4SC kündigt vorlaüfige klinische Phase-II-Daten aus der SAPHIRE-Studie mit Resminostat für das 8. Internationalen HodgkinLymphom - Symposium an

(PresseBox) (Planegg-Martinsried, ) Das Biotechnologie-Unternehmen 4SC AG (Frankfurt, Prime Standard: VSC), das sich auf die Erforschung und Entwicklung von neuen Medikamenten mit den Schwerpunkten Autoimmunerkrankungen und Krebs spezialisiert hat, kündigt an, dass auf dem 8. Internationalen Hodgkin Lymphom - Symposium (8th International Symposium on Hodgkin Lymphoma) in Köln erste Phase-II-Daten aus der SAPHIRE-Studie mit Resminostat zur Behandlung von Patienten mit Hodgkin Lymphom (HL)

präsentiert werden. Dabei handelt es sich um Daten von 18 Patienten aus der ersten Simon-Design-Rekrutierungsphase, die im Rahmen der laufenden SAPHIRE-Studie mit dem oralen Pan-Histon-Deacetylase-(HDAC)-Inhibitor Resminostat (4SC-201) behandelt wurden.

Gehalten wird der Vortrag zu den Ergebnissen vom Leiter der SAPHIRE-Studie, Prof. Dr. Jan Walewski vom Marie-Sk?odowska-Curie Memorial Institute in Warschau. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die ersten Ergebnisse zu Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Resminostat bei den ersten 18 Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem Hodgkin Lymphom.

Die orale Verabreichung von 600 mg Resminostat über einen Zeitraum von fünf Tagen in einem zweiwöchigen Behandlungszyklus wurde von den Patienten gut vertragen. Leichte bis moderate Nebenwirkungen traten vor allem im gastrointestinalen und hämatologischen Bereich auf. Darüber hinaus wurden einige Fälle von Anämie beobachtet, die in erster Linie als in direktem Zusammenhang mit der zugrundeliegenden Krankheit stehend beurteilt wurden.

Die bislang vorliegenden pharmakokinetischen Daten lassen auf eine gute Bioverfügbarkeit dieses HDAC-Inhibitors schließen. Die mit Resminostat erreichten Plasma-Expositionen führten zu deutlichen pharmakodynamischen Aktivitäten, die sich u.a. in einer zeitabhängigen Inhibition der Aktivität der HDAC-Targetenzyme nach Dosierung ausdrückte.

Die durchschnittliche Behandlungsdauer mit Resminostat betrug bei dieser ersten Patientenkohorte etwa neun Wochen. Die klinische, anti-tumorale Aktivität des Wirkstoffs wurde alle sechs Wochen durch eine Kombination aus Computertomographie (CT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ermittelt. Dieses Vorgehen ermöglicht die gleichzeitige Bewertung von Veränderungen im Stoffwechsel und in der Größe einer Tumorläsion. Auf der Grundlage anerkannter PET/CT-Bewertungskriterien profitierten zehn der 18 Patienten von der Behandlung mit Resminostat. Von diesen zehn Patienten zeigten zwei ein partielles Ansprechen (partial response, PR) im Hinblick auf die Größe der Targetläsionen (d.h. eine Verringerung der Größe um mehr als 50%) und weitere acht Patienten wiesen eine Stabilisierung der Tumorerkrankung (SD) auf. Basierend auf der PET Analyse dieser zehn Patienten zeigten nahezu alle ein metabolisches Ansprechen des Tumors, das sich in Form einer verringerten Stoffwechselaktivität der Tumorläsionen abzeichnete. Mehr als die Hälfte der Patienten wurden dabei als partielle Responder mit einer Abnahme dieser metabolischen Aktivität um mehr als 25% kategorisiert. Diese Ergebnisse basieren auf einer vorläufigen Analyse der Daten und unterliegen somit noch einer abschließenden Prüfung.

Gemäß dem statistischen Design der SAPHIRE-Studie (zweistufiges Design nach Simon), musste in dieser ersten Rekrutierungskohorte von 18 Patienten bei mindestens fünf Patienten ein Ansprechen der Tumorläsionen festgestellt werden, um in einer zweiten Rekrutierungsphase weitere 15 Patienten in die Studie aufnehmen zu können (zweite Stufe nach Simon). Nachdem diese geforderte Erfolgsquote erreicht werden konnte, wurde die Studie vor kurzem in die zweite Rekrutierungsphase überführt. Angesichts der bisher beobachteten, guten Verträglichkeit und geringen Nebenwirkungen bei den relativ jungen HL-Patienten dieser Studie wurde inzwischen eine optionale Steigerung der täglichen Resminostat-Dosierung von 600 mg auf 800 mg vorgenommen.

