Starre Regelvorgaben der KMK behindern die Gestaltung von Studiengängen der Ingenieurwissenschaften und der Informatik

(PresseBox) (München, ) Durch die Bologna-Reformen wurde die Neugestaltung von Studiengängen nötig. Professorinnen und Professoren in den Fakultäten der Ingenieurwissenschaften und der Informatik waren sich ihrer großen Verantwortung bei der Umgestaltung der Studiengänge bewusst. Die Umsetzung ist daher hier weitgehend gut gelungen. Es gab in diesem Bereich auch kaum Studierendenproteste.

Umso unverständlicher sind Teile der "Ländergemeinsamen Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen" der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 04.02.2010. Durch nicht zu Ende gedachte Vorgaben a) einer Mindestmodulgröße von 5 Kreditpunkten und b) einer reglementierten Prüfungsgestaltung durch die Vorgabe einer einzigen Prüfung als Abschluss eines Moduls wird die Entwicklung didaktisch modern gestalteter Studiengänge, Module und Prüfungen über Gebühr behindert.

Die Größe eines Moduls muss sich schlüssig aus den zu erzielenden Lernergebnissen ableiten und didaktisch begründet sein. Der ECTS Users' Guide 2009 gibt dazu Hilfestellungen. Er eröffnet Gestaltungsmöglichkeiten insbesondere im Hinblick auf aktivierende Lehr- und Lernformen und Möglichkeiten des kompetenzorientierten Prüfens. Man muss sich daher fragen, warum dies zwar für den Rest Europas, aber nicht für die 16 deutschen Bundesländer möglich sein soll.

Es verwundert doch sehr, dass der von der Konferenz der Fachbereichstage der Fachhochschulen (KFBT), dem Dachverband der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und Informatik (4ING) gemeinsam mit dem Ständigen Ausschuss der Bauingenieurfachschaftenkonferenz (StauB) am 13.04.2010 veröffentlichte dringende Appell, die Gestaltung der Studiengänge nicht über zu starre Regeln zu behindern, zu keinerlei Reaktion der KMK führte.

Wir fordern daher die KMK auf, in Zukunft gänzlich auf ihre Strukturvorgaben zu verzichten. Sie behindern den Bologna-Prozess und die mit ihm verbundenen Studienreformen mehr als sie sie befördern.

Zum verantwortlichen Umgang mit den Strukturvorgaben stellt 4ING den Fakultäten- und Fachbereichstagen, den Akkreditierungsagenturen und dem Akkreditierungsrat in einem gesonderten Papier eine ausführliche Empfehlung zur Verfügung.

4ING - Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und Informatik an Universitäten e. V.

Der Dachverein "Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten" (4ING) vertritt 130 Fakultäten, Fachbereiche und Abteilungen an Universitäten, Technischen Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Diese stellen mehr als 90% des universitären Studienangebotes bereit in den Fächern Bauingenieurwesen, Geodäsie; Maschinenbau, Verfahrenstechnik; Elektrotechnik, Informationstechnik sowie Informatik.

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