ACE: Begleitetes Fahren dient der Unfallverhütung

(PresseBox) (Stuttgart, ) Der ACE Auto Club Europa hat den Plan von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) begrüßt, das neue verkehrspädagogische Konzept "Begleitetes Fahren mit 17" per Gesetz vom nächsten Jahr an zur Regel zu machen. Den jüngst festgestellten nachhaltigen Rückgang der Zahl der Verkehrstoten auch bei der Hochrisikogruppe der 18-24jährigen Führerscheinnovizen führt der ACE auf das neue Konzept zurück. "Es ist nur konsequent, dass das noch in der Erprobung befindliche Programm nun endlich als Standard angeboten wird", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Donnerstag in Stuttgart. Er schloss nicht aus, dass die Zahl der Verkehrstoten schon in diesem Jahr unter die Grenze von 4000 fallen könnte. "Begleitetes Fahren dient der Unfallverhütung".

Der ACE fordert eine Reduzierung des Fahrerfahrungsdefizites von Führerscheinnovizen durch

- dauerhafte gesetzliche Verankerung des begleiteten Fahrens,

- alternative Ausbildungsmodelle, die alle Fahranfänger in die mögliche Risikoreduzierung einbezieht, da der Erfolg des begleiteten Fahrens bisher nur einen Teil der jungen Fahrer umfasst,

- Verstärkte Verzahnung der theoretischen und praktischen Ausbildung

durch die Integration multimedialer Lernformen etwa mittels Einsatz von E-Learning und Fahrsimulationen

- Vertiefung der Gefahrerkennung und Gefahrvermeidung in der Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung unter Berücksichtigung der häufigsten Unfallursachen bei jungen Fahrern.

Ferner fordert der ACE, die erzieherische Präventionsarbeit zu verbessern, etwa im Bereich schulischer Verkehrserziehung.

ACE gegen gebührenpflichtige "Trichter-Pädagogik" für Fahranfänger

Die verschiedentlich propagierte zweite Phase der Fahrausbildung konnte hingegen keinen Effekt im Sinne eines Sicherheits-Zugewinns auslösen, urteilt der ACE. Der Club lehnt deshalb eine gesetzlich verpflichtende Fortbildung für Fahranfänger ab. Nach absolvierter Fahrschule und erfolgreicher Prüfung funktioniere für junge Führerscheinbesitzer nur das Prinzip Freiwilligkeit. "Mit zusätzlicher Trichter-Pädagogik und einem Zwang zur gebührenpflichtigen Seminar-Teilnahme lässt sich keine positive Änderung der Einstellung bewirken, eher ist das Gegenteil der Fall". Wem es nur darum gehe, eigenes Verkehrssicherheitspersonal und Übungsplätze wirtschaftlich auszulasten, der solle sich alternative Konzepte zur zweiten Ausbildungsphase überlegen, er solle es aber unterlassen, jungen Leuten in die Tasche zu greifen.

Alkoholkonsumverbot richtig - zu wenig ESP

Erfreulich ist aus Sicht des ACE, dass sich das seit August 2007 bestehende absolute Alkoholkonsumverbot für Fahranfänger bewährt hat. "Die klare Ansage des Gesetzgebers lässt keinen Raum für Interpretationen; so etwas wird von den meisten Jugendlichen verstanden und akzeptiert", sagte Schleichert.

Mit Sorge sieht der ACE, dass Fahranfänger häufig mit älteren Autos ohne integrierte Stabilitätskontrolle, wie ESP und ESC unterwegs sind. Solche Sicherheitssysteme dienten nachweislich dazu, Unfälle zu vermeiden und deren Folgen zu begrenzen. Gerade für Führerscheinnovizen, die nur wenig Erfahrung hinterm Steuer hätten, könnten Fahrerassistenzsysteme in prekären Situationen die Rolle eines Lebensretters übernehmen.

Betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit ausbauen

In der Gruppe der 18- bis 19jährigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer passieren laut ACE vier von fünf Arbeitsunfällen mit Todesfolge auf der Straße. Bei jungen Leuten Anfang 20 ist nahezu jeder zweite gemeldete Arbeitsunfall mit Verletzungsfolgen ein Straßenverkehrsunfall. Nach Schätzungen des ACE haben nicht mehr als 15 Prozent der insgesamt rund sechs Millionen Auszubildenden und jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter 25 Jahren an betrieblichen und außerbetrieblichen Verkehrssicherheitstrainings teilgenommen. Deshalb appelliert der Club an Betriebe, Verwaltungen und Berufsgenossenschaften, die Mittel für betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit aufzustocken. Solche Investitionen rechneten sich auch betriebswirtschaftlich, weil damit etwa unfallverletzungsbedingte Arbeitsausfälle reduziert werden könnten, so die Argumentation des ACE.

Autoversicherer mit Rabatt für Frühstarter

Unterdessen meldet der Club einen Durchbruch für junge Führerscheinnovizen: Erstmals sollen sie von Autoversicherern auf breiter Front spürbare Nachlässe bei den Versicherungsprämien eingeräumt bekommen. Voraussetzung dafür ist, dass sie schon im Alter von 17 Jahren den Führerschein erwerben und von einem Erwachsenen begleitet das Autofahren erlernen. Denn diese Fahranfänger (BF 17 Fahrer) verursachen nachweislich weniger Unfälle, wie der ACE unter Berufung auf Erhebungen des Bundesverkehrsministeriums berichtete.

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