporte nach Westafrika gingen dagegen mit Minus 0,7 Prozent leicht zurück. Der weltweite Export deutscher Waren steigerte sich im ersten Halbjahr um 18,2 Prozent und der Import um 16,8 Prozent.

Automobilsektor sorgt für kräftiges Plus im Handel mit Südafrika

Das Südliche Afrika ist mit einem Anteil von 38,5 Prozent (2010: €4 Mrd.) bei den deutschen Exporten und einem Anteil von 35,3 Prozent bei den Importen (2010: € 3 Mrd.) die zweitwichtigste Handelsregion. Im Außenhandel mit Südafrika gab es besonders im Automobilsektor ein kräftiges Wachstum. Die deutschen Exporte von Autos und Autoteilen stiegen um 61,8 Prozent auf €1,2 Mrd. und die Importe um 138,6 Prozent auf €467 Mio. Der deutsche Absatz von Chemischen Erzeugnissen verdoppelte sich fast mit 94,7 Prozent auf €426 Mio. Der Maschinenbausektor blieb mit einem Plus von 16,9 Prozent auf €632 Mio. die zweitwichtigste Branche im Handel mit Südafrika. Der deutsche Import von Maschinen stieg sogar um 42,4 Prozent auf €314 Mio. Der Absatz von landwirtschaftlichen Produkten verdoppelte sich (+100,7 Prozent) auf €82 Mio. und der Absatz von Nahrungsmitteln steigerte sich um 128,7 Prozent auf €48 Mio. Die Exporte nach Angola, dem zweitwichtigsten deutschen Markt der Region, gingen um 31,6 Prozent auf €100 Mio. zurück. Der drittwichtigste Absatzmarkt ist Namibia, in das die Exporte um 23,4 Prozent auf €47 Mio. stiegen.

Tunesien überholt Nachbarländer

Die nordafrikanischen Länder bilden die wichtigste deutsche Handelsregion in Afrika. In die Region gehen 44,9 Prozent der deutschen Exporte (2010: €4,4 Mrd.) und es kommen 41,4 Prozent der deutschen Importe aus der Region (€3,5 Mrd.). Mit Tunesien verzeichnete Deutschland im ersten Halbjahr 2010 das stärkste Außenhandelswachstum in Nordafrika. Ein zusätzliches Exportvolumen von €332 Mio. bedeutete ein Plus von 68,5 Prozent und den größten Volumenzuwachs im Handel mit allen afrikanischen Staaten außer der Republik Südafrika. Während Tunesien im Vorjahreszeitraum lediglich der fünftwichtigste Absatzmarkt in der Region war, konnte sich das nordafrikanische Land in diesem Jahr auf Platz zwei verbessern. Der wichtigste Absatzmarkt blieb Ägypten mit einem Exportvolumen von €1,5 Mrd. - 21,5 Prozent mehr als 2009. Die Exporte nach Libyen gingen dagegen um 41,2 Prozent auf €468 Mio. zurück. Auch Algerien verzeichnete mit Minus 6,7 Prozent einen Rückgang auf €711 Mio. Das wichtigste deutsche Importland blieb der Erdöllieferant Libyen mit €1,5 Mrd. (2009: 1,1 Mrd.). Danach folge Tunesien mit €721 Mio. (2009: €570 Mio.) und Ägypten mit €440. Mio.

Kenia erholt sich weiter

In Ostafrika bleibt Kenia weiterhin der wichtigste Exportmarkt. Die deutschen Exporte nach Kenia stiegen im ersten Halbjahr um 52,3 Prozent auf €130 Mio. Allein der Absatz von Maschinen stieg um 69,1 Prozent auf €33 Mio. Der zweitwichtigste Absatzmarkt in Ostafrika war Äthiopien mit €64 Mio. (2009: €52 Mio.). Ein besonders starkes Exportwachstum mit Plus 124 Prozent auf €58 Mio. erreichte Uganda. Insgesamt gehen jedoch nur 3,5 Prozent der deutschen Afrikaexporte nach Ostafrika. Bei den Importen ist der Anteil sogar nur bei 2,5 Prozent.

Exporte nach Nigeria stagnierten

Die deutschen Exporte nach Westafrika gingen im ersten Halbjahr 2010 mit Minus 0,7 Prozent leicht zurück. Nach Nigeria konnten lediglich 2,4 Prozent mehr Waren abgesetzt werden, so dass das Exportvolumen bei €507 Mio. lag. Der zweitwichtigste Exportmarkt für deutsche Unternehmen ist Ghana, in das mit €94 Mio. 13 Prozent mehr Waren geliefert wurden. Einen Rückgang verzeichneten jedoch die deutschen Exporte nach Liberia mit einem Minus von 68 Prozent auf €20 Mio.

Hohes Wachstum für das Gesamtjahr erwartet

Der deutsche Außenhandel mit Afrika hat im Verlauf des ersten Halbjahres an Dynamik gewonnen, so dass auch für das Gesamtjahr mit einem hohen Zuwachs zu rechnen ist. Die deutschen Exporte nach Afrika könnten damit 2010 ein neues Rekordniveau erreichen. Der Anteil Afrikas am deutschen Außenhandel von rund 2 Prozent dürfte nach 2009 auch in diesem Jahr wieder leicht ansteigen.

Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V

Ist der Außenwirtschaftsverband der deutschen Unternehmen und Institutionen mit wirtschaftlichem Interesse an den Staaten des afrikanischen Kontinents. Der Verein informiert seine über 660 Mitglieder über diese Länder und Märkte, stellt Geschäftskontakte her und vertritt die Interessen seiner Mitglieder im In- und Ausland.

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