Die AFG Arbonia-Forster-Holding AG zurück in der Gewinnzone

Steigerung des Nettoumsatzes um 0.4% auf CHF 628.6 Mio. - Betriebsergebnis EBIT steigt markant um CHF 27.2 Mio. auf CHF 15.2 Mio. - Konzernergebnis ver-bessert sich auf CHF 1.3 Mio.

(PresseBox) (Arbon, ) Der international tätige Bauzuliefer- und Technologiekonzern AFG Arbonia-Forster-Holding AG hat nach einem Verlust im letzten Geschäftsjahr den Turnaround geschafft und im 1. Halbjahr 2010 wieder einen Gewinn erzielt. Umsatzmässig hat sich die AFG unter weiterhin anspruchsvollen Marktbedingungen leicht, ertragsmässig jedoch markant, verbessert. Der Nettoumsatz stieg um 0.4% auf CHF 628.6 Mio. Währungsbereinigt zum Schweizer Franken betrug die Zunahme des Nettoumsatzes 2.1%. Das straffe Kostenmanagement hat in einem wieder etwas investitionsfreudigeren Umfeld zu greifen begonnen. Das schlug sich entsprechend in der Rentabilität des Konzerns nieder: Das Betriebsergebnis EBIT weist gegenüber der Vorjahresperiode eine markante Steigerung um CHF 27.2 Mio. auf CHF 15.2 Mio. aus, nachdem es in der Vorjahresperiode mit CHF -12.0 Mio. noch deutlich negativ war. Das Konzernergebnis hat sich nach dem Vorjahresverlust von CHF -23.3 Mio. ebenso klar auf CHF 1.3 Mio. verbessert.

Parallel zur Verbesserung der Erfolgsrechnung konnte auch die Bilanz weiter gestärkt werden. Die Nettoverschuldung hat sich weiterhin positiv entwickelt. Sie liegt mit CHF 254.5 Mio. deutlich unter Vorjahr (CHF 378.1 Mio.) und nur unwesentlich über der Nettoverschuldung per 31. Dezember 2009 (CHF 239.7 Mio.). Wegen des besseren Ergebnisses konnte der Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung / EBITDA) gegenüber 30. Juni 2009 (-3.18) massiv auf -2.15 gesenkt werden. Die Geldflussrechnung per 30. Juni 2010 zeigt einen saisonal normalen Free Cashflow von CHF -23.4 Mio. (CHF -26.8 Mio.).

Für das zweite, saisonal traditionell stärkere Halbjahr ist AFG-Verwaltungsratspräsident und CEO Edgar Oehler vorsichtig optimistisch: "Unter der Voraussetzung, dass keine unvorhersehbaren Ereignisse eintreten, gehen wir auf Jahresbasis von einem leicht höheren Umsatz und einer deutlich verbesserten Profitabilität aus".

Uneinheitliche Entwicklung der Divisionen

Gegenüber der Vorjahresperiode gab der Nettoumsatz der Division Heiztechnik und Sanitär nur geringfügig um 1.7% auf CHF 260.0 Mio. (Vorjahr CHF 264.5 Mio.) nach. Währungsbereinigt resultierte ein Wachstum von 1.7%. Die Division erzielte trotz weiterhin anspruchsvollen Marktbedingungen mit anziehenden Stahlpreisen ein respektables EBIT von CHF 19.2 Mio. (CHF 1.9 Mio.). Dies entspricht einer Verbesserung von CHF 17.3 Mio., wobei zu berücksichtigen ist, dass das Vorjahresergebnis von der Wertberichtigung des Aqualux-Goodwills über CHF 15.5 Mio. belastet war. Auch ohne diesen Sondereffekt lag das EBIT der Berichtsperiode aber CHF 1.8 Mio. über der Vorjahresperiode. Einmal mehr konnte sich die Division auf ihre Heimmärkte Schweiz und Deutschland verlassen, währenddem die osteuropäischen Märkte nach wie vor schwach sind. Die zwar deutlich besser, aber noch nicht profitabel arbeitende britische Aqualux verhinderte zudem ein noch besseres Resultat der Division.

Der Nettoumsatz der Division Küchen und Kühlen verringerte sich gegenüber der Vorjahresperiode um 5.4% auf CHF 113.7 Mio. (CHF 120.1 Mio.). Beim EBIT resultierte ein Minus von CHF -5.8 Mio. (CHF -2.9 Mio.). Während sich die schweizerischen Marken Piatti und Forster sowie der Geschäftsbereich Kühlen erfreulich entwickelten, machten die weiter einbrechenden Exporte bei Warendorf und die damit verbundenen Auslastungsprobleme dem Bereich Küchen zu schaffen. Der seit längerem angekündigte Markenwechsel von Miele Die Küche zur neuen Marke Warendorf verläuft zwar nach Plan. Die andauernde unbefriedigende Entwicklung der Division erfordert zur Sicherstellung eines nachhaltigen Wachstums von Umsatz und Ertrag nun jedoch umfassende strukturelle und personelle Massnahmen. Diese sind bereits eingeleitet worden. Der bisherige Divisionsleiter, Hansgeorg Derks, ist in diesem Zusammenhang mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden worden und hat das Unternehmen verlassen. Interimistisch haben, unter der Führung von CEO Edgar Oehler, die drei Geschäftsführer von Forster Küchen und Kühlen, Piatti und Warendorf gemeinsam die Leitung der Division übernommen. Über die definitive Nachfolgeregelung wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

