Phase II Hodgkin Lymphom Studie mit dem HDAC Inhibitor Resminostat eröffnet die zweite Rekrutierungsphase

(PresseBox) (Planegg-Martinsried, ) Das Biotechnologie-Unternehmen 4SC AG (Frankfurt, Prime Standard: VSC), das sich auf die Entdeckung und Entwicklung von neuen Medikamenten mit den Schwerpunkten Autoimmunerkrankungen und Krebs spezialisiert hat, gab heute die Entscheidung bekannt die zweite Simon-Design-Rekrutierungsphase der SAPHIRE Studie mit dem HDAC Inhibitor Resminostat in Patienten mit Hodgkin Lymphomen (HL) zu eröffnen. Diese Entscheidung stützt sich auf die Evaluierung der Ergebnisse bildgebender Verfahren von Patienten der ersten Simon Rekrutierungsphase durch ein unabhängiges Expertengremium, das das Erreichen der zur Fortführung der Studie notwendigen klinischen Aktivitätsdaten bestätigte.

4SC AG gab am 12. Januar 2010 die Behandlung des ersten Patienten in dieser Studie bekannt. Die SAPHIRE Studie wird unter Rekrutierung weiterer Patienten fortgesetzt und wie geplant in der zweiten Jahreshälfte 2011 abgeschlossen werden.

Zur SAPHIRE Phase II Studie

Diese internationale, multi-Center, offene, einarmige SAPHIRE Studie mit 33 Patienten folgt einem zweiphasigen Simon-Design, das die frühzeitige Evaluierung der klinischen Aktivität eines neuen Medikaments in einer klinischen Studie gewährleisten soll. Dazu werden, wenn etwa die Hälfte der vorgesehenen Patienten in die Studie eingeschlossen wurde, klinische Aktivitätsdaten in dieser ersten Patientenkohorte mit im Studienprotokoll vordefinierten Vorgaben verglichen. Nur wenn aufgrund der Auswertung der vorhandenen Ergebnisse diese Vorgaben erreicht werden, wird die Studie um eine zweite, ähnlich dimensionierte Patientenkohorte erweitert, um den statistischen Anforderungen an die Gesamtanzahl einzuschließender Patienten gerecht zu werden.

In dieser Phase II Studie wird Resminostat oral Patienten an fünf aufeinander folgenden Tagen verabreicht, an die sich eine neuntägige Behandlungspause anschließt ("5+9" Schema). In der Hauptphase der Studie werden Patienten für sechs Zyklen (12 Wochen) behandelt. Die Beurteilung des möglichen Behandlungserfolges erfolgt nach Zyklus drei und nach Zyklus sechs entsprechend den Empfehlungen der Internationalen Arbeitsgemeinschaft (IWG) zur Evaluierung von HL durch eine Kombination von Computer-Tomographie mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET/CT). Patienten, die nach dem sechsten Zyklus entweder auf die Behandlung mit einer Regression angesprochen haben oder deren fortschreitende Krebserkrankung zum Stillstand gekommen ist, können die Behandlung bis zur Dauer von einem Jahr weiter fortsetzen. Auch nach Ablauf dieser Zeit ist für Patienten, die unverändert von Resminostat profitieren, eine Fortsetzung der Behandlung gewährleistet. Die Studie wird abgeschlossen sein, wenn der letzte Patient für ein Jahr behandelt wurde, seine Erkrankung fortschreitet oder aber die Behandlung aus anderen Gründen nicht fortsetzt. Die Studie rekrutiert Patienten in zehn Zentren in Polen, Rumänien und Tschechien.

Der primäre Endpunkt der Studie ist die objektive Ansprechrate (objective overall response rate ORR) von Resminostat in Patienten, die entweder auf Standardtherapie nicht mehr ansprechen (refraktär) oder aber deren Erkrankung nach erstem Behandlungserfolg wieder ausbricht (rezidiv). Die sekundären Endpunkte liegen in der Bestimmung der progressionsfreien Überlebensrate (progression free survival PFS), der Ermittlung des Zeitraums bis zum Fortschreiten der Tumorerkrankung (time to progression TTP), der Dauer des Ansprechens (duration of response DOR) und der Gesamtüberlebenszeit (overall survival OS). Zudem wird die Sicherheit und Verträglichkeit sowie das pharmakokinetische Profil von Resminostat weiterführend untersucht.

Dr Bernd Hentsch, Entwicklungsvorstand der 4SC AG, kommentierte: "Wir sind sehr erfreut über den guten Fortschritt unserer SAPHIRE Studie in Patienten mit fortgeschrittenem Hodgkin Lymphom. Die vorliegenden Ergebnisse ermutigen uns die zweite Simon-Design-Rekrutierungsphase dieser Studie zu eröffnen und somit die Analyse der klinischen Wirksamkeit von Resminostat in HL Patienten in einer größeren Patientenkohorte durchführen zu können, um auf diese Weise umfassende Phase-II-Resultate zu generieren."

Weitere Informationen finden Sie unter www.clinicaltrials.gov.

Das Hodgkin Lymphom

Das Hodgkin Lymphom (HL), früher auch als Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose bezeichnet, ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems. Sie ist histologisch durch die Anwesenheit von sogenannten Reed-Sternberg Riesenzellen charakterisiert. Die Ursachen für die Entstehung des HL sind bis heute ungeklärt, jedoch weisen neueste Untersuchungen darauf hin, dass der Tumor aus einer entarteten lymphatischen Zelle, dem B-Lymphozyten, entsteht. In der Folge kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung von Leukozyten in allen lymphatischen Organen, was schließlich zur Beeinträchtigung der Immunabwehr führt. Das HL repräsentiert jedoch nur eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems und ist deutlich von dem zweiten, sehr viel häufigeren Non-Hodgkin Lymphom zu trennen. Typische Symptome bei HL Patienten umfassen eine schmerzfreie Schwellung der Lymphknoten, der Milz oder anderer Organe sowie Fieber, Gewichtsverlust oder Nachtschweiß.

