Informationsreihe Forschungsplatz Österreich Fallbeispiel "Therapie gegen Gehirntumoren"

(PresseBox) (Wien, ) Die Initiative "Forschungsplatz Österreich" des österreichischen Wirtschaftsministeriums soll das Profil der Alpenrepublik als Standort für Forschung und Entwicklung international schärfen.

Ein Beispiel für die Innovationskraft und anwendungsorientierte Grundlagenforschung in Österreich ist der aktuelle Therapieansatz zur Behandlung von Gehirntumoren des Christian Doppler-Labors in Wien.

Das Forscher-Team des Wiener Christian Doppler-Labors für gentherapeutische Vektorentwicklung ist derzeit an einer molekularbiologisch neuartigen Krebstherapie beteiligt: Für die weltweit erste klinische Studie (Phase I) zur Behandlung bösartiger Gehirntumoren mittels retroviraler Vektoren hat das Team um Professor Dr.

Walter Günzburg die wissenschaftlichen Grundlagen geliefert. Die Studie wird seit August 2010 vom US-amerikanischen Biotech-Unternehmen Tocagen mit 24 Patienten durchgeführt. Der erste Patient wurde mit der neuen Gentherapie bereits behandelt. Die Studie wird nun rasch auf mehrere US-Kliniken ausgeweitet.

Retrovirale Vektoren zur Bekämpfung von Gehirntumoren

Die Forschungsarbeiten des Christian Doppler-Laboratoriums in Wien konzentrieren sich auf die Neuprogrammierung von Viren, sogenannte "Vektoren". Diese können Gene mit therapeutischer Wirkung in vorab definierte Zielzellen einbauen. Die neuartige Krebstherapie zielt auf Tumorzellen des Glioblastomas, einem bösartigen Gehirntumor, der bisher kaum operativ oder radiologisch behandelbar war. Mittels eines direkt in den Tumor injizierten programmierten Virus werden die Tumorzellen infiziert, nicht aber die umliegenden gesunden Gehirnzellen. Wichtig für den Erfolg ist die Vermehrungsfähigkeit der Vektoren im Tumor. Dem Team des Christian Doppler-Labors und ihren US-Kollegen um Professor Dr. Nori Kasahara und Professor Dr. Douglas Jolly ist es nun gelungen, entsprechend replikationsfähige Vektoren zu entwickeln. Um das Ziel der Therapie, die Abtötung der Tumorzelle, zu erreichen, muss in das Genom der Retroviren ein Abschnitt eingebaut werden, der die Umwandlung eines Antibiotikums in ein Zellgift ermöglicht. Wird der Patient mit diesem Antibiotikum behandelt, erfolgt diese Umwandlung gezielt in den infizierten Tumorzellen. Diese werden damit erfolgreich abgetötet. Nebenwirkungen, die durch die übliche systemische Verabreichung des Zellgifts im Rahmen einer Chemotherapie erfolgen, sollen ausbleiben.

"Wir sind stolz auf diesen historischen Moment. Die Studie bringt Hoffnung für viele Patienten, die an dieser bisher unheilbaren Krankheit leiden", kommentiert Professor Dr. Walter Günzburg.

Über die Initiative "Forschungsplatz Österreich"

Das österreichische Wirtschaftsministerium hat die Initiative "Forschungsplatz Österreich" ins Leben gerufen, um die Bekanntheit Österreichs als Standort für Forschung und Entwicklung international zu erhöhen. Von Januar 2010 bis April 2011 dauert die aktuelle Initiative, die an die erste erfolgreiche Kampagne von 2008 anknüpft. Vor allem mittelständische deutsche Firmen sollen für die technologische Leistungsfähigkeit Österreichs interessiert werden und Forschungsaufträge nach Österreich vergeben oder mit Forschungseinrichtungen in der Alpenrepublik expandieren.

Über das Christian Doppler-Laboratorium

Das Christian Doppler-Labor für Gentherapie wurde im Dezember 2003 am Institut für Virologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien eingerichtet (Leiter: o. Univ.-Prof. Dr. Walter H. Günzburg). Das Labor wird von der Christian Doppler-Gesellschaft finanziert. Ganz dem Prinzip der CD-Labors entsprechend, eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und Wirtschaft zu bilden, fließen die Forschungsergebnisse des CDLabors direkt in die Entwicklung, Prüfung und Vermarktung neuer klinischer Produkte von industriellen Partnern wie z. B. Tocagen Inc. oder Paktis Antibody Services GmbH.

ABA-Invest in Austria

ABA-Invest in Austria ist eine im Eigentum des österreichischen Wirtschaftsministeriums stehende Betriebsansiedlungsgesellschaft. Sie berät interessierte Unternehmen kostenlos bei der Standortwahl, in arbeitsund steuerrechtlichen Fragen, hilft bei der Suche nach Kooperationspartnern und unterstützt im Kontakt mit Behörden. Interessierte Unternehmen werden von Mitarbeitern in der Wiener Zentrale und den Büros in New York und Tokio betreut.

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