Dank einem starken Binnenmarkt verbesserte sich der Nettoumsatz der Division Fenster und Türen zwar um 1.0% auf CHF 159.4 Mio. (CHF 157.9 Mio.), hingegen glitt das EBIT leicht um 6.6% auf CHF 7.8 Mio. (CHF 8.4 Mio.) zurück. Im Fenster- und Türenbereich ist ein aggressiver Wettbewerb mit entsprechenden Preiskämpfen und einem hohen Druck auf die Margen deutlich spürbar. Die Division leidet teilweise noch unter verzögerten Projekten, welche durch die ungewöhnlich kalten Wintermonate Anfang 2010 entstanden sind und noch nicht restlos aufgeholt werden konnten. RWD Schlatter schloss deshalb das erste Halbjahr umsatzmässig leicht unter dem Vorjahr ab, während im Bereich Fenster die auf den Schweizer Markt ausgerichtete EgoKiefer bei voll ausgelasteten Kapazitäten einen über dem Vorjahreswert liegenden Nettoumsatz erzielte. Die slowakische Slovaktual litt, wie die Division Heiztechnik und Sanitär, unter der nach wie vor flachen Nachfrage der osteuropäischen Märkte.

Die von allen Divisionen am stärksten von der Automobilindustrie abhängige Division Stahltechnik hat von der weltweit überraschend schnellen Erholung des Automobilsektors profitiert. Es gelang ihr, den Umsatz um 12% auf CHF 67.6 Mio. (CHF 60.3 Mio.) zu steigern und das Betriebsergebnis von CHF -6.3 Mio. in der Vorjahresperiode um eindrückliche CHF 11.5 Mio. auf CHF 5.2 Mio. zu verbessern. Nachdem die Division bisher in Personalunion durch CEO Edgar Oehler geführt worden war, hat der Verwaltungsrat auf Antrag von Edgar Oehler den langjährigen Leiter des Bereichs Präzisionsstahlrohre, Christian Mayer, zum neuen Divisionsleiter und Mitglied der Konzernleitung ernannt. Christian Mayer ist mit dem industriellen Stahlproduktgeschäft seit 15 Jahren vertraut und übernimmt seine neue Verantwortung per 1. September 2010.

Die stark von der Druckmaschinen-Industrie abhängige und ausgeprägt exportorientierte Division Oberflächentechnologie hat sich erwartungsgemäss aus der tiefen Talsohle, in die sie nach dem drastischen Einbruch der Nachfrage aus dem Druckbereich gerutscht war, lösen können. Die Schlüsselindustrie für die Division hat zwar ihre Krise noch nicht überwunden, aber das Ausmass der Erholung hat die Erwartungen dennoch leicht übertroffen. Unter den Erwartungen blieb die Entwicklung in den anderen Geschäftsfeldern, insbesondere in den Bereichen Marine und Aeronautics. Immerhin scheint aufgrund des Bestelleingangs auch für diese Bereiche der Boden erreicht zu sein. Umsatzmässig hat die Division das erste Halbjahr mit einem Plus von 8.7% auf CHF 28.0 Mio. (CHF 25.8 Mio.) abgeschlossen. Wie bereits früher angekündigt, gelang es zwar noch nicht, ein positives Betriebsergebnis zu erzielen. Aber der Verlust auf Stufe EBIT konnte gegenüber der Vorjahresperiode um CHF 3.5 Mio. auf CHF -4.4 Mio. (CHF -7.9 Mio.) gesenkt und damit wie geplant praktisch halbiert werden.

Weiter gestärkte Bilanz

Parallel zur Erfolgsrechnung verbesserte sich auch die bereits solide Bilanz. Die Eigenkapitalquote ging zwar gegenüber der Vorjahresperiode von 43.0% auf 40.5% zurück. Der Rückgang ist jedoch durch den hohen Bestand an flüssigen Mitteln aus der im April dieses Jahres begebenen Obligationenanleihe über CHF 200 Mio. sowie durch die über das Eigenkapital verbuchten Währungseinflüsse erklärbar.