Prof. Walewski vom Marie-Sk?odowska-Curie Memorial Institute in Warschau, der die SAPHIRE-Studie leitet, kommentierte: 'Obwohl Patienten mit Hodgkin Lymphom oft gut auf die Erstbehandlung mit Chemotherapie ansprechen, gibt es einen hohen medizinischen Bedarf an neuen Therapieansätzen für Patienten, die entweder auf diese Standardtherapie nicht mehr ansprechen oder aber deren Erkrankung nach einem ersten Behandlungserfolg wieder ausbricht. Bei Patienten, die auf eine Zweitlinienbehandlung mit hochdosierter Chemotherapie nicht ansprechen, liegt die progressionsfreie

Überlebensrate nach fünf Jahren bei lediglich 17 Prozent. Patienten mit Hodgkin Lymphom sind oft sehr jung, und die wiederholte Anwendung von Chemotherapie kann zu sekundären Tumorbildungen neben dem primären Lymphom führen. Auf der Grundlage der präsentierten Daten aus der ersten Rekrutierungsphase der Studie sind wir zuversichtlich, dass Resminostat für Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem Hodgkin Lymphom eine neue Therapieoption darstellen kann.'

Dr. Bernd Hentsch, Entwicklungsvorstand bei 4SC, kommentierte: 'Wir sind sehr zufrieden mit diesen ersten Ergebnissen und sind im Hinblick auf das Potenzial unseres oralen Pan-HDAC-Inhibitors Resminostat als Monotherapie für Patienten mit fortgeschrittenem Hodgkin Lymphon zuversichtlich. Wir glauben, dass diese Indikation zu einem klinischen Wirksamkeitsnachweis für Resminostat führen kann, der zudem auch als Kombinationstherapie für Indikationen mit soliden Tumoren geprüft wird.'

Über Resminostat (4SC-201)

Resminostat (4SC-201) ist ein oral verabreichter Pan-Histon-Deacetylase (HDAC)-Inhibitor. HDAC-Inhibitoren verändern epigenetisch die Chromatinstruktur von Tumorzellen und lösen damit Zelldifferenzierung und schließlich programmierten Zelltod (Apoptose) aus. Dadurch besitzen HDAC-Inhibitoren einen Wirkmechanismus, der das Tumorwachstum stoppen und eine Rückbildung des Tumors bewirken kann. Resminostat wird zurzeit in einer Phase-II-Studie als Zweitlinientherapie für das fortgeschrittene Leberzellkarzinom und in einer Phase-II-Studie zur Behandlung des Hodgkin Lymphoms untersucht. Zudem ist eine weitere Phase-I/II-Studie bei Darmkrebserkrankungen geplant, die Resminostat als eine Zweitlinientherapie in Kombination mit dem FOLFIRI-Behandlungsschema in Patienten, die Tumore mit K-ras-Mutationen tragen, untersuchen soll. In einer früheren Phase-I-Studie mit Resminostat konnte das Fortschreiten des Tumorwachstums bei über 50% der Patienten mit verschiedenen Krebsarten aufgehalten werden, bei guter Verträglichkeit des Präparats und einem positiven, differenzierten pharmakologischen Profil gegenüber anderen Wirkstoffen dieser Klasse.

Über die SAPHIRE-Studie

Die SAPHIRE-Studie ist eine offene, einarmige Phase-II-Studie und folgt einem zweiphasigen Simon-Design. In dieser Studie wird Resminostat oral Patienten an fünf aufeinander folgenden Tagen verabreicht, an die sich eine neuntägige Behandlungspause anschließt ('5+9' Schema). In der Hauptphase der Studie werden Patienten für sechs Zyklen (12 Wochen) behandelt. Die Beurteilung des möglichen Behandlungserfolges erfolgt nach Zyklus drei und nach Zyklus sechs entsprechend den Empfehlungen der Internationalen Arbeitsgemeinschaft (IWG) zur Evaluierung von HL durch eine Kombination von Computer-Tomographie mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET/CT).

Patienten, die nach Abschluss der Hauptbehandlung auf die Behandlung mit einer Regression angesprochen haben oder deren fortschreitende Krebserkrankung zum Stillstand gekommen ist, können die Behandlung bis zur Dauer von einem Jahr weiter fortsetzen.

Die Studie wird abgeschlossen sein, wenn der letzte Patient für ein Jahr behandelt wurde, seine Erkrankung fortschreitet oder aber die Behandlung aus anderen Gründen nicht fortsetzt. Die Studie rekrutiert Patienten in zehn Zentren in Polen, Rumänien und Tschechien.