Mögliche Therapieoptionen für HL Patienten richten sich insbesondere nach dem Krankheitsstadium und der Anzahl bzw. Lokalisation der befallenen Lymphknoten. Die Behandlung nach Erstdiagnose besteht aus klassischer Chemotherapie und/oder Bestrahlung, wobei Heilungsraten von bis zu 80% erreicht werden. Der Therapieansatz für Patienten, die entweder auf diese Standardtherapie nicht mehr ansprechen (refraktär) oder aber deren Erkrankung nach initialem Behandlungserfolg wieder ausbricht (rezidiv), besteht in einer Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender autologer (körpereigener) Stammzell-Transplantation. Der Verlauf der Erkrankung wird dabei mit Hilfe der Computer-Tomographie (CT) in Kombination mit Kernspin-Tomographie (MRI) oder Positronen-Emissions-Tomographie

(PET) untersucht. Insbesondere die Einbindung der metabolischen Analyse des Tumors mit Hilfe der PET Methodik in die Verfolgung des Krankheitsverlaufs stellt einen wichtigen Schritt in der Beurteilung neuer Behandlungsoptionen für Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem HL dar. Für Patienten für die nach dieser Zweitlinientherapie eine komplette Remission ihres Tumors erreicht werden kann, liegt die progressionsfreie Überlebensrate über 5 Jahre bei 79% - jedoch fällt diese Zahl auf 59% für Patienten mit lediglich partiellem Ansprechen und weiter auf nur noch 17% für Patienten, bei denen der Tumor auch auf die Zweitlinientherapie nicht anspricht. Damit ergibt sich für diese Population von Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem HL nach Erstlinientherapie ein besonders hoher medizinischer Bedarf an neuen Therapieoptionen.

Resminostat (4SC-201)

Resminostat (4SC-201) ist ein oral verabreichter pan-Histon-Deacetylase (HDAC) Inhibitor. HDAC Inhibitoren verändern die DNA Strukturen von Tumorzellen und lösen damit Zelldifferenzierung und schließlich Apoptose (programmierten Zelltod) aus. Dadurch besitzen HDAC Inhibitoren einen Wirkmechanismus, der das Tumorwachstum stoppen und eine Rückbildung des Tumors bewirken kann. Neben dem Hodgkin Lymphom wird Resminostat zurzeit in einer zweiten Phase II Studie als Zweitlinientherapie für das fortgeschrittene Leberzellkarzinom (HCC), der häufigsten Form von Leberkrebs, untersucht. Zudem ist eine weitere Phase I/II Studie bei Darmkrebserkrankungen geplant, die Resminostat als eine Zweitlinietherapie in Kombination mit dem FOLFIRI-Behandlungsschema in Patienten, die Tumore mit KRAS-Mutationen tragen, untersuchen soll. In einer Phase-I-Studie mit Resminostat konnte das Fortschreiten des Tumorwachstums bei über 50% der Patienten mit den verschiedensten Krebsarten aufgehalten werden, bei guter Verträglichkeit des Präparats und einem positiven, differenzierten pharmakologischen Profil gegenüber anderen Wirkstoffen dieser Klasse.

Rechtlicher Hinweis

Dieses Dokument kann Prognosen, Schätzungen und Annahmen im Hinblick auf unternehmerische Pläne und Zielsetzungen, Produkte oder Dienstleistungen, zukünftige Ergebnisse oder diesen zugrundeliegende oder darauf bezogene Annahmen enthalten. Jede dieser in die Zukunft gerichteten Angaben unterliegt Risiken und Ungewissheiten, die nicht vorhersehbar sind und außerhalb des Kontrollbereichs der 4SC AG liegen. Viele Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von denen abweichen, die in diesen zukunftsgerichteten Angaben enthalten sind.

4SC AG

Die 4SC AG (ISIN DE0005753818) ist ein Unternehmen, das sich auf die Entdeckung und Entwicklung von neuen Medikamenten mit den Schwerpunkten Autoimmunerkrankungen und Krebs spezialisiert hat. Vidofludimus (4SC-101), ein niedermolekularer Wirkstoff, befindet sich in einer Phase-IIb-Studie zur Behandlung von Rheumatoider Arthritis sowie in einer exploratorischen Phase-IIa-Studie in chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Ein weiterer Wirkstoff 4SC-201, ein Histon Deacetylase (HDAC) Inhibitor zur Behandlung von Krebserkrankungen, ist in einer Phase-II-Studie im hepatozellulären Karzinom (HCC) und in Hodgkin Lymphom (HL). Zwei weitere Onkologieprodukte, 4SC-203 und 4SC-205 sind jeweils in Phase I Studien. Das Geschäftsmodell der 4SC AG ist darauf angelegt, Medikamenten-Kandidaten bis zum Wirksamkeitsnachweis ("Proofof-Concept") in Eigenregie zu entwickeln und danach in Lizenzpartnerschaften mit der Pharmaindustrie gegen Vorabzahlungen, meilensteinabhängige Zahlungen und spätere Umsatzbeteiligungen (Royalties) einzubringen.

Die 4SC AG wurde im Jahr 1997 gegründet, beschäftigt zurzeit 94 Mitarbeiter und ist seit Dezember 2005 am Prime Standard der Börse Frankfurt gelistet.

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