Die Nettoverschuldung hat sich weiterhin positiv entwickelt. Sie liegt mit CHF 254.5 Mio. deutlich unter Vorjahr (CHF 378.1 Mio.) und nur unwesentlich über der Nettoverschuldung per 31. Dezember 2009 (CHF 239.7 Mio.). Wegen des besseren Ergebnisses konnte der Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung / EBITDA) gegenüber 30. Juni 2009 (-3.18) massiv auf -2.15 gesenkt werden. Der Verschuldungsgrad liegt nun nahe beim Zielkorridor von -1.00 bis -2.00. Alle Covenants in sämtlichen Kreditverträgen sind eingehalten. Die Geldflussrechnung per 30. Juni 2010 zeigt einen saisonal normalen Free Cashflow von CHF -23.4 Mio. (CHF -26.8 Mio.) .

Vorsichtig optimistischer Ausblick

Die weit verbreitete Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung in Europa bzw. die schwer abschätzbaren Auswirkungen des Auslaufens der staatlichen Stützungsprogramme in vielen Ländern machen verlässliche Prognosen über den Verlauf des zweiten Halbjahres schwierig. Die AFG richtet sich auf eine insgesamt lange und langsame fundamentale Erholung der Märkte ein. Sie will diese Zeit nutzen, um operative und strukturelle Schwachstellen zu beseitigen und individuelle Defizite zu beheben. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um gegen einen allfälligen weiteren konjunkturellen Abschwung gewappnet zu sein bzw. von einem wieder stärker einsetzenden Aufschwung überproportional profitieren zu können. In deutlich bescheidenerem Ausmass als früher will die AFG auch wieder investieren. Im Rahmen einer mit ihrem wichtigsten Kunden und Weltmarktleader abgestimmten und langfristig ausgelegten Vorwärtsstrategie hat die Division Oberflächentechnologie denn auch vor wenigen Wochen im Grossraum Shanghai den Grundstein für den Bau einer hochmodernen Beschichtungsanlage gelegt. Damit werden die Grundlagen für das Erschliessen des ausserordentlich attraktiven chinesischen bzw. asiatischen Marktpotentials geschaffen.

Durch die beschlossene Zentralisierung des Sourcing sollen mit einem gruppenweit koordinierten Einkauf Synergien in der Höhe von einigen Millionen Franken pro Jahr erreicht werden. Aufgrund des für alle Divisionen weiterhin hoch kompetitiven Marktumfeldes ist andererseits offen, ob die steigenden Energie- und Rohstoffpreise immer vollständig weitergegeben werden können. Beim für die AFG wichtigen Stahlpreis, der sich wieder stark verteuert hat, dürfte dies nicht in allen Geschäftsbereichen der Fall sein. Entsprechend sieht sich die AFG auch zukünftig zu weiteren Effizienzsteigerungen gezwungen.

Insgesamt bleibt das Unternehmen aber sowohl für das zweite Halbjahr als auch für das Gesamtjahr vorsichtig optimistisch. "Unter der Voraussetzung, dass keine unvorhersehbaren Ereignisse eintreten", so Verwaltungsratspräsident und CEO Edgar Oehler, "gehen wir auf Jahresbasis von einem leicht höheren Umsatz und einer deutlich verbesserten Profitabilität aus".

AFG Management AG

Die AFG Arbonia-Forster-Holding AG mit Sitz in Arbon, Schweiz, ist ein führender integrierter Bauausrüstungs- und Technologiekonzern. Das an der SIX Swiss Exchange kotierte Unternehmen ist in die fünf Divisionen Heiztechnik und Sanitär, Küchen und Kühlen, Fenster und Türen, Stahltechnik sowie Oberflächentechnologie gegliedert. Die Produktionsstätten befinden sich in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, in den USA, in Tschechien, England und in der Slowakei. Weltweit ist die AFG mit rund 50 eigenen Produktions- und Vertriebsgesellschaften sowie mit Vertretungen und Partnern in über 70 Ländern aktiv. Die Marken Kermi, Arbonia, Prolux, ASCO Swiss, Aqualux, Forster Küchen, Forster Kühlen, Miele Die Küche, Warendorf, Piatti, EgoKiefer, RWD Schlatter, Slovaktual, Forster Präzisionsstahlrohre, Forster Profilsysteme, STI | Hartchrom und Asta bilden das Rückgrat der AFG. Mit diesen Marken hat die AFG Arbonia-Forster-Holding AG in den Heimmärkten Schweiz und Deutschland führende Marktstellungen aufgebaut. Die Bearbeitung neuer Märkte in Osteuropa und Russland sowie im Nahen und Fernen Osten wird unter Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung weiter vorangetrieben. 2008 wurde ein eigener Marktbereich Asia Pacific geschaffen. Der Fokus richtet sich auf Marktsegmente, die ausserordentliche Innovationsfähigkeit sowie hohe Lieferbereitschaft durch intakte Margen honorieren und Potenzial für langfristig überdurchschnittliches Wachstum bieten.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.