Der primäre Endpunkt der Studie ist die objektive Ansprechrate (objective overall response rate ORR) von Resminostat in Patienten, die entweder auf Standardtherapie nicht mehr ansprechen (refraktär) oder aber deren Erkrankung nach erstem Behandlungserfolg wieder ausbricht (rezidiv). Die sekundären Endpunkte liegen in der Bestimmung der progressionsfreien

Überlebensrate (progression free survival PFS), der Ermittlung des Zeitraums bis zum Fortschreiten der Tumorerkrankung (time to progression TTP), der Dauer des Ansprechens (duration of response DOR) und der Gesamtüberlebenszeit (overall survival OS). Zudem wird die Sicherheit und Verträglichkeit von Resminostat untersucht.

Über das Hodgkin Lymphom

Das Hodgkin Lymphom (HL), früher auch als Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose bezeichnet, ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems, welches Teil des Immunsystems darstellt. Die Erkrankung ist histologisch durch die Anwesenheit von sogenannten Reed-Sternberg Riesenzellen charakterisiert. In ihrem Verlauf kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung von lymphatischen Zellen, die sich in allen lymphatischen Organen ausbreiten, was schließlich zur Beeinträchtigung der Immunabwehr führt. Das HL repräsentiert jedoch nur eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems und ist deutlich von dem zweiten, sehr viel häufigeren Non-Hodgkin Lymphom zu trennen. Typische Symptome bei HL-Patienten umfassen eine schmerzfreie Schwellung der Lymphknoten, der Milz oder anderer Organe sowie Fieber, Gewichtsverlust oder Nachtschweiß.

Mögliche Therapieoptionen für HL-Patienten richten sich insbesondere nach dem Krankheitsstadium und der Anzahl bzw. Lokalisation der befallenen Lymphknoten. Die erste Behandlung nach Diagnose besteht aus Chemotherapie und/oder Bestrahlung, wobei Heilungsraten von bis zu 80% erreicht werden.

Der Standard-Therapieansatz für Patienten, die entweder auf diese erste Therapie nicht mehr ansprechen (refraktär) oder aber deren Erkrankung nach initialem Behandlungserfolg wieder ausbricht (rezidiv), besteht in einer Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender autologer (körpereigener)

Stammzell-Transplantation. Der Krankheitsfortschritt wird dabei mit Hilfe der Computer-Tomographie (CT) in Kombination mit Kernspin-Tomographie (MRI) oder Positronen-Emissions-Tomographie (PET) untersucht. Insbesondere die Einbindung der metabolischen Analyse des Tumors mit Hilfe der PET-Methodik in die Verfolgung des Krankheitsverlaufs stellt einen wichtigen Schritt in der Beurteilung neuer Behandlungsoptionen für Patienten mit rezidiviertem HL dar. Für Patienten für die nach dieser Zweitlinientherapie eine komplette Remission ihres Tumors erreicht werden kann, liegt die progressionsfreie Überlebensrate über fünf Jahre bei 79% - jedoch fällt diese Zahl auf 59% für Patienten mit lediglich partiellem Ansprechen und weiter auf nur noch 17% für Patienten, bei denen der Tumor auch auf die Zweitlinientherapie nicht anspricht. Damit ergibt sich für diese Population von Patienten mit refraktärem oder rezidiviertem HL nach Erstlinientherapie ein besonders hoher medizinischer Bedarf an neuen Therapieoptionen.

4SC AG

Die 4SC AG (ISIN DE0005753818) ist ein Unternehmen, das sich auf die Entdeckung und Entwicklung von Medikamenten mit den Schwerpunkten Autoimmunerkrankungen und Krebs spezialisiert hat. Vidofludimus (4SC-101), ein niedermolekularer Wirkstoff, befindet sich in einer Phase-IIb-Studie zur Behandlung von Rheumatoider Arthritis sowie in einer exploratorischen Phase-IIa-Studie in chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Der am weitesten fortgeschrittene Krebswirkstoff Resminostat (4SC-201), ein Pan-Histon-Deacetylase (HDAC)-Inhibitor, ist in Phase-II-Studien in den Indikationen hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs) und Hodgkin Lymphom.

4SC-203 und 4SC-205, zwei weitere onkologische Wirkstoffe, befinden sich in Phase-I-Studien. 4SC entwickelt Medikamentenkandidaten bis zum Wirksamkeitsnachweis ('Proof-of-Concept'), um diese anschließend in wertschöpfenden Lizenzpartnerschaften mit der Pharmaindustrie einzubringen und im Gegenzug Vorabzahlungen, meilensteinabhängige Zahlungen und spätere Umsatzbeteiligungen (Royalties) zu erhalten.


Die 4SC AG wurde im Jahr 1997 gegründet, beschäftigt zurzeit 94 Mitarbeiter und ist seit Dezember 2005 am Prime Standard der Börse Frankfurt gelistet.

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